Kinderbetreuung

Das Gute-KiTa-Gesetz in Hessen

Im Rahmen des „Gute-KiTa-Gesetzes“ erhält Hessen bis zum Jahr 2022 Mittel in Höhe von 412 Millionen Euro. Diese werden in zwei zentrale Maßnahmen investiert, um die Personalausstattung und damit die Kitabetreuung vor Ort zu stärken.

istock_90880947_xlarge-_christopher_futcher.jpg

Kinder hören zu.
© istock - Christopher Futcher

Betreuungsschlüssel verbessern

Um die Fachkräftesituation in Kitas zu verbessern, wird die gesetzlich vorgeschriebene Berechnung des Mindestpersonalbedarfs so verändert, dass mehr Fachkraftkapazitäten zur Verfügung stehen. Dabei werden die im Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetzbuch kalkulierten Ausfallzeiten für Urlaub, Krankheit und Fortbildungen von derzeit 15 auf 22 Prozent erhöht.

Kita-Leitung stärken

Um die Kita-Leitungen zu stärken, schreibt die Hessische Landesregierung erstmals einen festen Zeitanteil für die Leitung einer Kita in Höhe von 20 Prozent fest. Die Leitung ist dann in diesem Umfang vom Gruppendienst freigestellt. So wird den Anforderungen an die qualitative Entwicklung in den Kitas Rechnung getragen, weil den Leitungen der hessischen Kindertageseinrichtungen die notwendige Zeit zur Erfüllung ihrer vielfältigen Aufgaben zur Verfügung gestellt wird. Denn die Leitungen von Kindertageseinrichtungen spielen für die qualitative Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildung eine zentrale Rolle.

Mit den geänderten Ausfallzeiten und dem Leitungszeitkontingent erhöht sich im Ergebnis der Mindestpersonalbedarf der Kita. Somit steht unterm Strich mehr Zeit für jedes einzelne betreute Kind zur Verfügung.

Hessen finanziert auch nach 2022

Hessen gewährleistet die Finanzierung der dauerhaften Qualitätsverbesserung in der Kinderbetreuung auch für den Fall, dass der Bund sich aus der Finanzierung nach 2022 herauszieht.

Gute Kita und Fachkräfte

Um die Qualität in den Kitas zu gewährleisten, ist es wichtig, Fachkräfte zu gewinnen. Deshalb werden die oben beschriebenen Maßnahmen folgendermaßen flankiert:

  • Die Kitas erhalten eine Übergangszeit, um die verbesserte Personalausstattung umzusetzen (bis 31.7.2022).
  • Mit den dargestellten Maßnahmen zur Verbesserung der Personalausstattung erhöht das Land gleichzeitig die Attraktivität des Berufsfeldes. Dies ist wiederum ein wichtiger Beitrag, um Fachkräfte in den Kitas zu halten oder Menschen für dieses Berufsfeld zu gewinnen.
  • Hessen investiert im Rahmen des Programms „Starke Heimat“ in eine Fachkräfteoffensive, die aus drei Bausteinen besteht:
  1. Hessen fördert die praxisintegrierte, dualisierte Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern mit mindestens jeweils 200 Plätzen für die Ausbildungsgänge 2020/2021-2022/2023 und 2021/2022-2023/2024. Perspektivisch sollen angehende Erzieherinnen und Erzieher die Möglichkeit haben, zwischen diesem und weiteren Ausbildungsmodellen zu wählen.
  2. Hessen verbessert die Bedingungen für Ausbilderinnen und Ausbilder in der Praxis. Dadurch soll der erhöhte Aufwand durch Anleitungszeiten honoriert werden, den die Anleitung des Nachwuchses für die Fachkräfte in den Kitas bedeutet.
  3. Hessen wird eine Werbe- und Imagekampagne für den Erzieherinnen- und Erzieherberuf starten, die das Berufsbild stärken und über die vielfältigen Wege in Berufe der Kinder- und Jugendhilfe informieren soll.

Starke Heimat

Aus dem Programm „Starke Heimat Hessen“ fließen bis 2024 insgesamt 720 Millionen Euro an die Träger der Kitas. Mit diesen Mitteln unterstützt die Landesregierung die vielfältige pädagogische Arbeit vor Ort. Das wird dadurch erreicht, dass lange Öffnungszeiten finanziert und die Betriebskostenförderung für die Kitas erheblich gesteigert wird. Somit werden die Kommunen darin unterstützt, die Plätze zu schaffen, die die Familien vor Ort benötigen. Außerdem wird die Förderung für Kitas erhöht, die besonders gefordert sind – zum Beispiel, wenn viele Kinder zusammenkommen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, die aus einem sozial benachteiligten Elternhaus kommen oder besondere Unterstützung wegen einer Behinderung brauchen.

Schließen