Schulgesundheitsfachkräfte

artikelbild_schulgesundheit.jpg

Artikelbild Schulgesundheit
© ThinkstockPhotos

Modellprojekt "Schulgesundheitsfachkräfte"

Mit dem Modellprojekt wollen die Länder Hessen und Brandenburg in Zusammenarbeit mit der AOK gemeinsam die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler im Setting Schule stärken und die Bildungschancen für alle erhöhen. Die schuleigene Pflegekraft (School (Health) Nurse) hat in vielen Ländern eine lange Tradition. In den USA und Großbritannien gibt es bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts School Nurses. Schulen in freier Trägerschaft haben auch hierzulande schon vor Jahren den Bedarf an schuleigenen Pflegekräften erkannt und vereinzelt Stellen geschaffen. Die Länder Hessen und Brandenburg möchten nun den Einsatz von Schulgesundheitsfachkräften an öffentlichen Schulen in beiden Bundesländern erproben. Das Projekt wird zunächst für zwei Jahre an zehn allgemeinbildenden Schulen in Hessen und Brandenburg umgesetzt werden. Hessens größte Krankenkasse, die AOK, übernimmt dabei rund 90 Prozent der Gesamtprojektkosten.

Machbarkeitsstudie

Der AWO Bezirksverband Potsdam e.V. (Projektträger in Brandenburg) und die für Bildung und Gesundheit zuständigen Ministerin in Brandenburg haben im Rahmen einer Machbarkeitsstudie festgestellt, dass und wie das Konzept der „school nurse“ auf Deutschland übertragbar ist. Die Machbarkeitsstudie lieferte die Grundlage für die Projektkonzeption des Modellprojekts (Machbarkeitsstudie zum Innovationskonzept Schulpflegekräfte an Schulen in öffentlicher Hand im Land Brandenburg, Herausgeber AWO Bezirksverband Potsdam e.V., http://www.awo-potsdam.de/files/data/pdf/Machbarkeitsstudie-Schulpflegek...)

Ziele des Modellvorhabens

Mit dem Modellprojekt soll die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler gestärkt und die gesundheitliche Chancenungleichheit reduziert werden. Denn Daten der HBSC-Studie zeigen einen großen Handlungsbedarf um das Wohlbefinden von Jungen und Mädchen weiter aufrecht zu erhalten (HBSC-Team, 2011). Untersuchungen des RKI zur Bedeutung des sozialen Status für ein gesundes Aufwachsen zeigen zudem auf, dass Kinder und Jugendliche aus der niedrigen Statusgruppe ein erhöhtes Risiko für einen beeinträchtigten allgemeinen Gesundheitszustand und für psychische Auffälligkeiten haben (RKI, 2015).

Daher verfolgt das Projekt folgende Ziele:

  • Verbessertes Gesundheitsverhalten bei SchülerInnen und Schulpersonal
  • Etablierung eines gesundheitsbewussten Schulklimas
  • Verbesserung der Lernvoraussetzungen für gesundheitlich und/oder sozial belastete SchülerInnen
  • Bessere Integration chronisch kranker SchülerInnen
  • Reduktion von Fehlzeiten von SchülerInnen und Schulpersonal
  • Entlastung des Schulpersonals

Qualifikation und Aufgaben der Schulgesundheitsfachkraft

Die Schulgesundheitsfachkräfte verfügen über eine Ausbildung zur examinierten Gesundheits- und Krankenpflegekraft sowie über mindestens 3 Jahre Berufserfahrung. Die Qualifizierung zur Schulgesundheitsfachkraft erfolgt im Vorfeld und berufsbegleitend während des Einsatzes.

Aufgaben

  • Gewährleistung einer Akutversorgung von erkrankten und verletzten Personen auf dem Schulgelände
  • Unterstützung bei der Früherkennung von möglichen gesundheitlichen Entwicklungsstörungen
  • Unterstützung der Lehrkräfte bei unterrichtsbegleitenden, bereits bewährten und qualitätsgesicherten Präventionsprojekten
  • Optimierung der gesundheitlichen Kompetenz von Lehrkräften, Eltern und Schüler/innen
  • Unterstützung von chronisch Kranken und Kindern mit Beeinträchtigungen sowie von Schülern/innen nach krankheitsbedingter längerer Abwesenheit
  • Ansprech- und Vertrauensperson für Schüler/innen mit gesundheitlichen Auffälligkeiten
  • Interdisziplinäre inner- und außerschulische Zusammenarbeit

Projektträger und Steuerungsgruppe Hessen

Projektträger in Hessen ist die Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. Der Projektträger wird von einer Steuerungsgruppe auf Landesebene fachlich beraten.

Evaluation

Das Modellprojekt wird begleitend evaluiert. Der Projektträger beauftragt eine wissenschaftliche Institution mit der Evaluation des Projektes. Mit der Evaluation soll die Wirkung des Einsatzes der Schulgesundheitsfachkräfte ermittelt werden. Die Evaluationsergebnisse sollen eine belastbare Daten- und Argumentationsgrundlage für zukünftige Entscheidungen schaffen. Zum einen ist es wichtig zu ermitteln, ob die verfolgten Projektziele im Laufe der Projektlaufzeit erreicht werden. Zum anderen dienen die Ergebnisse der weiteren Steuerung sowie der intendierten Weiterführung und Erweiterung des Modells.