Jugend gestaltet Zukunft

Verleihung des Hessischen Partizipationspreises 2016

Der Bevollmächtigte für Integration und Antidiskriminierung, Staatssekretär Jo Dreiseitel, hat heute im Hessischen Landtag den zum zweiten Mal verliehenen Hessischen Partizipationspreis „Jugend gestaltet Zukunft“ vergeben. Ausgezeichnet wurden der Internatsrat an der Deutschen Blindenanstalt e.V. (Marburg – 1. Preis; 10.000 Euro), das Projekt Spiel- und Bewegungspark Rasdorf (Rasdorf – 2. Preis, 7.500 Euro) und das Stadtjugendparlament Lauterbach (Lauterbach – 3. Preis, 7.500 Euro). 

Die Preisträger:

Der Internatsrat an der Deutschen Blindenanstalt e.V. in Marburg vertritt die Interessen der 230 jugendlichen Bewohner/innen des Internats im Alter von 10 bis 21 Jahren in 45 Wohngruppen (WGs), die in ganz Marburg verteilt sind. Er verfolgt das Ziel, die Interessen der jugendlichen Bewohner/innen gegenüber der Internatsleitung deutlich zu machen und umzusetzen (z.B. altersgerechte Ausgehzeiten, „zeitgemäße“ WG-Internetnutzung). Aktuell erarbeitet der Internatsrat eine neue Satzung für seine Arbeit, da die bisherige Satzung durch die Internatsleitung vorgegeben war „und Punkte (enthält), die unsere Arbeit aus Partizipations-Sicht einschränken. Wir denken, dass uns eine demokratisch legitimierte Satzung stärkt!“. 

Jugendliche aus Rasdorf (Projekt Spiel- und Bewegungspark Rasdorf) haben sich organisiert, um ihre Interessen auf Gemeindeebene zu vertreten, da in der Gemeinde „alle vorhandenen Spielmöglichkeiten … nur bis 12 Jahre erlaubt (waren). Außerdem war es das Ziel der Jugendlichen, „einen Treffpunkt zu schaffen und andere Jugendliche animieren raus zu gehen und nicht ständig vor dem PC zu hocken.“ Um dieses Ziel zu erreichen hatte die Jugendgruppe u.a. eine „Diskussion mit der Point-Alpha-Gemeinde Rasdorf über die sanierungsbedürftigen ‚alten‘ Spielplätze. Anstatt diese zu sanieren, wollten wir etwas Neues – wo auch wir drauf dürfen!“ Im Ergebnis und zur Ideenfindung fanden regelmäßige Treffen der Gruppe und mit Landschaftsarchitekten statt, um einen Spiel- und Bewegungspark zu planen. Aktuell ist das entwickelte Konzept fertig und genehmigt – „Die Bagger rollen schon, erste Spielgeräte wurden in den letzten Tagen aufgebaut.“ 

Seit 2000 existiert das Stadtjugendparlament Lauterbach und ist damit eines der ältesten Kinder- und Jugendparlamente in Hessen. Seitdem werden 21 Jugendliche aus der Stadt Lauterbach und den Ortsteilen für zwei Jahre ins Stadtjugendparlament gewählt. Wahlberechtigt und wählbar sind alle Lauterbacher Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren. Das Stadtjugendparlament ist „ein städtisches Gremium mit eigener Geschäftsordnung und Antragsrecht in der Stadtverordnetenversammlung (über den Jugendausschuss).“ Das Stadtjugendparlament hat monatliche Sitzungen und trifft sich wöchentlich zur Nach- und Vorbereitung seiner Projekte. Hier sind beispielhaft zu nennen: Gestaltung der Gedenkfeier zur Pogromnacht, Verlegung von Stolpersteinen, jährliche Durchführung eines Jugendforums, Durchführung eines Jugendaktionstags im Rahmen des Stadtfestes, Mitwirkung am Weihnachtsmarkt. 

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