Altenpflegeausbildung

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Eine Pflegerin mit einem Senioren
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Rechtsvorschriften zur Altenpflegeausbildung / Altenpflegehilfeausbildung

Die 3-jährige Ausbildung zur Fachkraft Altenpflege ist im Altenpflegegesetz (AltPflG) und in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (AltPflAPrV) bundeseinheitlich geregelt.

Die 1-jährige Altenpflegehilfeausbildung ist in Hessen im Hessischen Altenpflegegesetz (HAltPflG) und der dazu gehörenden Altenpflegeverordnung geregelt.

Durchführung der Ausbildung

Beide Ausbildungen finden an staatlich anerkannten Altenpflegeschulen statt (Adressen finden Sie auf der Seite Adressen- in-Hessen), die bestimmte personelle, sächliche und räumliche Standards erfüllen müssen. Das Regierungspräsidium Darmstadt ist für die Anerkennungsverfahren von Schulen zuständig. Darüber hinaus ist das Regierungspräsidium Darmstadt für die Abnahme der Prüfungen (in Kooperation mit den Altenpflegeschulen), für die Erteilung der Berufserlaubnisurkunden (inkl. Anerkennungsverfahren ausländischer Abschlüsse) und die Feststellung von Verkürzungstatbeständen (Anrechnung auf Ausbildungsdauer) nach dem AltPflG und HAltPflG sowie für die Schulgelderstattung gegenüber den Altenpflegeschulen zuständig.

Zugangsvoraussetzungen

Neben der gesundheitlichen Eignung gelten folgende Zugangsvoraussetzungen: Für die 3-jährige Fachkraftausbildung entweder 1.) Realschulabschluss oder ein als gleichwertig anerkannter Bildungsabschluss oder eine andere abgeschlossene zehnjährige Schulbildung, die den Hauptschulabschluss erweitert oder 2.) Hauptschulabschluss oder ein als gleichwertig anerkannter Bildungsabschluss, sofern eine erfolgreich abgeschlossene, mindestens zweijährige Berufsausbildung oder die Erlaubnis als Krankenpflegehelferin oder Krankenpflegehelfer oder eine landesrechtlich geregelte, erfolgreich abgeschlossene Ausbildung von mindestens einjähriger Dauer in der Altenpflegehilfe oder Krankenpflegehilfe nachgewiesen wird, oder 3) eine andere abgeschlossene zehnjährige allgemeine Schulbildung.

Für die 1-jährige Helferausbildung gilt der einfache Hauptschulabschluss als Zugangsvoraussetzung.

Ausbildungsdauer

Die dreijährige Ausbildung umfasst 2.100 Stunden theoretischen und fachpraktischen Unterricht an staatlich anerkannten Altenpflegeschulen sowie 2.500 Stunden praktische Ausbildung bei mindestens zwei verschiedenen Trägern nach SGB XI (stationäre Altenpflegeeinrichtungen, ambulante Dienste, Sozialstationen). Die Ausbildung in der betrieblichen Praxis kann ergänzt werden durch Ausbildungsabschnitte, z.B. in Krankenhäusern, geriatrischen Fachabteilungen etc. Die Ausbildung wird nach drei Jahren mit einer staatlichen Prüfung abgeschlossen.

Die Altenpflegehelferausbildung wird auf Antrag des Absolventen unter bestimmten Voraussetzungen im Umfang der gesamten Ausbildungsdauer (1 Jahr) auf die Altenpflegeausbildung angerechnet. Bei Abschlussnoten der Altenpflegehelferausbildung von „sehr gut“, „gut“ oder „befriedigend“ sowie in Ausnahmefällen auch bei der Abschlussnote von „ausreichend“ (wenn ein Empfehlungsschreiben der Altenpflegeschule vorliegt) erfolgt eine Verkürzung der anschließenden Fachkraftausbildung um ein volles Jahr. Für Absolventen mit einer Abschlussnote „ausreichend“ und ohne Verkürzungsempfehlung der Altenpflegeschule besteht unabhängig von der Abschlussnote die Möglichkeit, über den Nachweis einer mindestens einjährigen einschlägigen Berufspraxis als Altenpflegehelfer/in ebenfalls die Fachkraftausbildung um ein Jahr zu verkürzen. Für Absolventen mit der Abschlussnote „ausreichend“, ohne Empfehlungsschreiben der Schule und ohne einschlägige Berufserfahrung nach Ausbildungsabschluss kann die Ausbildungszeit der Fachkraftausbildung bis zu 6 Monaten verkürzt werden.

Beide Ausbildungsgänge können in Teilzeit durchgeführt werden. Die dreijährige Ausbildung kann dann bis zu 5 Jahre dauern (§ 3 Abs. 5 AltPflG), die einjährige Ausbildung bis zu 3 Jahre (§ 4 Abs. 3 HAltPflG).

Die dreijährige Ausbildung kann auf Antrag um bis zu zwei Jahre verkürzt werden für Gesundheits- und Krankenpfleger(innen) (dreijährig) und Heilerzieherpfleger(innen) mit dreijähriger Ausbildung. Altenpfleghelfer(innen), Krankenpflegehelfer(innen) und Heilerziehungspflegehelfer(innen) mit einer Ausbildungszeit von einem Jahr können eine Verkürzung um bis zu einem Jahr beantragen.

Ausbildungsinhalte

Die dreijährige Vollzeitausbildung in der Altenpflege soll die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermitteln, die zur selbständigen und eigenverantwortlichen Pflege einschließlich der Beratung, Begleitung und Betreuung alter Menschen erforderlich sind. Hierzu ist medizinisches Wissen und pflegefachliche und pflegepraktische Inhalte genauso wichtig, wie sozialpflegerische Qualifikationen (z.B. Kommunikation, Betreuung und Unterstützung älterer Menschen bei der Lebensgestaltung) oder die Kenntnis über rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen der Altenpflege.

Einen Überblick über die Inhalte der Ausbildung gibt der „Rahmenlehrplan für die schulische und betriebliche Ausbildung Fachkraft Altenpflege“ (siehe Downloads).

Die einjährige Vollzeitausbildung in der Altenpflegehilfe soll die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermitteln, die für eine qualifizierte Pflege und Betreuung alter Menschen unter Anleitung und Verantwortung einer Fachkraft erforderlich sind. Hierzu sind ebenfalls medizinisches und pflegerisches Grundwissen  und pflegefachpraktisches Können, sowie sozialpflegerische Kompetenzen notwendig.

Einen Überblick über die Inhalte der Ausbildung zur Altenpflegehelfer/-in gibt der „Rahmenlehrplan für die Ausbildung zum Altenpflegehelfer/zur Altenpflegehelferin (siehe Downloads).

Kosten der Ausbildung

Im Bundesland Hessen besteht grundsätzlich Schulgeldfreiheit. Deshalb werden den staatlich anerkannten Altenpflegeschulen nach § 24 HAltPflG die angemessenen Kosten für die schulische Ausbildung erstattet, sofern diese nicht durch andere Rechtsvorschriften zu erstatten sind (z.B. Bildungsgutscheine nach SGB II/III). Auszubildende erhalten darüber hinaus für die gesamte Dauer der Ausbildung von ihrem Ausbildungsbetrieb (stationäre Altenpflegeeinrichtung, ambulante Dienste) eine angemessene Ausbildungsvergütung. Diese beträgt je nach tarifrechtlichen Regelungen zur Zeit ca. 975,69 € brutto/Monat im 1. Ausbildungsjahr, ca. 1.037,07 € brutto/Monat im 2. Ausbildungsjahr und ca. 1138,38 € brutto/Monat im 3. Ausbildungsjahr. Die Ausbildungsvergütung für die einjährige Altenpflegehelferausbildung orientiert sich am ersten Ausbildungsjahr.

Fachkräftebedarf in der Pflege

Aufgrund des demografischen Wandels werden zusätzliche Pflegekräfte benötigt werden. Die Landesregierung hat deshalb den Hessischen Pflegemonitor entwickelt und in den Dauerbetrieb überführt (www.hessischer-pflegemonitor.de). Der Pflegemonitor ist ein web-basiertes Informations- und Prognosesystem. Hiermit wird die aktuelle Pflegekräftesituation kontinuierlich beschrieben, um zukünftige Personalbedarfe besser abschätzen zu können.

Sprachförderung in der Altenpflege

Das Land Hessen verstärkt wirkungsvoll seine Anstrengungen, noch mehr Menschen mit Migrationshintergrund für eine Ausbildung in den Altenpflegeberufen zu gewinnen. Daher hat die Hessische Landesregierung zum Schuljahr 2016/2017 die ausbildungsintegrierte Sprachförderung für Auszubildende mit Migrationshintergrund und Sprachförderbedarf eingeführt. Den staatlich anerkannten Altenpflegeschulen wird für bis zu 160 Stunden zusätzlichen berufsbezogenen Sprachförderunterricht pro Ausbildungsjahr eine Stundenpauschale von 2,94 € gewährt.

Zusätzlich wird die Hessische Landesregierung 2017 das Projekt „Arbeits- und ausbildungsintegriertes Sprachlernen – AiS“ (www.ais-hessen.de) der Fachstelle für berufsintegriertes Sprachlernen in Frankfurt am Main (FaberiS) mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds fördern, damit Lehrkräfte und Praxisanleiter in der Altenpflegeausbildung kostenfreie Weiterbildungen zur Sprachförderlehrkraft angeboten werden können. Gleichzeitig werden mit dem Projekt AiS zertifizierte FaberiS-Dozenten ausgebildet, die auch nach Ablauf der Projektlaufzeit weiter zur Verfügung stehen werden, um in Eigenregie die Weiterbildungen zur Sprachförderlehrkraft anbieten können. So sorgt die Hessische Landesregierung auch dafür, dass eine nachhaltig wirksame Struktur für die Verankerung des arbeitsintegrierten Sprachlernens aufgebaut wird. Die ausbildungsintegrierte Förderung der berufsbezogenen fachsprachlichen Kenntnisse und Fertigkeiten kann als zusätzlicher Unterricht klassenübergreifend, in Kooperation z.B. mit anderen Altenpflegeschulen oder Bildungsträgern, Volkshochschulen oder auch als Tandem-Unterricht von Fachlehrer und Sprachförderlehrkraft erfolgen, wobei der zusätzliche Unterricht durch qualifizierte Sprachförderlehrkräfte zu erteilen ist. Einen Vordruck zur Entwicklung eines schulbezogenen Konzepts zur Umsetzung der berufsbezogenen Sprachförderung sowie die aktuelle Änderung der Altenpflegeverordnung stehen als Download (Anlage 1 und 2) zur Verfügung.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Altenpflegeausbildung sowie zuständige Ansprechpartner sind auf den Seiten der Regierungspräsidien Darmstadt und Gießen zu finden.