Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

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Senior mit Frau im mittleren Alter
© HMSI

262.000 Menschen sind in Hessen pflegebedürftig und erhalten Leistungen der Pflegeversicherung. Rund 206.000 Personen (das entspricht 78,8 %) werden zu Hause versorgt. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 76 % (destatis, Hessisches Statistisches Landesamt 2017).

Viele der Angehörigen erledigen die Pflegeaufgabe zusätzlich zu ihrer Erwerbstätigkeit. Allerdings berichten sehr viele von Problemen bezüglich der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Viele geben ihre Erwerbstätigkeit aufgrund der Pflegeaufgabe sogar auf. Daher sind Unternehmen gefragt, pflegende Angehörige zu unterstützen, nicht zuletzt auch um damit qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu halten.

Mit dem Familienpflegezeitgesetz und dem Pflegegesetz hat der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Pflege verbessert. Hessen geht mit der Initiative „Beruf und Pflege vereinbaren – die Hessische Initiative“ einen Schritt weiter: Die gemeinsame Initiative des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration, der AOK- die Gesundheitskasse in Hessen, der berufundfamilie Service GmbH und dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V. möchte insbesondere kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützen, Beruf und Pflege für ihre Beschäftigten besser vereinbar zu gestalten.

Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in Hessen

Im Rahmen der Vereinbarkeitsinitiative wurde die „Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in Hessen“ als Unternehmensinitiative und freiwillige Selbstverpflichtung auf den Weg gebracht. Mit der Unterzeichnung schließen sich Unternehmen in Hessen dem gemeinsamen Ziel an, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Übernahme der Verantwortung für pflegebedürftige Angehörige zu unterstützen. Neben konkreten Angeboten wie beispielsweise flexiblen Arbeitszeiten oder Telearbeit gehört dazu auch die Schaffung eines Arbeitsumfeldes, in dem die Pflege von Angehörigen kein Tabu mehr ist.

Die Initiative gewinnt immer mehr an Aufmerksamkeit. Andere Bundesländer sind daran interessiert, das Konzept zu übetragen. Seit dem Start der Initiative im November 2013 sind der Charta bereits 254 hessische Arbeitgeber beigetreten, mit denen über 600.000 Beschäftigte erreicht werden. Am 16.12.15 erfolgte der Beitritt der hessischen Ministerien und der Staatskanzlei. Auch 2020 sind weitere Charta-Beitritte vorgesehen.

Interessenbekundung und weiterführende Informationen erhalten Sie von: Lynn Schmidl, schmidl.lynn@bwhw.de, 06032 86958-717

Weitere Bausteine

Hessenweit werden Informationsveranstaltungen, Qualifizierungen zu betrieblichen Pflege-Guides, Netzwerktreffen für Pflege-Guides und Charta-Unternehmen sowie Kompetenztrainings für Unternehmen und ihr Personal angeboten. Ganz praktische Lösungsansätze und Praxisbeispiele für Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Bereichen fasst außerdem die digital verfügbare Broschüre „Beruf und Pflege vereinbaren“ zusammen, die unten auf dieser Seite zum Download zur Verfügung steht. Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite www.berufundpflege.hessen.de, die alles Wissenswerte zum Thema zusammenfasst.

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