Demenz

Hessen vergisst Niemanden

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Nachdenklich schauende Frau
© Auremar / istock

Mit dem Anstieg der Lebenserwartung steigt auch die Zahl älterer Menschen, die an Demenz erkranken. Experten gehen davon aus, dass Demenz die Alterskrankheit der Zukunft sein wird.

Demenz ist dabei nicht nur ein medizinisch-pflegerisches, sondern vor allem auch ein gesellschaftspolitisches Thema. In den Blick genommen werden müssen, vor allem in frühen Stadien, beispielsweise auch die Gestaltung von geeigneten Lebensräumen für Demenzkranke in der Kommune, die Sensibilisierung der Bevölkerung und bestimmter Berufsgruppen für deren Bedürfnisse oder die Umgestaltung von Wohnraum. Solche Maßnahmen, Sensibilisierungen und die Öffnung öffentlicher Räume (z.B. Museen) wurden und werden im Rahmen der Seniorenpolitischen Initiative gefördert und sind sehr nachgefragt.

Förderung von Modellvorhaben und Angebote zur Unterstützung im Alltag

Das Land Hessen fördert gemeinsam mit den Pflegekassen Modellvorhaben, die neue Versorgungskonzepte und –strukturen insbesondere für demenzkranke pflegebedürftige Menschen erproben und neue Wege aufzeigen. Die Maßnahmen haben dabei auch die Unterstützung der pflegenden Angehörigen im Blick.

In den Kommunen bietet eine Vielzahl von Angeboten Unterstützung im Alltag an.

Zum Regierungspräsidium Gießen.

Demenzatlas Hessen

Der Demenzatlas Hessen ist ein Modellprojekt des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration und der Pflegekassen. Es hat zum einen die bessere Versorgung von Menschen mit Demenz zum Ziel. Es erfüllt aber darüber hinaus auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Das Ziel ist die Entwicklung von sorgenden Gemeinschaften, in denen Menschen mit Demenz gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe und Selbstbestimmung ermöglicht wird. Der Demenzatlas Hessen trägt hierzu bei, indem relevante Akteure vor Ort vernetzt werden und Betroffene sowie Angehörige in ihrem direkten Umfeld Unterstützung bekommen. Er zielt darauf, hessenweit Transparenz über bestehende Versorgungsstrukturen für Demenzerkrankte und ihre Angehörigen herzustellen.

Der Demenzatlas Hessen informiert über verschiedene Angebote und weist den Weg zu Beratung und Entlastung vor Ort. Der landesweite Wegweiser ist am 28. November 2017 mit einer Fachtagung gestartet und enthält bereits über 1000 Angebote.

Hessische Fachstelle Demenz Wohngemeinschaften

Als Alternative zur stationären Betreuung und Pflege hat sich das Konzept von selbstverwalteten ambulant betreuten Wohngemeinschaften etabliert. Die hessenweite Fachstelle ist ein Modellprojekt des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration und der Pflegekassen. Sie steht mit Information und Beratung oder Weitervermittlung angeeignete Anlaufstellen zur Verfügung.

Gesellschaftliche Teilhabe – Kunst und Demenz

Kunst zu erleben ist eine Form der kulturellen Teilhabe und der sozialen Kommunikation. Sie bietet allen Menschen Gelegenheit für individuelle und kollektive Erfahrungen, die an deren spezifischen Potentialen anknüpfen. Der Besuch von Museen und Ausstellungen, von Theateraufführungen und  Konzerten trägt dazu bei, die Teilhabe alterserkrankter Menschen im gesellschaftlichen Leben zu erhalten und zur Verbesserung ihrer Lebensqualität, Handlungskompetenz und sozialen Integration und damit zur Vermeidung von Isolation und Vereinsamung beizutragen.

Das Land Hessen fördert im Rahmen der Seniorenpolitischen Initiative unterschiedliche Demenzprojekte wie beispielsweise die Stiftung Opelvillen. Die Stiftung bietet regelmäßig Veranstaltungen zum Kunsterlebnis für Menschen mit und ohne Demenz an. 2017 führte die Stiftung beispielsweise das Projekt „Briefe zwischen den Generationen“ durch. In dem Projekt besuchten Kinder die Ausstellung „Sybille – Die Fotografen“ und betrachteten Fotografien aus der Sybille – Zeitschrift für Mode und Kultur. Die Kinder schrieben anschließend Briefe mit ihren Fragen zu der damaligen Zeit. In einem zweiten Ausstellungsbesuch besichtigten ältere Menschen mit und ohne Demenz die Ausstellung, tauschten Anekdoten aus und beantworteten gemeinsam die Fragen in den Briefen.

Lokale Allianzen für Demenz

Durch das Bundesprogramm „Lokale Allianzen für Demenz“ sind bisher 37 Lokale Allianzen in Hessen entstanden. Es geht dabei um die Bündelung und Vernetzung der Potenziale von Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen, Gewerbe, Bildungseinrichtungen, Politik und Kommunalverwaltung. Ziel ist es, die Lebenssituation für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen dauerhaft zu verbessern.

Wegweiser Demenz

Mit dem Wegweiser Demenz (https://www.wegweiser-demenz.de) stellt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Informationen über Demenz sowie Unterstützungsangebote zur Verfügung. Diese befassen sich mit dem Krankheitsbild Demenz, alltägliche Herausforderungen bis hin zu rechtlichen Grundlagen. Angesprochen werden alle, die sich mit dem Thema befassen wollen: Betroffene, Angehörige, Fachkräfte. Es besteht die Möglichkeit, sich allgemein zu informieren, aber auch über Ratgeberforen und Weblogs in den Austausch mit anderen zu kommen.

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