Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

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Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe

Hessen ist mit dem am 21.12.2004 in Kraft getretenen Behindertengleichstellungsgesetz einen weiteren großen Schritt bei der Verwirklichung des Rechts auf Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an allen gesellschaftlichen Bereichen gegangen. Besonderheiten des Gesetzes, das für alle Behörden des Landes Hessen gilt, sind: Das allgemeine Benachteiligungsverbot, die Barrierefreiheit, das Bereitstellen von Kommunikationshilfen im Verwaltungsverfahren, insbesondere auch Gebärdensprachdolmetscher sowie die Verpflichtung, Belange von Frauen mit Behinderungen besonders zu berücksichtigen.

Neu ist auch, dass alle öffentlichen Einrichtungen zur Erziehung und Bildung die selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung am Leben der Gesellschaft fördern und ihnen gemeinsame Lern- und Lebensfelder bieten. Leitlinie unserer Politik für Menschen mit Behinderungen war und ist es, Behinderten und von Behinderung bedrohten Menschen in unserem Lande die Hilfen, Dienste und Einrichtungen in ausreichender Zahl und Qualität zur Verfügung zu stellen, um ihr Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu fördern, Benachteiligungen zu vermeiden oder ihnen entgegen zu wirken.

Breite Angebotspalette in Hessen

Mit den in Hessen landesweit vorhandenen Angeboten zur Früherkennung und Frühförderung behinderter Kinder, von Familienentlastenden Diensten, Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstellen, Tagesstätten für seelisch behinderte Menschen, differenzierten Arbeits- und Beschäftigungsangeboten in- und außerhalb von Werkstätten für behinderte Menschen sowie einem breiten Spektrum adäquater Wohnformen, sind wir bei der Realisierung unserer Ziele – auch im bundesweiten Vergleich – sehr weit gekommen. Dies trifft auch für die in Hessen geschaffenen Angebote zur integrativen Erziehung und Bildung im Bereich der Kindergartenversorgung, den Ausbau des betreuten Wohnens und die Gewährung eines individuellen Hilfebedarfs bei psychischen Erkrankungen zu.

Wir wissen, dass wir uns mit dem erreichten Stand nicht zufrieden geben können und sollen, sondern alle Hilfestrukturen entsprechend der Leitlinie der hessischen Politik für Menschen mit Behinderungen auf eine möglichst Selbstbestimmtes Leben auch künftig weiterentwickeln müssen. Wichtig ist, dass die Angebote zu den Menschen passen und nicht umgekehrt. Wir brauchen flexible Angebote und Finanzierungsstrukturen und eine hohe Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Angebotsformen, um unserer Verpflichtung, adäquate Hilfen zu gewährleisten, nachzukommen.

Antragsformulare für die Feststellung der Schwerbehinderteneigenschaft

Das für den Wohnort zuständige Hessische Amt für Versorgung und Soziales - Versorgungsamt - (HAVS) trifft auf Antrag nach § 69 SGB IX folgende Feststellungen: die Behinderung, die Schwerbehinderteneigenschaft, den Grad der Behinderung (GdB) und gegebenenfalls weitere gesundheitliche Merkmale für die Inanspruchnahme von Nachteilsausgleichen (§ 69 SGB IX) .

Anträge sind kostenlos außer bei den HAVS auch bei weiten Stellen zu erhalten:

  • bei den Sozialämtern der Städte und Gemeinden,
  • den örtlichen Fürsorgestellen der Kreise,
  • den Behindertenverbänden und den Vertrauensleuten der Schwerbehinderten in Betrieben und Dienststellen.

Der entsprechende Antragsvordruck sowie entsprechende Erläuterungen zum Ausfüllen, sind auch direkt von der Internetseite der Versorgungsverwaltung beim Regierungspräsidium in Gießen herunterzuladen (siehe unten). Der vollständig ausgefüllte und unterschriebene Antragsvordruck ist an das zuständige HAVS zu senden. Ein Schwerbehindertenausweis kann ab einen GbB von mindestens 50 ausgestellt werden. Nähere Auskünfte dazu erteilen die HAVS.