Hilfsmittel zur Zeckenentfernung

Zeckenstich und Zecke entfernen

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Zecke möglichst schnell entfernen

Hat sich eine Zecke festgesaugt, sollte diese möglichst schnell nach ihrer Entdeckung entfernt werden. Die Übertragung der Keime (Borrelien oder FSME-Virus) beim Zeckenstich braucht nach den vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen bis zu 24 Stunden. Je länger die Zecke im Körper haften bleibt, desto höher ist also das Risiko einer Infektion.

Haut nach Zecken absuchen

Daher ist es ratsam, nach jedem Aufenthalt auf begrünten Flächen, den Körper nach Zecken abzusuchen. Besonders bevorzugte Saugstellen sind am Kopf (Haaransatz, Ohren), häufig aber auch an anderen geschützten Stellen, z. B. Hals, Achseln, Ellenbeuge, Bauchnabel, Genitalbereich oder Kniekehlen. Zur Entfernung stehen verschiedene Hilfsmittelwie Pinzette, Zeckenkarte, feine Drahtschlinge(Zeckenlasso) oder Zeckenzange zur Verfügung, deren Anwendung je nach Größe und Sitz der Zecke vorteilhaft sein kann. Wenn keines dieser Hilfsmittel vorhanden ist, kann die Zecke auch mit den Fingerspitzen oder Fingernägeln entfernt werden. Dies geschieht, indem der Zeckenkörper so nah wie möglich an der Hautgefasst, vorsichtig gelockert und langsam von der Einstichstelle weg herausgezogen wird. Die Zecke darf dabei nicht gequetscht oder gedreht werden, da sonst deren infektiöse Sekrete in den menschlichen Körper gelangen können. Die goldene Regel bei der Technik lautet: hautnah, langsam und kontrolliert die Zecke entfernen!

Entfernung dokumentieren

Wurde eine Zecke entfernt, ist es sinnvoll, das Datum und die Saugstelle zu dokumentieren sowie die Stichstelle zu markieren, um eine Folgebeobachtung auf das Auftreten der Wanderröte (ein Zeichen für eine Borrelieninfektion) zu ermöglichen. Wenn möglich, sollte die Stichstelle anschließend desinfiziert werden. Die Verwendung von „Hausmitteln", wie z. B. Öl, Nagellack oder Klebstoff, ist unbedingt zu unterlassen!

Im Zweifel Arzt aufsuchen

Nach der Zeckenentfernung können Reste der Zecke in der Haut zurückbleiben. Hierbei handelt es sich meistens um einen Teil des Stechapparates. Dieser kleine Fremdkörper wird in der Regel von selbst nach einiger Zeit abgestoßen. Sollten Sie sich nicht sicher sein, scheuen Sie sich nicht, eine Ärztin/einen Arzt aufzusuchen.

Auf "Wanderröte" achten

Stunden bis Tage nach einem Zeckenstich kann es an der Einstichstelle zu einer mindestens münzgroßen, sich langsam kreisförmig ausbreitenden Rötung kommen. Diese „Wanderröte“ kann ein Zeichen für eine Borrelieninfektion (Erythema migrans) sein. In diesem Fall muss ein Arzt aufgesucht werden.

An schwer zugänglichen oder sehr empfindlichen Hautbereichen haftende Zecken (z.B. Genitalbereich, Gehörgang oder Augenlider, Bindehaut) sollen nicht durch den Patienten selbst, sondern durch den Arzt/Facharzt, manchmal sogar unter mikroskopischer Hilfe, entfernt werden.

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