Jugend gestaltet Zukunft

Verleihung des Hessischen Partizipationspreises 2018

Zum vierten Mal hat der Hessische Familienminister Stefan Grüttner den „Hessischen Partizipationspreis“ im Hessischen Landtag verliehen. „An den Preisträgern wird deutlich, dass Partizipation in allen Lebensbereichen von Jugendlichen stattfinden kann und muss – in Politik und Jugendarbeit, in der Schule oder in Einrichtungen der Jugendhilfe“, erklärte der Familienminister.

Die Preisträger:

Kinder- und Jugendvertretung der ESTA (Evangelische Stiftung Arnsburg), Lich
Die Kinder- und Jugendvertretung der Evangelischen Stiftung Arnsburg (ESTA), einer stationären Jugendhilfeeinrichtung, hat sich in der heutigen Zusammensetzung 2016 zusammengefunden. Sie setzt sich aus den 14 Gruppensprechern der Wohngruppen zusammen und wird von zwei Vorsitzenden geleitet. Ziel der KJV ist es, dass die Kinder mitbestimmen können, was sich verändern soll. So wurden in den vergangenen zwei Jahren bereits mehrere größere Projekte angestoßen, wie z.B. die Erneuerung der Außenbeleuchtung oder die Planung und der Bau einer neuen Grillhütte. Als aktuelles Projekt nimmt die KJV die Erneuerung der Spielplätze in Angriff. So wurden bereits Planungen und Gespräche über die Vorstellungen der Kinder und Jugendlichen in der Vollversammlung geführt. Begleitet wird die KJV durch eine pädagogische Fachkraft als Heimratsberaterin, große Projekte werden mit dem Vorstand der Einrichtung abgestimmt. Grundlage der Bewertung durch die Jury war die hervorstechende Selbstorganisation der jungen Menschen, die Selbstbestimmung in den Planungen und das vorbildliche Engagement und die tatkräftige Eigenbeteiligung bei der Umsetzung der Projekte.

Hessische Union zur Stärkung der Kinder- und Jugendinteressen (HUSKJ), Wiesbaden
Projekt: Zusammenschluss der hessischen Kinder- und Jugendvertretungen

Die Hessische Union zur Stärkung von Kinder- und Jugendinteressen (HUSKJ) ist ein Zusammenschluss von Kinder- und Jugendvertretungen aus ganz Hessen. Ziel ist es, die Interessen der Kinder und Jugendlichen gegenüber dem Hessischen Landtag zu repräsentieren und Einfluss auf Entscheidungen in der Landespolitik im Sinne der Kinder und Jugendlichen auszuüben. Das Projekt HUSKJ wurde über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren durch einen Arbeitskreis des Jugendparlaments Wiesbaden angestoßen. Dieser legte einen Entwurf einer Geschäftsordnung vor, woraus sich bei der konstituierenden Sitzung der HUSKJ die Erörterung der Arbeitsweise ergeben hat. Hervorzuheben ist, dass die Gruppe aus der Eigeninitiative von Jugendlichen entstanden ist. Die konkrete Arbeit lässt sich in drei Bestandteile unterteilen. Zum einen arbeiten Delegierte der Mitgliedsvertretungen in den themenspezifischen Kommissariaten und erarbeiten gemeinsame Beschlussvorlagen. Zum anderen debattiert das gesamte Gremium über Beschlussvorlagen in der Vollversammlung. Der dritte Bestandteil ist die politische Arbeit der Kommissare und des Vorstands, die die Interessen der Jugend bei Veranstaltungen, Gremien und Kooperationen vertreten und so die Anliegen der Kinder und Jugendlichen einbringen.

Grundlage der Bewertung durch die Jury war die Selbstorganisation der Jugendlichen und das hohe Engagement, indem die Jugendlichen durch die Übernahme eigener Ämter auch andere Jugendliche für die politische Interessensvertretung für Kinder und Jugendliche begeistern wollen.

Jugendhilfe an der IGS Herder, Frankfurt am Main
Projekt: „Schüler_innencafé HIGS“

Im „Schüler_innencafé HIGS“ engagieren sich 12 Jugendliche aus den Jahrgängen 6-10, die das Café HiGS mit Unterstützung der Jugendhilfe an der IGS Herder selbstorganisiert betreiben. Mit der Aufteilung in Theken- und Küchendienst wird der Gastronomiebetrieb täglich zwischen 1,5 und 3 Stunden geöffnet und hat täglich ca. 200 Besucher. Das Angebot richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler und ist ein Begegnungsort für unterschiedliche Jahrgangsstufen. Neben der Möglichkeit etwas zu essen und zu trinken zu kaufen oder Gesellschaftsspiele jeglicher Art zu spielen, ist das HIGS Anlaufstelle für niedrigschwellige Beratung der Jugendhilfe. Ziel ist es, ein wertschätzendes und friedliches Miteinander zu fördern, das innerhalb der Schulgemeinde weiterwirkt. So ist das Café zum „Lehrer/innenfreien“ Ort geworden und wird von den Jugendlichen eigenverantwortlich geleitet.

Grundlage der Bewertung war die Selbstorganisation der Schülerinnen und Schüler und deren Einsatz für ein konfliktfreies Miteinander an der Schule.

Kinder-und Jugendparlament der Universitätsstadt Marburg
„Spendenlauf für mehr Chancengleichheit“

Das KiJuPa Marburg ist eine überparteiliche Interessensvertretung und setzt sich für alle Kinder und Jugendlichen in Marburg ein. Es wird alle zwei Jahre an den Marburger Schulen gewählt und besteht aus 100 Kindern und Jugendlichen. Neben ca. sieben KiJuPa-Sitzungen im Jahr gibt es zahlreiche Vorstandssitzungen, KiJuPa-Treffs, Aktionen, Projekte und Fahrten. Ihre Ziele sind das Treffen eigener Entscheidungen, Mitbestimmung, Mitgestaltung und Mitwirkung. Das Projekt „Spendenlauf für mehr Chancengleichheit“ wurde vom KiJuPa ins Leben gerufen, um auf Mängel und Probleme aufmerksam zu machen und das Thema in die Öffentlichkeit zu rücken. Der Spendenlauf wurde konzipiert als inklusive Beteiligungsaktion, an der alle teilnehmen dürfen und sollen. Das KiJuPa hatte die Federführung des Projektes und hat sich auf allen Ebenen intensiv mit dem Thema Chancengleichheit und der Planung des Spendenlaufs beschäftigt. Der „Spendenlauf für mehr Chancengleichheit“ wurde hauptsächlich vom KiJuPa konzipiert, geplant, vorbereitet, durchgeführt und nachbereitet.

Grundlage der Bewertung durch die Jury war auch hier die Selbstorganisation der Kinder und Jugendlichen und deren Engagement für Chancengleichheit in der Gesellschaft.

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