Sommerhitze

Verhaltenstipps und hessisches Hitzewarnsystem

Raus aus dem Haus

Der Sommer lädt zu vielfältigen Aktivitäten im Freien geradezu ein, etwa zu Ausflügen mit dem Rad oder Wanderungen durch die Natur, zu gemütlichen Grillabenden – oder auch zu einem Abstecher an einen der zahlreichen Badeseen in Hessen. Diese verfügen nahezu alle über eine hervorragende Wasserqualität (siehe Hessische Badeseen). Die zuständigen Gesundheitsämter sowie das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie kontrollieren die Seen regelmäßig auf Verunreinigungen und etwa die Vermehrung von Blaualgen – für ein ungetrübtes Badevergnügen. Hohe Temperaturen können dem menschlichen Organismus jedoch ernsthaft zu schaffen machen. Dies gilt nicht für jeden gleichermaßen. Gerade Kinder, gesundheitlich geschwächte und ältere Menschen sollten sich bei allen sommerlichen Aktivitäten im Freien unbedingt vor Hitze schützen.

Nützliche Tipps für heiße Sommertage:

  • Besonders bei gefährdeten Personen, wie älteren und pflegebedürftigen Menschen, Schwangeren aber auch Säuglingen und Kleinkindern, erfordert Hitze ein angepasstes Verhalten.
  • Trinken Sie ausreichend kühle, aber nicht eiskalte Getränke. Als Faustregel gilt grundsätzlich: mindestens zwei Liter täglich, am besten Wasser. Alkohol, Kaffee und stark gezuckerte Getränke sollte man dagegen meiden.
  • Halten Sie tagsüber Ihre Fenster geschlossen und lüften Sie am besten am frühen Morgen, spätabends oder nachts.
  • Gerade in der Mittagshitze sollten Sie nicht ins Freie gehen und körperlich anstrengende Aktivitäten vermeiden.
  • Halten Sie sich grundsätzlich auch in den heißen Nachmittagsstunden im Schatten auf und vermeiden Sie die pralle Sonne.
  • Essen Sie leichte Kost: z.B. Salate, Obst und Gemüse.
  • Das Tragen weiter Kleidung und einer Kopfbedeckung bietet einen zusätzlichen Schutz.
  • Verlegen Sie Ihre Aktivitäten in die Abendstunden, wenn die Temperaturen etwas gesunken sind.
  • Lassen Sie Kinder und Haustiere nicht im geschlossenen, abgestellten Auto.

Wenn für Sie ungewöhnliche Gesundheitsprobleme auftreten, kontaktieren Sie einen Arzt.

Hessisches Hitzewarnsystem

Gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst und der Gesundheitsabteilung im damaligen Hessischen Sozialministerium wurde 2004 in Hessen erstmals ein Hitze-Warnsystem eingeführt, um ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen in Einrichtungen vor Schäden durch Hitzeeinwirkung zu schützen. Durch das Hessische Hitzewarnsystem ist sichergestellt, dass insbesondere die Alten- und Pflegeheime, die Heime für Menschen mit Behinderungen sowie die Krankenhäuser tagesaktuell vom Deutschen Wetterdienst über gegenwärtige und bevorstehende Wärmebelastungen informiert werden. Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht die Hitzewarnungen für ein Bundesland oder einen Landkreis über einen Newsletter. Interessierte können den Newsletter direkt beim Deutschen Wetterdienst unter folgender Adresse abonnieren: www.dwd.de/newsletter. Nutzer von Smartphones können Hitzewarnungen auch als App beziehen.

Das Hessische Hitzewarnsystem besteht aus zwei Warnstufen. Die Stufe 1 warnt vor einer starken Wärmebelastung und wird bei einer gefühlten Temperatur von über 32°C erreicht. Eine extreme Wärmebelastung (Warnstufe 2) liegt vor, wenn die gefühlte Temperatur 38°C übersteigt oder Warnstufe 1 an vier aufeinander folgenden Tagen andauert. Die Anzahl der Tage mit starker Wärmebelastung ist in den Warnmeldungen des Deutschen Wetterdienstes genannt.
Neu ab 2017: Ältere und pflegebedürftige Menschen werden im Warntext des Deutschen Wetterdienstes dann ergänzend und gezielt angesprochen, wenn die gefühlte Temperatur 36°C übersteigt. Für diese Menschen stellt die Hitze bereits oberhalb dieses Schwellenwerts eine extreme Belastung dar. Der Deutsche Wetterdienst weist zudem darauf hin, dass in Stadtgebieten aufgrund verringerter nächtlicher Abkühlung eine zusätzliche Wärmebelastung auftreten kann.

Zur generellen Einschätzung der Wettersituation in Bezug auf die Hitzebelastungen gibt der Deutsche Wetterdienst außerdem kreisbezogene Hitzevorinformationen für die kommenden fünf Tage bekannt. Somit können sich die betroffenen Einrichtungen und Institutionen auf zu erwartende Wärmebelastungen einstellen und entsprechende Vorkehrungen und Schutzmaßnahmen einplanen.

Weiterführende Informationen

Weitere Hinweise sind auf den Internetseiten des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (www.hlnug.de), des Umweltbundesamtes (www.uba.de) und des Deutschen Wetterdienstes (www.dwd.de) zu finden.