Hessischer Gesundheitspakt 2.0

Gemeinsame Vereinbarung zur gesundheitlichen Versorgung in Hessen

Hessen verfügt über eine gute ärztliche Versorgung. Es zeigen sich jedoch Entwicklungen, die die bestehenden Versorgungsstrukturen mittel- bis langfristig verändern – insbesondere in ländlichen Regionen. Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration hat daher am 23. März 2015 gemeinsam mit den Akteuren des hessischen Gesundheitswesens ein umfangreiches Maßnahmenbündel vereinbart. Partner dieser Vereinbarung sind:

  • Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
  • Kassenärztliche Vereinigung Hessen
  • Landesärztekammer Hessen
  • Junge Hessische Allgemeinmedizin (HESA)
  • Hessischen Krankenhausgesellschaft e.V.
  • Landesapothekerkammer
  • Hessischer Apothekerverband
  • Liga der Freien Wohlfahrtspflege
  • bpa-Landesgruppe Hessen
  • Landesverbände der Krankenkassen und Ersatzkassen in Hessen
  • Kommunale Spitzenverbände
  • Fachbereiche für Allgemeinmedizin der Universitäten Frankfurt am Main und Marburg

Im Wesentlichen wurden folgende Maßnahmen vereinbart:

Zur Stärkung der Allgemeinmedizin

Nachwuchskampagne der KV Hessen: Im Rahmen dieser Kampagne informiert und unterstützt die KV Hessen seit 2013 gezielt Medizin-Studierende der hessischen Universitäten. Im Studium und beim Berufseinstieg. Nähere Informationen finden Sie hier www.arzt-in-hessen.de/

Förderung der Famulatur

Das Land unterstützt Medizin Studierende für die Zeit der Famulatur in einer hessischen Landarztpraxis mit bis zu 595 Euro monatlich finanziell. Nähere Informationen finden Sie hier

Förderung des Wahl-Tertial im Praktischen Jahr

Ergänzend fördert die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KV) das Wahl-Tertial im Praktischen Jahr in einer akademischen Lehrpraxis ebenfalls mit bis zu 595 Euro monatlich bzw. mit 2.400 Euro für die Dauer des Wahl-Tertials. Nähere Informationen finden Sie hier

Weiterbildung in der Allgemeinmedizin

Zur Stärkung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin wurden bundesweit erstmalig an den hessischen Universitäten Frankfurt und Marburg Kompetenzzentren eingerichtet. Sie werden vom Land mit 250.000 Euro jährlich gefördert, um regionale Weiterbildungsverbünde zu unterstützen und für Interessierte Weiterbildungsplätze zu vermitteln. Informieren Sie sich bitte weiter auf den Internetseiten der Kompetenzzentren und der KV Hessen:

Zur Stärkung der ambulanten ärztlichen Versorgung in ländlichen Regionen

Ansiedlungsförderung in (Fach-)Gebieten mit einem besonderen Versorgungsbedarf

Um die Anfangsjahre in der eigenen Praxis zu erleichtern, erhalten Ärztinnen und Ärzte bei Übernahme/Neugründung einer Arztpraxis in einem Gebiet mit einem regionalen Versorgungsbedarf bis maximal 66.000 Euro (bei Vollzulassung), auszahlbar in fünf Jahrestranchen à 13.200 Euro. Alternativ können Ärzte die Fördersumme auch als Einmalbetrag in Höhe von max. 60.000 Euro zur Finanzierung hoher Anfangsinvestitionen erhalten. Im Fall einer Teilzulassung erfolgt die Förderung entsprechend anteilig. Ansprechpartner für interessierte Ärzte sind die BeratungsCenter der KV Hessen. Die Kontaktdaten finden Sie unter dem angegebenen. Die Kontaktdaten finden Sie unter dem angegebenen Link.

Honorarumsatzgarantien

Die Honorarumsatzgarantie soll neben der Ansiedlungsförderung einen weiteren Anreiz setzen, in einem Gebiet mit regionalem Versorgungsbedarf eine Vertragsarztpraxis zu gründen und aufzubauen. Die Maßnahme soll im Rahmen der Gründung der Vertragsarztpraxis zu mehr Planungssicherheit beitragen. Gewährt wird ein Zuschuss zum Honorar, der sich an den durchschnittlichen Honorarumsätzen der relevanten Fachgruppe orientiert. Nähere Informationen finden Sie hier

Übernahme Kinderbetreuungskosten

Häufig fällt die Phase der Familienplanung mit der der beruflichen Planung oder der ersten Einstiegs zusammen. Viele Ärztinnen sehen sich gezwungen, die beruflichen Pläne erst einmal zurück zu stellen. Hier setzt das Angebot für Vertragsärztinnen und -ärzte an, sich ab dem 1. Lebensjahr des Kindes für einen Zeitraum von maximal drei Jahren, die Kosten für die Kinderbetreuung (Kita, Hort, Kindergartenbesuch, Tagesmutter) in Höhe der tatsächlich anfallenden, nachzuweisenden Kosten, maximal jedoch bis zu einem Betrag von 400 Euro
pro Monat, erstatten zu lassen. Nähere Informationen finden Sie hier

Erstattung von Umzugskosten

Ärztinnen und Ärzte, die eine vertragsärztliche Tätigkeit in Hessen in einem förderungsfähigen Gebiet aufnehmen wollen und zu diesem Zwecke in die Region umziehen, können einen Umzugskostenzuschuss von bis zu 10.000 Euro erhalten. Nähere Informationen finden Sie hier

Förderung eines verzögerten Praxisausstiegs

Die Maßnahme dient dazu, in einem förderungsfähigen Planungsbereich die altersbedingte Beendigung der vertragsärztlichen Tätigkeit durch Zulassungsverzicht und Praxisaufgabe von Vertragsärzten, die das 65. Lebensjahr vollendet haben, zu verzögern. So kann die vertragsärztliche Versorgung übergangsweise im Rahmen der bestehenden Strukturen aufrechterhalten
werden. Nähere Informationen finden Sie hier

Förderung ehrenamtlicher Pendel- und Begleitdienste

Gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden hat sich das Land Hessen darauf verständigt, Qualifizierungsmaßnahmen für Personen anzubieten, die einen Mobilitätsdienst gründen und aufbauen wollen. Zudem sollen die Mobilitätsdienste durch die Kommunen in Abstimmung mit der Ärzteschaft Hilfestellung bei der Terminvergabe und Einteilung der verfügbaren Fahrer erhalten. Näheres erfahren Sie bei den Ansprechpartnern in den Landkreisen und kreisfreien Städten.