Psychische Belastungen

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Stress bei der Arbeit
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Die gegenwärtige Arbeitswelt ist von einem Strukturwandel geprägt, der für viele Beschäftigte erhebliche Veränderungen hinsichtlich Arbeitszeit, Arbeitsorganisation und Belastungen am Arbeitsplatz mit sich bringt. In vielen Branchen hat sich zum Beispiel durch längere Arbeitszeiten, das Arbeiten am Wochenende, gesteigerte Leistungsanforderungen und Zeitdruck, Unternehmensauflösungen und -reorganisation sowie eine stärker werdende Flexibilisierung ein neuer Gefährdungstypus ergeben: Psychische Belastungen. Deren Folgen erlangen zunehmend Bedeutung für den Arbeitsschutz. Zudem vollzieht sich ein Wandel in der soziokulturellen Zusammensetzung der Belegschaften, die sicher und effizient arbeiten sollen. Der Anteil älterer Menschen im Arbeitsleben steigt, ebenso der Anteil erwerbstätiger Frauen und Beschäftigter mit Migrationshintergrund. Maßnahmen der Arbeitsgestaltung und des Arbeitsschutzes sind darauf abzustimmen.

Die Arbeitsplätze und Arbeitsvollzüge müssen so gestaltet sein, dass gesundheitsriskante psychische Belastungen vermieden werden. Folglich müssen auslösende Faktoren für psychische Belastungen in das betriebliche und behördliche Arbeitsschutzhandeln integriert werden. Entsprechend der Rangfolge der Schutzmaßnahmen stehen für den staatlichen Arbeitsschutz die verhältnispräventiven Ansätze im Vordergrund. Das Hauptaugenmerk richtet sich auf die gute, das heißt menschengerechte Gestaltung der Arbeitsplätze und Arbeitsabläufe.

Arbeitsbedingten psychischen Belastungen kommt eine hohe Bedeutung für das Gesundheits- und Krankheitsgeschehen zu. Insoweit ist es wichtig, eine breite, adäquate Berücksichtigung psychischer Belastung bei der Arbeit im betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz zu befördern.