Soforthilfe für Vereine

Förderprogramm zur „Weiterführung der Vereins- und Kulturarbeit“

Ministerpräsident Volker Bouffier: „Wir setzen alles daran, unsere gewachsene Vereins- und Kulturlandschaft zu erhalten.“

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Kinder beim Fußball
© matimix / Fotolia.com

Das Land Hessen fördert mit dem Programm „Weiterführung der Vereins- und Kulturarbeit“ die Vereins- und Kulturlandschaft, um die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern. 41.000 gemeinnützige Vereine in Hessen können von diesem Programm profitieren. Je nach Situation können bis zu 10.000 Euro finanzielle Unterstützung beantragt werden. 

Die finanziellen Auswirkungen der Corona-Virus-Pandemie auf gemeinnützige Vereine sind teilweise erheblich und können schnell existenzbedrohend werden, weil Vereine aufgrund des Vereins- und Steuerrechts nicht wie etwa Kapitalgesellschaften Rücklagen bilden, auf die sie in Krisenzeiten zurückgreifen können. Das Programm dient zur Abwendung dieser pandemiebedingten existenzbedrohlichen Engpässe im ideellen Bereich, das heißt es geht hier um die klassische Vereinsarbeit.

Laut der entsprechenden Richtlinie können Mittel beantragt werden, beispielsweise für

  • Nachwuchsarbeit
  • Mieten / Betriebskosten (Wasser, Strom, weitere Nebenkosten)
  • Instandhaltungen
  • Kosten für bereits in Auftrag gegebene und durch die Pandemie abgesagten Projekte (Storno- und Reisekosten, Ausfallhonorare, Werbung, Sachkosten o.ä.)

Diese Mittel können ab 1. Mai 2020 beim fachlich zuständigen Ministerium beantragt werden. Der Antrag ist online abrufbar. Dabei ist zu beachten, dass finanzielle Notlagen, die bereits vor dem 11. März bestanden haben, davon nicht abgedeckt werden.

Wie bereits vor wenigen Tagen klargestellt, können Sport- und Kulturvereine sowie Organisationen mit dauerhaftem wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb unabhängig vom Förderprogramm zur „Weiterführung der Vereins- und Kulturarbeit“ das Soforthilfeprogramm für kleine Unternehmen von Landes- und Bundesregierung in Anspruch nehmen. Auch von den Regelungen zum Kurzarbeitergeld können diese profitieren, wenn ihnen in diesem Bereich eine existenzbedrohende Liquiditätslücke entsteht.

Welche gemeinnützigen Vereine, Initiativen, Organisationen können sich an das Sozial- und Integrationsministerium wenden?

Bereich Antidiskriminierung

  • Vereine der Antidiskriminierungsarbeit
  • Vereine der LSBT*IQ-Selbstvertretung

Bereich Arbeit

  • Vereine die in Rahmen der Erwachsenenbildung im Sinne des Hessischen Bildungsurlaubsgesetzes im Bereich der politischen Bildung, der beruflichen Weiterbildung oder im Bereich der Schulung zur Wahrnehmung eines Ehrenamtes tätig sind. 

Bereich Asyl

  • Unterstützung der freiwilligen Rückkehr
  • Unterstützung im Bereich der Erstaufnahme
  • Unterstützung der Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtungen

Bereich Familie

  • Dach- und Fachverbände der Kindertagesbetreuung
  • Vereine, die Angebote der (außerschulischen) Kinder- und Jugendbildung, -förderung und -freizeitgestaltung vorhalten
  • freie gemeinnützige Träger der Kinder- und Jugendhilfe, Familienzentren, Mütterzentren, Mehrgenerationenhäuser, Familienbildungsstätten und Familienverbände
  • Vereine zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt 

Bereich Gesundheit

  • Suchthilfe
  • Suchtselbsthilfe
  • Suchtprävention
  • HIV-infizierte Menschen
  • Weibliche Genitalverstümmelung
  • Kinder- und Jugendzahnpflege
  • Krebsprävention
  • Diabetesselbsthilfe
  • Gesundheitsförderung und Prävention
  • Rettungswesen
  • Vereine, die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung nach dem SchKG anbieten

Bereich Integration

  • Migrantenvereine
  • Kultur- und Bildungsvereine
  • Kirchliche Verbände
  • Vereine für Jugendsozialarbeit, Kinder und Familien
  • Freie Wohlfahrtspflege
  • Träger von niedrigschwelliger und alltagsorientierter Sprachförderung für Erwachsene
  • Förderung der Jugendpflege
  • Förderung von binationalen Familien und Partnerschaften
  • Bildung und Menschenrechtserziehung
  • Selbsthilfeorganisationen von Minderheiten
  • Erziehungsbewegung

Bereich Soziales

  • Verbände und Interessenvertretungen von Menschen mit Behinderungen und chronisch kranker Menschen
  • Selbsthilfegruppen
  • Antiziganismus
  • Internatsunterbringung von deutschen und litauischen Schülern, Erziehung im europäischen Geiste zu selbständigem Arbeiten, Lernen, selbstkritischer Einsicht und Urteilsfähigkeit.

2. Antragsverfahren

Die Billigkeitsleistung wird auf Antrag beim jeweils fachlich zuständigen Ministerium beantragt. Dieser ist vom Vorstand des Vereins nach § 26 BGB bzw. von der Geschäftsführung der Einrichtung zu unterzeichnen und digital über das Postfach corona-vereinshilfe@hsm.hessen.de einzureichen. Eine gesonderte postalische Zusendung ist nicht notwendig. Anträge können in Ausnahmefällen auch postalisch an das zuständige Ministerium übersandt werden.

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