Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

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Senior mit Frau im mittleren Alter
© HMSI

224.000 Pflegebedürftige in Hessen haben einen Pflegegrad; davon werden 120.000 ausschließlich von Angehörigen gepflegt (Statistisches Bundesamt 2017). In Hessen ist der Anteil Pflegebedürftiger, die durch Angehörige gepflegt werden, mit 76,3 % noch höher als im Bundesdurchschnitt (72,6 %) (Statistisches Bundesamt 2017).

Viele der Angehörigen erledigen die Pflegeaufgabe zusätzlich zu ihrer Erwerbstätigkeit und möchten dies auch. Allerdings berichten sehr viele von Problemen bezüglich der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Viele geben ihre Erwerbstätigkeit aufgrund der Pflegeaufgabe sogar auf. Daher sind Unternehmen gefragt, pflegende Angehörige zu unterstützen, nicht zuletzt auch um damit qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu halten.

Mit dem Familienpflegezeitgesetz und dem Pflegegesetz hat der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Pflege verbessert. Hessen geht mit der Initiative „Beruf und Pflege vereinbaren – die Hessische Initiative“ einen Schritt weiter: Die gemeinsame Initiative des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration, der AOK- die Gesundheitskasse in Hessen, der berufundfamilie Service GmbH und dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft möchte insbesondere kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützen, Beruf und Pflege für ihre Beschäftigten besser vereinbar zu gestalten.

Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in Hessen

Im Rahmen der Vereinbarkeitsinitiative wurde die „Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in Hessen“ als Unternehmensinitiative und freiwillige Selbstverpflichtung auf den Weg gebracht. Mit ihrer Unterzeichnung schließen sich Unternehmen in Hessen dem gemeinsamen Ziel an, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Übernahme der Verantwortung für pflegebedürftige Angehörige zu unterstützen. Neben konkreten Angeboten wie beispielsweise flexiblen Arbeitszeiten oder Telearbeit gehört dazu auch die Schaffung eines Arbeitsumfeldes, in dem die Pflege von Angehörigen kein Tabu mehr ist. Seit dem Start der Initiative im November 2013 sind der Charta bereits 174 Arbeitgeber beigetreten. Am 16.12.15 erfolgte der Beitritt der hessischen Ministerien und der Staatskanzlei. Auch für 2018 ist eine Chartaverleihung geplant.

Weitere Bausteine

Zudem werden hessenweit Informationsveranstaltungen, Schulungen zur Qualifizierung von Pflege-Guides, Netzwerktreffen für Pflege-Guides und Charta-Unterzeichner und Kompetenztrainings für Unternehmen und ihre Mitarbeiter angeboten. Insbesondere das Konzept der Pflege-Guides wird inzwischen auch aus anderen Bundesländern nachgefragt. Für 2018 ist geplant, Handlungsempfehlungen und ein Webinar für Führungskräfte zu entwickeln.

Ganz praktische Lösungsansätze und Praxisbeispiele für Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Bereichen fasst außerdem die digital verfügbare Broschüre „Beruf und Pflege vereinbaren“ zusammen, die unten auf dieser Seite zum Download zu Verfügung steht.

Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite www.berufundpflege.hessen.de, die alles Wissenswerte zum Thema zusammenfasst.

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