Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

Landessozialbericht

In Zeiten der Globalisierung, des demografischen Wandels und grundlegender gesellschaftlicher Veränderungen kommt der Sozialpolitik als Bindeglied eine wachsende Bedeutung zu. Jeder Mensch hat Fähigkeiten und Potenziale, die er in die Gesellschaft einbringen kann und die es ihm erlauben, sein Leben so weit wie möglich selbst in die Hand zu nehmen. Die Sozialpolitik will die Menschen dabei unterstützen, ihnen Chancen eröffnen, Kompetenzen vermitteln und zu mehr Eigenverantwortung anregen. Sozialberichte dienen in diesem Zusammenhang als wichtige Planungsgrundlage für politische Entscheidungen.

In Deutschland existieren Sozial- bzw. Armuts- und Reichtumsberichte nicht nur auf nationaler Ebene, sondern liegen seit dem Jahr 2015 flächendeckend für alle Bundesländer vor. Hinzu kommt eine ständig wachsende Zahl von Berichten auf Ebene der Kommunen und Gebietskörperschaften. Ergänzt werden diese durch Publikationen der Verbände und freien Träger. Allen neueren Berichten gemeinsam ist die Erkenntnis, dass sich Armut und Reichtum mit dem Einkommen allein nicht hinreichend erfassen lassen. Konkret geht Armutsgefährdung nicht nur mit materiellen Einschränkungen einher, sondern impliziert auch Benachteiligungen in anderen Lebensbereichen, wie zum Beispiel Bildung, Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe. Amartya Sens Ansatz der Verwirklichungschancen, den die Bundesregierung als Orientierungsrahmen ihrer Armuts- und Reichtumsberichterstattung verwendet, ergänzt deshalb klassische rein ressourcenbezogene Ansätze.

Durch die genaue Kenntnis von Armutsgefährdungslagen kann die Situation armer Menschen in Hessen verbessert werden. Ziel der Landessozialberichte ist  es deshalb, die sozialen Verhältnisse einzelner Bevölkerungsgruppen unter Berücksichtigung regionaler als auch sozialräumlicher Aspekte zu erfassen. Der Hessische Landtag hatte mit Beschluss vom 08.07.2009 die Landesregierung in Kooperation mit einem Beirat (Kommunen, Kirchen, Wissenschaftler, Statistiker, Verbände) erstmals mit der Erstellung von Sozialberichten beauftragt, die jeweils im Turnus von fünf Jahren vorgelegt werden sollen.