Die Sicherheit im Blick

Hessen stärkt die Patientensicherheit in Kliniken

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Hessen stärkt die Patientensicherheit in Kliniken
© HMSI

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration hat die Stärkung der Patientensicherheit im Blick: Eine neue Broschüre informiert Patienten darüber, was die Kliniken für die Sicherheit der Patienten unternehmen, aber auch, was die Patienten selbst zu ihrer eigenen Sicherheit im Krankenhaus beitragen können. Die Broschüre wird derzeit in drei hessischen Kliniken getestet und soll im Frühjahr 2017 auf alle Krankenhäuser im Land ausgeweitet werden.

Die Stärkung der Patientensicherheit ist für das Land Hessen ein zentrales Ziel. Im Herbst dieses Jahres wurde ein neues Projekt vorgestellt, das Klinikbehandlungen künftig noch sicherer machen soll. Zielgruppe sind die Patienten selbst. Sie erhalten bei der Aufnahme in die Klinik eine neue Broschüre mit dem Titel „Sicher im Krankenhaus – Ein Ratgeber für Patienten“ ausgehändigt. Derzeit werden das Projekt und der Leitfaden in im Klinikum Fulda, im Ketteler Krankenhaus Offenbach und in der Asklpios Paulinen Klinik in Wiesbaden getestet. Ab Frühjahr 2017 soll die Broschüre in allen hessischen Krankenhäusern zur Verfügung stehen. "Das Patientenwohl und die Patientensicherheit müssen immer oberste Richtschnur sein. In diesem Geiste ist die Krankenhausreform des Bundes angelegt und in Hessen wird Patientensicherheit schon lange groß geschrieben. Deshalb freue ich mich, dass wir mit ausgewählten Kliniken in einem Projekt hier einen weiteren Schritt gehen“, sagt Gesundheitsminister Stefan Grüttner.

Broschüre informiert darüber, auf was Patienten achten sollten

Die Broschüre „Sicher im Krankenhaus“ informiert die Patienten ausführlich darüber, was die Krankenhäuser für die Sicherheit ihrer Patienten tun, aber auch was die Patienten zu ihrer eigenen Sicherheit in der Klinik beitragen können. Sie enthält unter anderem Tipps, wie Verwechslungen und Medikationsfehler rechtzeitig erkannt und somit verhindert werden können. Die Patienten erfahren außerdem, auf was sie in der Klinik besonders achten sollten - z.B. darauf, ob sie ausreichend über die Diagnose und die bevorstehende Therapie informiert wurden oder sich das Krankenhaus-Personal vor der Behandlung die Hände desinfiziert hat. Mit dem Leitfaden soll auch die Kommunikation zwischen Klinikmitarbeitern und Patienten gefördert werden. Die Patienten lernen, im Zweifelsfall lieber einmal zu viel, als zu wenig nachzufragen, wenn sie etwas nicht verstehen oder sogar vermuten, dass in der Behandlung etwas nicht richtig läuft.

Etwa die Hälfte aller unerwünschten Ereignisse gilt als vermeidbar

Es handelt sich um ein gemeinsames Projekt zwischen dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, dem Aktionsbündnis Patientensicherheit und der Techniker Krankenkasse in Hessen – in Kooperation mit dem Institut für Patientensicherheit der Universität Bonn und den drei Pilot-Krankenhäusern.

Internationalen Studien zufolge kommt es bei fünf bis zehn Prozent aller Krankenhaus-Behandlungen zu einem unerwünschten Ereignis, wie z.B. einer allergischen Reaktion auf ein Medikament, einer Entzündung einer OP-Wunde oder gar einem Behandlungsfehler. Etwa die Hälfte dieser Ereignisse gilt als vermeidbar.

Kliniken wurden umfangreich auf das Projekt vorbereitet

Bevor das Projekt in den drei Pilot-Krankenhäusern an den Start gegangen ist, wurde das Klinikpersonal vor Ort geschult und darauf vorbereitet, wie sie die Patienten über den Zweck und die Ziele des Leitfadens aufklären können. Außerdem wurden die Krankenhäuser angeleitet, wie sie auf mögliche Rückfragen der Patienten reagieren können. Zusätzlich standen den Krankenhäusern zur Vorbereitung noch ein Lehrfilm und ein Handbuch mit Hinweisen und Empfehlungen zur Umsetzung im praktischen Alltag zur Verfügung. „Für den Erfolg des Projektes ist es außerordentlich wichtig, dass die Patienten über Ziel und Zweck der Broschüre aufgeklärt werden“, so Grüttner.

Patientensicherheit im Fokus des Ministeriums

In Hessen passt das Projekt zum besonderen Engagement des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration: Als erstes Flächenbundesland ist Hessen im vergangenen Jahr dem Aktionsbündnis Patientensicherheit beigetreten. Das APS setzt sich seit über 10 Jahren für die Stärkung der Patientensicherheit in Deutschland ein. Im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration wurde außerdem 2013 ein neues Referat für Qualitätssicherung und Patientensicherheit eingerichtet; auch das ist einmalig in der Bundesrepublik. Die  Stärkung der Patientensicherheit - vor allem im Krankenhausbereich - nennt Grüttner einen "Kern" seiner Arbeit als hessischer Gesundheitsminister. "Das ist mir ein besonders wichtiges Anliegen und ich danke den Partnern im Projekt für ihr Engagement in diesem sensiblen Bereich und hoffe, wir können unsere Erkenntnisse dann für weitere Kliniken in Hessen nutzbar machen und sie damit in den Dienst der Hessischen Patientinnen und Patienten stellen.“