Warnschild mit Hinweis auf Zeckengefahr vor defokussiertem Waldhintergrund

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

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Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Viren der Flaviviren übertragen. Es bestehen jahreszeitliche Gipfel für FSME in den Monaten Juni-Juli und September-Oktober. Denn hier sind die Zecken hauptsächlich aktiv. BorrelioseÖffnet sich in einem neuen Fenster und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) können in seltenen Fällen auch gleichzeitig vorkommen.

Eine Ansteckung kann durch einen Zeckenbiss erfolgen. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung gibt es nicht.

Meistens verläuft eine FSME ohne nennenswerte Symptome oder mit grippeähnlicher Symptomatik. Das Risiko einer schweren Erkrankung steigt mit dem Lebensalter. Bei ca. 25 % der Fälle kommt es, nach einer vorübergehenden beschwerdefreien Zeit, ca. 3 Wochen später zu einer zweiten Erkrankungsphase. Diese äußert sich mit einem Temperaturanstieg bis auf 40 Grad C und Symptomen einer Hirnhautentzündung (Meningitis) oder auch einer Hirnentzündung und/oder Rückenmarksentzündung. Besonders im höheren Lebensalter kann die Erkrankung schwerer verlaufen und es kommt zu einer Kinderlähmungs- (Poliomyelitis-) ähnlichen Symptomatik. Bei etwa 10 % der Erkrankten kann es zu der beschriebenen Meningoenzephalitits kommen.

Die Diagnose erfolgt durch eine Blutuntersuchung oder, bei entsprechenden Symptomen, durch eine Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit.

Eine ursächliche Behandlung, zum Beispiel durch Antibiotika, ist nicht möglich. Die Prognose bei Erkrankung ist jedoch meist günstig. In einigen Fällen bleiben jedoch Schäden zurück. Die Sterblichkeit liegt bei 1 bis 2 % der Verläufe. Die Infektion hinterlässt eine lebenslange Immunität.

Gebiete, in denen die Zecken den FSME-Virus in sich tragen sind in Hessen: der Landkreis Bergstraße, der Stadtkreis Darmstadt, der Landkreis Darmstadt-Dieburg, der Landkreis Fulda, der Landkreis Groß-Gerau, der Main-Kinzig-Kreis, der Landkreis Marburg-Biedenkopf, der Odenwaldkreis, der Stadtkreis Offenbach und der Landkreis Offenbach.

Weitere Risikogebiete für die FSME liegen in Bayern und Baden-Württemberg und zum Teil in den neuen Bundesländern.

Außerhalb Deutschlands sind die Hauptverbreitungsgebiete der FSME Ost- und Mitteleuropa, vor allem bestimmte Gebiete in Österreich, Polen, Ungarn, dem ehemaligen Jugoslawien, der Slowakei und Tschechien, der ehemaligen Sowjetunion (besonders Lettland) sowie Skandinavien.

Auskunft zu den jeweils aktuellen Risikogebieten in Deutschland bzw. Europa gibt es zum Beispiel auf der Website des Robert Koch-InstitutsÖffnet sich in einem neuen Fenster

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