Senioren- und Generationenhilfen

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Minister Grüttner am Rednerpult der Fachtagung
© HSM

„Nie zuvor waren ältere Menschen so aktiv und engagiert wie heute." Das betonten der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner und der Chef der Staatskanzlei und Demografiebeauftragter der Landesregierung, Staatsminister Axel Wintermeyer, anlässlich des Starts des Modellprojekts „Koordinierungsstellen für Senioren- und Generationenhilfen“, das Teil der Seniorenpolitischen Initiative der Hessischen Landesregierung ist. Der dritte Freiwilligensurvey (1999-2009) zeige, so der Sozialminister, dass allein der Anteil der ehrenamtlich engagierten 60- bis 69-Jährigen in den letzten 10 Jahren von 31 auf 37 Prozent gewachsen sei. Auch in der Altersgruppe der über 70-Jährigen sei die Quote derjenigen, die ein bürgerschaftliches Engagement ausüben, um 5 Prozentpunkte auf rund 25 Prozent gestiegen. Grüttner weiter: „Ältere Menschen verfügen über wertvolle Erfahrungen, mit denen sie im bürgerschaftlichen und ehrenamtlichen Engagement die Gemeinschaft bereichern können.“

Um diese Entwicklung zu unterstützen, hat die Hessische Landesregierung im Rahmen der Seniorenpolitischen Initiative (SPI) das Modellprojekt „Aufbau von Senioren- und Generationenhilfen“ initiiert. Ziel ist, das Angebot der Senioren- und Generationenhilfen auszubauen, die Einrichtung neuer Projekte zu begleiten und die im Modellprojekt erzielten Erfahrungen auch weiteren interessierten Kommunen zugänglich zu machen.

Von Ende 2012 bis einschließlich 2014 wurden die vier Landkreise Odenwald, Hersfeld-Rotenburg, Schwalm-Eder sowie Limburg-Weilburg gezielt gefördert, um vor allem die Strukturen der Initiativen im ländlichen Raum zu stärken. Weiterhin erhielten die vier Freiwilligenagenturen Hanau, Neu-Anspach, Marburg-Biedenkopf und Kassel Zuwendungen für den Aufbau neuer Organisationen in ihrem Einzugsgebiet. Für das Modellprojekt standen rund 280.000 Euro zur Verfügung. Es wurde gemeinsam vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, der Hessischen Staatskanzlei und der LandesEhrenamtsagentur Hessen unterstützt. Die erzielten Erfahrungen und Ergebnisse aus dem Modellprojekt „Aufbau von Senioren- und Generationenhilfen“ wurden Ende 2015 in der Broschüre „Senioren- und Generationenhilfen in Hessen“ veröffentlicht. Diese kann gerne bei uns angefordert werden.

„Die Seniorinnen und Senioren sind mit ihrem hohen Erfahrungsschatz hoch kompetent, sich aktiv in den Initiativen zu engagieren und sich nach ihren Möglichkeiten einzubringen“, hat  der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner festgestellt. „Damit kommen wir zu einem Geben und Nehmen, zwischen denen, die sich gerne freiwillig engagieren möchten und dabei denen helfen, die alters- oder krankheitsbedingt auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind.“ Diese Hilfen bieten nach Überzeugung des Ministers genau das, was ältere Menschen an Unterstützung für ein möglichst selbstständiges Leben brauchen, so dass sie weiterhin in ihrem Heimatort leben können: Mobilitätsangebote, Besuchsdienste, Begleit- und Einkaufshilfen, Handwerkliche- oder Gartenhilfe, aber auch beispielsweise eine gemeinsame Mittagstafel.

Für Grüttner ist die Stärkung des Engagements von Freiwilligen und Ehrenamtlichen auch deshalb so wichtig, weil sich wegen der Alterung der Gesellschaft  ein zunehmender Bedarf an Unterstützung für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger abzeichnet. „Senioren- und Generationenhilfen bieten die Möglichkeit, diesem Mehrbedarf zu begegnen. Hier kann der organisatorische Rahmen für niedrigschwellige Hilfssysteme bereitgestellt werden.“ Große Potentiale sieht der Sozialminister zudem in der Verzahnung von professionellen Diensten und Senioren- sowie Generationenhilfen.