Jugend und Ehrenamt

Tafel Ehrenamt

Tafel mit Kreideschrift Ehrenamt
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Kinder- und Jugendhilfe in Hessen

Wichtige Regelungen zur Förderung des ehrenamtlichen Engagements in der Jugendarbeit in Hessen wurden erstmals 1951 mit dem „Gesetz über Sonderurlaub für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Jugendarbeit“ getroffen. Mit der Novellierung dieses Gesetzes im Jahr 2000 erhielt die Förderung des Ehrenamtes in der Jugendarbeit durch die Bereitstellung von Haushaltsmitteln im Landeshaushalt eine neue Grundlage.

Das am 1. Januar 2007 in Kraft getretene Hessische Kinder- und Jugendhilfegesetzbuch (HKJGB) fasst verschiedene hessische Einzelgesetze zur Kinder- und Jugendhilfe zusammen. Die Regelungen zur Förderung des ehrenamtlichen Engagements in der Jugendarbeit finden sich im Vierten Teil Ehrenamt in der Jugendarbeit. Mit den unveränderten Leistungen stellen die Bestimmungen weiterhin eine solide Grundlage für die Unterstützung des Engagements in der Jugendarbeit in Hessen dar.

Lohnfortzahlung für Engagement in der Jugendarbeit

Die bundesweit einzigartige Regelung, dass das Land für die Betroffenen die Lohnfortzahlung für ihr Engagement in der Jugendarbeit wie beispielsweise Betreuung bei Kinder- und Jugendfreizeiten, Sommerspielaktionen oder Sportveranstaltungen übernimmt, hat sich bewährt. Dies belegen die Zahlen der letzten Jahre: Im Jahr 2016 wurden insgesamt 3210 Anträge gestellt (2015: 2936 Anträge). Damit ist ein neuer historischer Höchststand erreicht. Für die eingegangenen Einträge erfolgten im Jahr 2016 insgesamt 2.636 Lohnerstattungen – (2015: 2660; 2014: 2.069; 2013: 2.110 Erstattungen).

Insgesamt bezogen sich diese Erstattungen auf 15.908 Freistellungstage (2015: 16.878; 2014: 13.305 Freistellungstage), um sich ehrenamtlich in der Jugendarbeit zu engagieren. Insgesamt hat das Land für die Freistellung im Jahr 2016 Lohnkosten in Höhe von 2.099.810,02 Euro (2015: 2.099.991; 2014: 1.649.530 Euro erstattet. Die Übernahme der Lohnfortzahlung durch das Land ist damit ein wirksames Instrument, um Jugendarbeit auf breiter Basis zu unterstützen.

Ausgezeichnete Resonanz bei allen Beteiligten

Die Zahlen zeigen deutlich, wie gut das Gesetz in der Praxis angenommen wird und in der Jugendarbeit, bei jungen Menschen, in Vereinen und Verbänden wie auch bei den Betrieben eine ausgezeichnete Resonanz findet. In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Bescheide für Freistellung für ehrenamtliches Engagement in der Jugendarbeit kontinuierlich gestiegen und hat in den Jahren 2015 und 2016 ihr bisher höchstes Niveau erreicht. Dabei zeigt sich, dass bezogen auf das Jahr 2016 von den 2.909 ehrenamtlich in der Jugendarbeit aktiven Personen, die durch das Land gefördert wurden, ca. 70 % Männer sind. Dies macht deutlich, dass Jugendarbeit für Männer einen besonders guten Einstieg in ein ehrenamtliches Engagement ermöglicht.

Auch die Anzahl der Betriebe, die Lohner-stattungen beantragen, hat sich auf hohem Niveau stabilisiert. Nach 1.241 Betrieben im Jahr 2012, 1.570 Betrieben im Jahr 2013, 1.480 Betriebe im Jahr 2014 wurden 2016 an 1.735 Betriebe Erstattungen beschieden. Davon sind 704 „neue“ Betriebe, die erstmals einen Antrag auf Lohnkostenerstattung ge-stellt haben. Die kontinuierlich wachsende Zahl „neuer“ Betriebe, weist darauf hin, dass ehrenamtliches Engagement in der Jugend-arbeit durch einen kontinuierlichen Wandel im Zugang zu einem ehrenamtlichen Engagement geprägt ist. Einerseits ein durchaus positives Zeichen, macht es deutlich, dass Jugendarbeit weiterhin ein gesellschaftlich einmaliges „Zugangstor“ zu ehrenamtlichem Engagement ist. Andererseits konfrontiert es aber die Träger der Jugendarbeit mit der kontinuierlichen Herausforderung ihr Angebot weiterzuentwickeln um attraktiv für eh-renamtliches Engagement zu bleiben. Unab-hängig hiervon gilt es festzustellen, dass die Förderung des ehrenamtlichen Engagements in der Jugendarbeit in Hessen eine breite Akzeptanz sowohl bei Engagierten in der Jugendarbeit wie auch bei Betrieben besitzt.

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