Chancengleichheit und Gender Mainstreaming

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Grafik einer Waage
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Gleiche Chancen für Frauen und Männer

Für ein zukunftsfähiges Hessen gilt es, die Chancengleichheit für Frauen und Männer auf allen politischen Ebenen und in allen gesellschaftlichen Bereichen zu verwirklichen.

Die Chancengleichheitspolitik der Hessischen Landesregierung basiert auf dem Grundgesetz, der Hessischen Verfassung, dem Vertrag von Lissabon, der die Chancengleichheit als durchgängiges Leitprinzip rechtsverbindlich festgeschrieben hat, sowie auf dem Hessischen Gleichberechtigungsgesetz. Die Hessische Landesregierung hat das Leitprinzip „Chancengleichheit von Frauen und Männern“ durch Kabinettbeschluss vom 23. Mai 2005 in den neuen § 1a der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Ministerien des Landes Hessen (GGO) aufgenommen. Danach legen die Ministerien, die Staatskanzlei und die Landesvertretung ihren Entscheidungen das Leitprinzip der Europäischen Union zur Chancengleichheit von Frauen und Männern (Gender Mainstreaming) zu Grunde.

Maßnahmen zum Gender Mainstreaming

Gender Mainstreaming bedeutet, dass das Ziel der Chancengleichheit von Frauen und Männern in allen Politikbereichen und bei allen Entscheidungen beachtet werden muss, also z.B. in Gesetzgebungsverfahren, auf der Ebene der Landesinitiativen, der politischen Steuerung sowie der Beratung und Begleitung von Aktivitäten und Projekten. Unterstützung und Hilfe zur Anwendung von Gender Mainstreaming bieten Fortbildungen sowie der „Gender Jour Fixe“, ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch für Frauen und Männer in der Landesverwaltung und in den Kommunen.

Die Verbesserung der Situation von Frauen im Erwerbsleben ist ein Schwerpunkt bei der Herstellung der Chancengleichheit. Hier sind Initiativen wie der „Girls Day“, die Förderung des naturwissenschaftlich-technischen Sachverstandes insbesondere von Mädchen, das MentorinnenNetzwerk für Frauen in den Natur- und Technikwissenschaften, das Netzwerk Wiedereinstieg Hessen und vielfältige Angebote zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu nennen.

Hessische Gleichberechtigungsgesetz (HGlG)

Das Hessische Gleichberechtigungsgesetz (HGlG) trägt seit mehr als 15 Jahren dazu bei, die Chancengleichheit von Frauen und Männern im öffentlichen Dienst Hessens voranzutreiben, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern und Frauen in all jenen Bereichen des Landesdienstes, in denen sie unterrepräsentiert sind, gezielt zu fördern.

In den letzten Jahren ist der Anteil der Frauen im hessischen Landesdienst kontinuierlich gestiegen, gleichzeitig sind immer mehr Frauen vollzeitbeschäftigt. Diese positive Entwicklung zeigt zweierlei: zum einen wollen immer mehr gut ausgebildete Frauen sich eine eigenständige Existenz aufbauen und finanziell unabhängig sein; zum zweiten sind die Chancen, Beruf und Familie zu vereinbaren, soweit verbessert worden, dass Frauen mit Familienpflichten nicht automatisch auf Teilzeitstellen ausweichen müssen.

Frauen in Führungspositionen

Dennoch bleibt viel zu tun. Denn nach wie vor sind Frauen in Führungspositionen auch im Landesdienst unterrepräsentiert. Im höheren Dienst, also dort, wo Führungsverantwortung wahrgenommen wird, haben Männer noch immer die Nase vorn. Gleichzeitig steigt hier aber auch der Frauenanteil am stärksten. Das heißt: die hessischen Frauenbeauftragten, die die Umsetzung des HGLG in ihren Dienststellen überwachen und unterstützen, können in den vergangenen 15 Jahren auf beachtliche Erfolge verweisen.

Manchen geht es zu langsam – aber Gleichberechtigung und Chancengleichheit von Frauen und Männern sind historische Aufgaben, für die man einen langen Atem braucht. Denn Gesetze verändern die Wirklichkeit nur allmählich – wir in Hessen können stolz darauf sein, dass das Gleichberechtigungsgesetz in einer relativ kurzen historischen Frist die Frauen einen großen Schritt vorangebracht hat.

Gemeinsame Geschäftsordnung der Ministerien des Landes Hessen (GGO)

in der Fassung des Kabinettsbeschlusses vom 23. Mai 2005

§ 1 Geltungsbereich

Die Gemeinsame Geschäftsordnung gilt für die Ministerien, die Staatskanzlei und die Landesvertretung. Sie soll dazu beitragen, den Behördenaufbau und den Verwaltungsablauf einheitlich, zweckmäßig, wirtschaftlich und übersichtlich zu gestalten, und dient dem Ziel, die gestellten Aufgaben sachgerecht und effizient zu erfüllen.

§ 1a Chancengleichheit von Frauen und Männern

Die Ministerien, die Staatskanzlei und die Landesvertretung legen ihren Entscheidungen das Leitprinzip der Europäischen Union zur Chancengleichheit von Frauen und Männern (Gender Mainstreaming) zu Grunde.