Jüngere Frau kümmert sich in Wohnung um ältere Frau

Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

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Die demografische Entwicklung ist eines der großen Themen unserer Zeit und wird uns auch in den kommenden Jahrzehnten vor eine Vielzahl an Herausforderungen stellen. Die Menschen werden immer älter, während die Geburtenzahlen stetig sinken. In der alternden Gesellschaft steigt damit auch die Anzahl der Pflegebedürftigen. Diese Entwicklung führt zu einer veränderten Altersstruktur, die für Gesellschaft und Wirtschaft gleichermaßen bedeutend ist.

Der wachsende Fachkräftemangel stellt zudem ein weiteres Problem dar, auf das Unternehmen reagieren müssen. Teilweise ist dieser Fachkräftemangel auf fehlende Vereinbarkeit zurückzuführen: Etwa ein Drittel der Personen, die der Doppelbelastung von Beruf und Pflege ausgesetzt sind, reduzieren ihre Erwerbstätigkeit oder geben diese aufgrund der Pflegeaufgabe sogar auf. Daher sind Unternehmen gefragt, pflegende Angehörige zu unterstützen, um damit qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu halten.

Mit dem Familienpflegezeitgesetz und dem Pflegegesetz hat der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Pflege verbessert. Hessen geht mit der Initiative „Beruf und Pflege vereinbaren – die Hessische Initiative“ einen Schritt weiter: Die gemeinsame Initiative des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration, der AOK- die Gesundheitskasse in Hessen, der berufundfamilie Service GmbH und dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V. möchte insbesondere kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützen, Beruf und Pflege für ihre Beschäftigten besser vereinbar zu gestalten

Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in Hessen

Im Rahmen der Vereinbarkeitsinitiative wurde die „Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in Hessen“ als Unternehmensinitiative und freiwillige Selbstverpflichtung auf den Weg gebracht. Mit der Unterzeichnung schließen sich Unternehmen in Hessen dem gemeinsamen Ziel an, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Übernahme der Verantwortung für pflegebedürftige Angehörige zu unterstützen. Neben konkreten Angeboten wie beispielsweise flexiblen Arbeitszeiten oder Telearbeit gehört dazu auch die Schaffung eines Arbeitsumfeldes, in dem die Pflege von Angehörigen kein Tabu mehr ist.

Die Initiative gewinnt immer mehr an Aufmerksamkeit. Andere Bundesländer sind daran interessiert, das Konzept zu übertragen. Seit dem Start der Initiative im November 2013 sind der Charta bereits 281 hessische Arbeitgeber beigetreten, mit denen über 600.000 Beschäftigte erreicht werden. Am 16.12.15 erfolgte der Beitritt der hessischen Ministerien und der Staatskanzlei. Im Oktober 2022 findet die Charta-Verleihung bereits zum 10. mal statt.

Vorteile für Charta-Mitglieder

Hessenweit werden Informationsveranstaltungen, Qualifizierungen zu betrieblichen Pflege-Guides, Netzwerktreffen für Pflege-Guides und Charta-Unternehmen sowie Kompetenztrainings für Unternehmen und ihr Personal angeboten. Ganz praktische Lösungsansätze und Praxisbeispiele für Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Bereichen finden sich auf der Internetseite www.berufundpflege.hessen.deÖffnet sich in einem neuen Fenster, die alles Wissenswerte zum Thema zusammenfasst.Praktische Lösungsansätze und Praxisbeispiele für Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen fasst außerdem die digital verfügbare Broschüre „Beruf und Pflege vereinbarenÖffnet sich in einem neuen Fenster“ zusammen.

Interessenbekundung und weiterführende Informationen erhalten Sie von: Sabrina Stubenvoll, stubenvoll.sabrina@bwhw.de, Telefon: 06032 86958-713

Wanderausstellung für betriebliche Lösungsansätze

Die Wanderausstellung ist im Hause der AOK Hessen in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration sowie dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft (BWHW) entstanden. Sie trägt den Titel „Weil Pflege Zukunft braucht“. Erstmals wurde sie im Rahmen der Charta-Verleihung Ende Oktober 2021 im Haus der Wirtschaft in Frankfurt gezeigt. Die Wanderausstellung kann in Zukunft bei interessierten Charta Mitgliedern und denjenigen, die es noch planen, ausgeliehen werden. Sie informiert interessierte Mitarbeitende, die sich über die Pflege von Angehörigen und Hilfen umfänglich informieren möchten und weist auf gesetzliche Regelungen, Programme und Maßnahmen hin, die die Pflege im Rahmen der beruflichen Tätigkeit erleichtern.