Gebärmutterhalskrebs

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HPV-Impfung
© HMSI

Gebärmutterhalskrebs ist in Deutschland die dritthäufigste Krebserkrankung bei Frauen im Alter zwischen 15 und 44 Jahren. Fast 5.000 Frauen erhalten jährlich die Diagnose und rund 1.600 sterben daran. Mehr als 90.000 Frauen müssen zur Entfernung von Krebsvorstufen operiert werden.

Und das, obwohl diese Zahlen viel niedriger sein könnten – sofern die Schutzimpfung mehr wahrgenommen werden würde. Diese kann das Erkrankungsrisiko nämlich entscheidend verringern. In Deutschland haben nur vier von zehn Mädchen diesen wirkungsvollen Schutz. In Hessen nehmen sogar nur 22 % der Frauen diese Chance wahr.

Einen Impfstoff gegen den Auslöser von Krebs zu haben, war lange Zeit nur eine Vision. Diese wurde aber durch den Nobelpreisträger für Medizin, Herrn Prof. Dr. Harald zur Hausen, zur Realität.

Der langjährige Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) identifizierte die HP-Viren-Infektion als Auslöser von Gebärmutterhalskrebs. Die Ständige Impfkommission am RKI empfiehlt die Impfung bei Mädchen im Alter zwischen neun und 14 Jahren; möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr.

In einem Modellprojekt in der Metropolregion Rhein-Neckar wurde zu Beginn des Schuljahres 2015/2016 ein Modellprojekt gestartet, welches dazu beitragen soll, zunächst in der Region – später aber auch in ganz Deutschland – die Impfquoten zu steigern.

Somit sollen Neuerkrankungen verhindert werden, Operationen vermieden und letztendlich auch Leben gerettet werden. Die Metropolregion hat sich zum Ziel gesetzt, durch freiwillige Impftage und detaillierte Aufklärung die Impfquote in den folgenden zehn Jahren zu verdoppeln. An Elternabenden werden informieren niedergelassene Kinder- und Jugendärzte oder Haus- und Frauenärzte ausführlich über die Impfung und stehen für Fragen zur Wirksamkeit und möglichen Nebenwirkungen zur Verfügung.

Erste Erkenntnisse konnten bereits aus dem Modell gewonnen werden. Eine fundierte Aufklärung über Wirksamkeit und Nebenwirkungen steigert die Impfbereitschaft. Die Rückmeldungen von Ärzten, Eltern und Schulleitungen zu den bereits stattgefundenen Impftagen sind sehr positiv. Die zweite Impfperiode hat im Mai/Juni begonnen. Nun werden weitere interessierte Schulen gesucht, welche am Projekt teilnehmen möchten. Eine der in Zukunft teilnehmenden Regionen wird der Schwalm-Eder-Kreis (Nordhessen) sein. Dieses geplante Projekt steht ebenfalls unter der Dachmarke „du bist kostbar“.

Film zur Thema HPV:

Die Initiative wird unter andrem auch von Betroffenen unterstützt. So auch von Sabrina Scherbarth, der Protagonistin des „du bist kostbar“-Films zum Thema HPV.

Sie selbst erkrankte mit nur 34 Jahren an Gebärmutterhalskrebs. Nun berichtet sie in dem Film http://www.du-bist-kostbar.de/filme-schauen/über ihr Schicksal und möchte damit an alle Eltern appellieren, ihre Töchter ebenfalls impfen zu lassen.