Patientensicherheit

Die Stärkung der Patientensicherheit und die Qualität der Gesundheitsversorgung ist für das Land Hessen ein zentrales Thema. Mit der erstmaligen Einrichtung eines Fachreferates für Qualitätssicherung und Patientensicherheit Ende 2013 hat die Hessische Landesregierung signalisiert, welch hohen Stellenwert die Sicherheit der Patientenversorgung in den hessischen Gesundheitseinrichtungen einnimmt. Durch die Bündelung der vielfältigen Aktivitäten zur Erhöhung der Sicherheit und zur Verbesserung der Rahmenbedingungen in einem Referat wurden Voraussetzungen geschaffen, die Patientensicherheit kontinuierlich zu erhöhen bzw. Patienten vor unnötigen Risiken zu bewahren.

Ziel der Maßnahmen ist dabei stets, die kontinuierliche Verbesserung und Weiterentwicklung der Patientensicherheit und Qualität in Hessen.

In Zusammenarbeit bzw. in Kooperation mit verschiedenen in der Gesundheitsversorgung beteiligten Institutionen und  Einrichtungen  wurden bislang verschiedene Projekte für den stationären Bereich in Hessen erarbeitet und auch finanziell unterstützt: 

  • Die „Initiative Patientensicherheit und Qualität Hessen“ versteht sich als gemeinsames Projekt der Hessischen Krankenhausgesellschaft (HKG), des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration (HMSI) und der Krankenhäuser in Hessen. Ziel der Initiative ist es, langfristig Patientensicherheit und Qualität durch Informationsaustausch, Wissenstransfer und fachliche Netzwerkbildung zwischen den Krankenhäusern zu fördern.
     
  • Im Rahmen des MRE-Projekts mit dem Titel „Analyse der Prävalenz multiresistenter Erreger (MRE) in hessischen Krankenhäusern sowie Maßnahmen zur Reduktion vermeidbarer Infektionen durch MRE“, sollen Daten über multiresistente Erreger in den Krankenhäusern gesammelt und ausgewertet werden. Hier sollen Erkenntnisse über die Herkunft, mögliche Übertragungswege und den unterschiedlichen Umgang mit MRE gewonnen werden.

    Ziel des Projektes ist es, künftig Infektionen mit multiresistenten Erregern in hessischen Krankenhäusern deutlich zu senken. Mit Einbindung der Verbände der Krankenkassen in Hessen und der Hessischen Krankenhausgesellschaft (HKG) startete das Projekt im 1. Quartal 2016. Dabei hat ein Expertengremium, das aus Vertretern der Vertragspartner, und insbesondere auch aus Praktikern aus hessischen Kliniken und Fachleuten aus den Gesundheitsämtern  bzw. den sog. MRE-Netzen besteht, die Planung des Projektaufbaus übernommen. Es wird von der Geschäftsstelle Qualitätssicherung Hessen (GQH) durchgeführt, die sämtliche Maßnahmen der externen Qualitätssicherung im stationären Bereich koordiniert und betreut.
     
  • Die Finanzierung von In-House-Simulationstrainings für pädiatrische Notfälle in allen hessischen Kinderkliniken mit dem langfristigen Ziel, solche Trainings in der Alltagsroutine zu etablieren. Die Durchführung dieser Trainingseinheiten erfolgt durch das DRK Simulationszentrum mit Sitz in Marburg. 
     
  • Die Erarbeitung eines Patientenratgebers mit dem Titel „Sicher im Krankenhaus – Ein Ratgeber für Patienten“ gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse Hessen, dem Aktionsbündnis Patientensicherheit, dem Institut für Patientensicherheit (APS) am Universitätsklinikum Bonn und drei hessischen Krankenhäusern - Klinikum Fulda, Ketteler Krankenhaus Offenbach und Asklepios Paulinen-Klinik Wiesbaden. Die Broschüre informiert Patienten und Angehörige darüber, was  Krankenhäuser für die Sicherheit ihrer Patienten tun, aber auch wie Patienten zu ihrer Sicherheit in der Klinik beitragen können. 
     
  • Unterstützung der Informationskampagne „Keine Keime“, an der sich alle hessischen Plan-Krankenhäuser beteiligen können. 

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration förderte so z.B. im vergangenen Jahr die Beschaffung eines sog. „Startpaketes“ für die Hessischen Krankenhäuser, die sich die öffentlichkeitswirksamen Materialien bei einer Agentur bestellen konnten. So haben diese einheitlichen Materialien in vielen Hessischen Krankenhäuser Einzug gehalten, deren Erstellung von namhaften Experten begleitet wurde.

Als weitere Aktivitäten im Zusammenhang mit Qualitätssicherung und Patientensicherheit sind u.a. zu nennen:

  • Hessen ist kontinuierlicher Vertreter der Länder in der Steuerungsgruppe des Nationalen Aktionsbündnisses für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE) beim Bundesministerium für Gesundheit in Berlin. 
  • Im Plenum, im Unterausschuss Qualitätssicherung und in Arbeitsgruppen des Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) nimmt Hessen als Vertreter der Länder mitberatend teil.
  • Als erstes Flächenland ist Hessen im Jahr 2014 dem Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) beigetreten. Das APS setzt sich seit über 10 Jahren für die Stärkung der Patientensicherheit in Deutschland ein.

Im Kooperationsverbund Gesundheitsziele.de ist Hessen in der AG „Patientensicherheit“ vertreten.