Fragen und Antworten zur Organspende

  1. Wer kann Organspender sein?
    Für die Organspende gibt es keine Altersgrenzen, entscheidend ist allein der Gesundheitszustand der Organe. Ob ein Organ transplantiert werden kann, entscheidet letztlich der Arzt, der die Organe transplantiert.
     
  2. Wer kann einen Organspendeausweis ausfüllen?
    Mit 16 Jahren kann jeder selbst einen Organspendeausweis ausfüllen. Einer Organspende widersprechen kann man bereits mit 14 Jahren.
     
  3. Warum ist es wichtig, dass ich eine Entscheidung treffe?
    Liegt im Falle Ihres Todes keine schriftliche Erklärung vor, kann eine belastende Situation für Ihre Angehörigen entstehen. Sie haben einen schweren persönlichen Verlust erlitten und müssen im gleichen Augenblick Ihren mutmaßlichen Willen zur Organspende bedenken. Diese Situation führt häufig dazu, dass Angehörige eine Entnahme von Organen bei einem nahen Verwandten ablehnen.
     
  4. Sollte ich meine Entscheidung mit meinen Familienangehörigen besprechen?
    Es ist unbedingt ratsam, mit Familienangehörigen über das Thema Organspende und die eigene Entscheidung dazu zu sprechen. Denn ein Gespräch mit den Verwandten zu Lebzeiten stellt sicher, dass diese im Falle Ihres Todes Ihre Entscheidung zur Organspende kennen.
     
  5. Kann ich meine Entscheidung zur Organspende ändern?
    Ihr Organspendeausweis bleibt so lange gültig wie Sie es wünschen. Wenn Sie einen Organspendeausweis ausfüllen werden Ihre persönlichen Daten nicht registriert. Sie können Ihre Entscheidung daher jederzeit ändern, indem sie Ihren Ausweis vernichten und einen neuen ausfüllen. von Ihrer geänderten Entscheidung sollten Sie auch Ihre Angehörigen unterrichten.
     
  6. Ist eine Organspende möglich, wenn gleichzeitig eine Patientenverfügung existiert?
    Man kann diese so verfassen, dass die Möglichkeit zur Organspende erhalten bleibt. Um Unsicherheiten und Konflikte zu vermeiden, ist es wichtig, gerade zur Organspende eindeutige Angaben zu machen und die Angehörigen darüber zu informieren. Z.B.: „Komme ich nach ärztlicher Beurteilung bei einem sich abzeichnenden Hirntod als Organspender in Betracht und müssen dafür ärztliche Maßnahmen durchgeführt werden, die ich in meiner Patientenverfügung ausgeschlossen habe, dann geht die von mir erklärte Bereitschaft zur Organspende vor.“
     
  7. Ist sichergestellt, dass alles für mich getan wird – auch wenn ich ein Organspendeausweis habe?
    Ziel aller medizinischen Maßnahmen durch Notärzte, Rettungsteams und Intensivmediziner im Falle eines Unfalls oder einer schweren Erkrankung ist es immer, das Leben des Patienten zu retten. Manchmal kommt die ärztliche Hilfe zu spät, Krankheit oder Unfallfolgen sind zu weit fortgeschritten, der Patient kann nicht mehr gerettet werden. Erst dann stellt sich bei einer kleinen Gruppe von Patienten die Frage einer Organspende. Voraussetzung für eine Organspende ist die Diagnose des unumkehrbaren Hirnfunktionsausfalls. Dieser ist definiert als Zustand der unwiederbringlich erloschenen Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms. Die Diagnose des unumkehrbaren Hirnfunktionsausfalls ist vorerst völlig unabhängig von einer möglichen Organspende. sie wird durchgeführt um sichere Erkenntnisse über den Zustand des Patienten zu gewinnen. Die Ärzte, die diese Diagnose stellen, haben mit der Organentnahme und Transplantation nichts zu tun.
     
  8. Ist sichergestellt, dass meine Organe nicht verkauft werden?
    Der Verkauf von Organen ist strengstens verboten. In Deutschland wird die Organentnahme ausschließlich durch die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) koordiniert und von Eurotransplant an den jeweils nächsten Patienten auf der Warteliste vermittelt.
     
  9. Was muss ich tun, wenn ich im Fall meines Todes Organe spenden will?
    Sie müssen lediglich einen Organspendeausweis ausfüllen. Sie sollten Ihre Angehörigen über Ihre Entscheidung zur Organspende informieren. Sie können Ihre Einwilligung zur Organspende auch in einem formlosen Schreiben festlegen.
     
  10. Welche Organe und welche Gewebe kann ich spenden?
    Auf Ihrem Organspendeausweis können Sie vermerken, ob Sie sich generell zur Organspende und Gewebespende nach Ihrem Tod bereit erklären oder ob Sie bestimmte Organe oder Gewebe von einer Spende ausschließen möchten. Derzeit können gespendet werden:
    Organe: Herz, Lunge, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Darm
    Gewebe: Hornhaut der Augen, Gehörknöchelchen, Herzklappen, Teile der Blutgefäße, Hirnhaut, Knochengewebe, Knorpelgewebe, Sehnen und Haut.
     
  11. Welche Voraussetzungen müssen für eine Organentnahme erfüllt sein?

    Die allgemeine Feststellung des Todes bei Atem- und Herzstillstand kann jede Ärztin und jeder Arzt vornehmen. Voraussetzung für eine Organspende ist jedoch die Diagnose „unumkehrbarer Hirnfunktionsausfall“. Dieser ist definiert als Zustand der unwiederbringlich erloschenen Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms. Er kann beispielsweise als Folge einer Hirnblutung, einer schweren Hirnverletzung oder eines Hirntumors eintreten.
    Die Richtlinie zur Feststellung des unumkehrbaren Hirnfunktionsausfalls (Hirntod) wird gemäß den gesetzlichen Vorgaben durch die Bundesärztekammer erstellt und muss vom Bundesministerium für Gesundheit genehmigt werden.

    Eine „hirntote“ Person kann nicht mehr selbstständig atmen. Ohne maschinelle Beatmung führt der eintretende Sauerstoffmangel unweigerlich zum Herz-Kreislaufstillstand. Durch maschinelle Beatmung und Medikamente kann der Herz-Kreislaufstillstand für eine gewisse Zeit hinaus gezögert werden, damit die Organe weiter durchblutet werden. Unter diesen Bedingungen besteht die Möglichkeit, Organe für eine Transplantation zu entnehmen.

  12. Können Angehörige den Verstorbenen nach der Organentnahme sehen?
    Die Familie kann in der von ihr gewünschten Weise Abschied von dem Verstorbenen nehmen. Nach der Entnahmeoperation wird die Operationswunde mit der gebührenden Sorgfalt verschlossen. Der Leichnam kann aufgebahrt werden und die Bestattung wie gewünscht stattfinden.

Sollten Sie weitere Fragen haben, dann wenden Sie sich an das gebührenfreie Info-Telefon Organspende der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Deutschen Stiftung Organtransplantation:
0800 / 9040400