Flüchtlingspolitik

STEP-BY-STEP – Ein Pilotprojekt

Gemeinsam mit dem Sigmund-Freud-Institut (SFI) und der Goethe Universität Frankfurt startete im Januar 2016 das Pilotprojekt STEP BY STEP in der Erstaufnahmeeinrichtung Darmstadt, um traumatisierten Asylsuchenden frühe Hilfe zu garantieren und dadurch auch spätere Therapien zu planen (Ende des Projekts: April 2017). Die Angebote des SFI dienten dazu - in enger Kooperation mit den Fachleuten vor Ort - zum Versuch beizutragen, den Flüchtlingen sichere Orientierungen, einen ersten Halt und verlässliche Beziehungserfahrungen ermöglichen, um Desintegration und Re-Traumatisierungen entgegenzuwirken.

Die Ziele des Projekts bezogen sich unter anderem auf:

  • Unterstützung der (psychosozialen) Integration von Familien, sowie die Förderung der (frühen) psychosozialen Wohlbefindens von Kindern.
  • Verhinderung von Rückzug von Familien oder einzelnen Menschen aus der Dorfgemeinschaft durch Förderung der Teilhabe an der Gesellschaft mit spezifischer Unterstützung der (inneren und äußeren) Verbindung zur Herkunftskultur.
  • Psychische und psychosoziale Betreuung von traumatisierten Familien mit dem Ziel der Bearbeitung von Akuttraumatisierungen .
  • Förderung und Optimierung der Kooperationen und der Kommunikationsstruktur der im Michaelis-Dorf arbeitenden professionellen Teams und den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.
  • Gestaltung von kinderfreundlichen Räumen in der Eirichtung, damit die Kinder und Jugendlichen sich angenommen und aufgehoben fühlen.
  • Vielfältige und anregende Angebote für Kinder und Jugendliche und Motivation zu Partizipation.

Das Betreuungsteam vor Ort vermittelte den Neuankommenden möglichst bald, wie wichtig für die psychische und psychosoziale Befindlichkeit und die spätere Integration eine aktive Gestaltung des Alltags in der „Dorf- Gemeinschaft“ ist, auch wenn die Bewohnerinnen und Bewohner nicht lange in der Ersteinrichtung blieben. Als wichtigste Erkenntnis des Projekts gilt die Notwendigkeit der Einführung einer stabilen Alltagsstruktur. Die vorgehaltenen Angebote sind vom ersten Tag an klar strukturiert und ändern sich nicht. Dadurch sind bereits von Anfang an feste Anlaufzeiten definiert, zu denen Probleme besprochen und auch gelöst werden können. Diese stabile Alltagsstruktur hat maßgeblich zur Beruhigung der Geflüchteten und zu einem Wiederfinden des Vertrauens beigetragen. Für das Land steht insbesondere die Frage im Vordergrund, wie und welche Strukturen und Angebote des Projekts sich auch in andere Einrichtungen übertragen lassen. STEP-BY-STEP wurde wissenschaftlich begleitet und wird in Zusammenarbeit mit dem Sozioökonomischen Panel und der TU Darmstadt evaluiert.