Förderung

Hessisches Kinderförderungsgesetz

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Lachende Kinder
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Mit dem Hessischen Kinderförderungsgesetz wurde das Hessische Kinder- und Jugendhilfegesetzbuch (HKJGB) geändert. Die Landesförderung für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege sind im HKJGB gebündelt. Hierdurch wurden die Fördersystematiken vereinheitlicht und übersichtlicher. Zudem wurden die Rahmenbedingungen für den Betrieb einer Kindertageseinrichtung im HKJGB neu geregelt, mit dem Ziel, den Trägern mehr Gestaltungsspielräume und Flexibilität zu gewähren. Das Gesetz ist zum 01.01.2014 in Kraft getreten.

Die Landesförderung für Tageseinrichtungen richtet sich nach der Anzahl der in den Einrichtungen betreuten Kinder zum Stichtag 1. März. Damit erhält jedes Kind in einer Tageseinrichtung künftig nach Alter und Betreuungsdauer dieselbe Förderpauschale.

Pauschalen für Träger von Kindertageseinrichtungen

Die Betriebskostenförderung für Tageseinrichtungen für Kinder erfolgt in Form verschiedener Pauschalen:

  • Grundpauschale (je nach Alter und Betreuungsumfang)
  • Qualitätspauschale (für jedes Kind in Einrichtungen, die nach dem Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen arbeiten)
  • Pauschalen für Schwerpunkt-Kitas (mit hohem Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund oder aus einkommensschwächeren Familien)
  • Pauschale zur Förderung von Kindern mit Behinderung
  • Kleinkita-Pauschale

Das Gesetz umfasst außerdem die Landesförderung für die Kindertagespflege, für die Fachberatung, für die Beitragsfreistellung im 3. Kindergartenjahr, für die so genannte „Kleine Bauförderung“ sowie für Modellprojekte und ähnliches. Zudem werden im Hessischen Kinderförderungsgesetz Mindeststandards für Tageseinrichtungen verbindlich festgeschrieben. Der personelle Mindestbedarf einer Tageseinrichtung ist kindbezo­gen zu errechnen, nicht mehr gruppenbezogen. Damit wird den Trägern mehr Gestaltungsspielraum bei der Organisation des Kita-Alltags eingeräumt. Der personelle Mindestbedarf pro Kind errechnet sich nach Alter und Betreuungsumfang. Zuzüglich zu dem errechneten kindbezogenen Mindestfachkraftbedarf sind 15 Prozent an Ausfallzeiten für Krankheit, Urlaub und Fortbildung vorzuhalten.

Auf eine Ausweitung des Fachkraftkataloges wurde aufgrund der Sorge der Fachkräfte um die Entprofessionalisierung des Berufes der Erzieherinnen und Erzieher im Gesetz verzichtet. Damit kann der besagte Personenkreis - wie bisher auch - zusätzlich zu dem vorhandenen pädagogischen Fachpersonal in den Kindertagesstätten mitarbeiten, ohne jedoch auf den Mindestfachkraftbedarf in einer Einrichtung angerechnet werden zu können.

Weitere Informationen zu den gesetzlich festgeschriebenen Rahmenbedingungen sowie konkrete Beispiele zur Personalberechnung oder Gruppenzusammensetzung finden Sie in der Online-Broschüre „Das Hessische Kinderförderungsgesetz – Ein Überblick für die Fachpraxis“.