Krankenhauswesen

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Krankenhaus
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Die Krankenhäuser in Hessen sind ein zentraler Baustein der Gesundheitsversorgung. Diese erledigen ihre Aufgaben grundsätzlich eigenverantwortlich und genießen ein hohes Maß an Handlungs- und Entscheidungsfreiheit. Allerdings greift das Land Hessen in zwei wichtigen Fragen in die Entwicklung der Krankenhäuser ein.

Krankenhausplanung

Zum einen ist es die Aufgabe des Landes Hessen, eine Krankenhausplanung vorzunehmen. Diese Planung dient dazu, die bedarfs-, qualitäts- und patientengerechte Versorgung in ganz Hessen sicherzustellen. Ziel dieser Planung ist es, dass in Notfällen sichergestellt ist, dass den Patientinnen und Patienten innerhalb von einer Stunde nach dem Unfall oder der Verletzung geholfen werden kann. Dazu arbeiten die Krankenhäuser eng mit dem Rettungsdienst zusammen und die Hilfsfrist des Rettungsdienstes von zehn Minuten sowie die Vorgabe, dass der Weg zum nächsten Krankenhaus höchstens 30 Minuten betragen soll, sind eng aufeinander abgestimmt. Um eine flächendeckende Krankenhausversorgung sicherzustellen, hat das Land Hessen die Krankenhaussicherstellungszuschlag-Verordnung erlassen, die Krankenhäusern im ländlichen Raum die Möglichkeit eröffnet, einen Ausgleich für ihre lagebedingten Aufwände zu erhalten.

Die Planung des Landes Hessen besteht im Wesentlichen aus der Erteilung von Versorgungsaufträgen: Die Krankenhäuser erhalten einen Versorgungsauftrag für ein Fachgebiet wie zum Beispiel innere Medizin, und entscheiden eigenständig, welche Kapazität sie für ihre Patientinnen und Patienten benötigen.

Der neue Krankenhausplan 2020

Am 1.7.2020 hat die Hessische Landesregierung den neuen Krankenhausplan 2020 beschlossen. Mit dem neuen Krankenhausplan setzt das Land Hessen zentrale politische Ziele um:

  • Er nimmt das seit dem 27. September 2018 im Hessischen Krankenhausgesetzes (HKHG) verankerte Ziel der Patientengerechtigkeit auf und setzt es in der Krankenhausplanung um. Damit wird auch in der Krankenhausplanung deutlich, dass die Patientinnen und Patienten im Zentrum der stationären Versorgung stehen.
  • Im neuen Krankenhausplan erhält das Kriterium der qualitativ hochwertigen Versorgung einen wesentlich höheren Stellenwert. Zukünftig steht die qualitativ hochwertige Versorgung im Zentrum aller krankenhausplanerischen Entscheidungen. Inhaltlich orientiert sich der Krankenhausplan eng an den vom gemeinsamen Bundesauschuss beschlossenen planungsrelevanten Indikatoren und den weiteren Vorgaben des Bundes, etwa zum Notfallstufenkonzept. Damit wird sichergestellt, dass sowohl die bundes- wie auch die landesrechtlichen Vorgaben zu einem einheitlichen Qualitätsparadigma zusammengefasst werden.
  • Einen weiteren Schwerpunkt des Krankenhausplans bildet die sektorenübergreifene Versorgung. Um ihren Stellenwert zu stärken, nimmt der Krankenhausplan jetzt Bezug auf das Gremium nach § 90 SGB V und die regionalen Gesundheitskonferenzen und regelt auch praktische Aspekte der sektorenübergreifenden Versorgung wie zum Beispiel die Belegabteilungen in Krankenhäusern.
  • Darüber hinaus gilt das Augenmerk des Krankenhausplans der flächendeckenden Versorgung. Das Ziel der Versorgung aller Bewohnerinnen und Bewohner des Landes Hessen ist vor allem im Rahmen der Notfallversorgung von zentraler Bedeutung. Daher wird im Krankenhausplan
  • 2020 deutlich herausgearbeitet, dass die Hilfsfrist des Hessischen Rettungsdienstgesetzes in Kombination mit den Erreichbarkeitsvorgaben des Krankenhausplans letztlich dazu dient, die Versorgung in der Fläche zu sichern und die Zeit mit nur begrenzter medizinischer Versorgung möglichst kurz zu halten.
  • Eine hohe Bedeutung innerhalb des Krankenhausplans genießt auch das Thema demographischer Wandel. Dieses konzentriert sich dabei zum einen auf die Versorgung der älter werdenden Bevölkerung, sodass die geriatrische Versorgung, aber auch das Thema der flächendeckenden Versorgung, stärker in den Fokus genommen wird.

Sonderkapitel zu COVID-19

Mit COVID-19 ist im Jahr 2020 ein neues Krankheitsbild aufgetreten, dass Hessen und die Welt in Atem hält. Um eine gute und hochwertige Versorgung aller Patientinnen und Patienten sicherzustellen, hat sich Hessen dazu entschlossen, in einem regionalisierten und zeitlich gestaffelten Konzept Behandlungskapazitäten speziell für COVID-19 Patientinnen und -Patienten vorzuhalten. Konkret heißt dies, dass sich dafür geeignete Krankenhäuser auf die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit COVID-19 vorbereiten und für diese Betten bereithalten. Von den rechnerisch notwendigen Betten wird aber nur ein Teil ständig freigehalten. Die meisten dieser Betten müssen erst in einem Zeitfenster zwischen 24 Stunden und einer Woche betriebsbereit sein. Das Konzept ist zusätzlich regional differenziert. Das heißt, je nach Situation können in einzelnen Regionen bereits zusätzliche Betten für COVID-19 Patientinnen und -Patienten bereitgestellt werden, während in anderen Regionen die normale Krankenhausversorgung im Fokus steht. Das Sonderkapitel unterstützt damit die Herangehensweise, die Beeinträchtigung des allgemeinen Lebens möglichst zu reduzieren.

Krankenhausfinanzierung

Zum anderen ist es Aufgabe des Landes Hessen, den Krankenhäusern die notwendigen Investitionsmittel zur Verfügung zu stellen. Dabei erfolgt in Hessen die Auszahlung als Pauschale. Dies erhöht den Gestaltungsspielraum der einzelnen Krankenhäuser und macht es möglich, dass Krankenhausverbünde ihre Fördermittel bündeln und damit Schwerpunkte setzen. Über die Höhe der Pauschale wird jährlich im Rahmen des Haushaltsplans des Landes entscheiden.

Die Durchführung der Krankenhausförderung

Die Aufgabe der Durchführung der Förderprogramme zur Krankenhausfinanzierung des Landes wird durch die Wirtschaft- und Infrastrukturbank Hessen wahrgenommen.

Kontakt:
Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen Strahlenbergerstraße 11
63067 Offenbach

Bei verwaltungstechnischen Fragen
Telefon: 069 / 91325321 oder 069 / 91323275

Bei baufachlichen Fragen
Telefon: 069 / 91325328

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