Hessischer Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt

Mit dem Aktionsplan legt die Hessische Landesregierung erstmals umfangreiche Handlungsempfehlungen vor, um die Lebenssituation der LSBT*IQ Community in den Blick zu nehmen, sie zu verbessern und bestehende Diskriminierungen abzubauen. Mit ihm werden 13 übergeordnete Ziele verfolgt. Diese reichen von der Förderung von Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, über Wertschätzung von Vielfalt in der Landesverwaltung und Vorbeugung von homo- und trans*feindlicher Gewalt bis hin zur Unterstützung bei der Entwicklung von Strukturen, Vernetzung und Austausch sowie „Hilfe zu Selbsthilfe“ (Empowerment). Dabei soll sich der Aktionsplan allen Menschen erschließen, die in Hessen leben – gerade auch denjenigen, die in ihrem Alltag bislang wenige bewusste Berührungspunkte mit LSBT*IQ hatten.

Der Hessische Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt wurde gemeinsam mit den Interessenvertretungen der LSBT*IQ Community erarbeitet. Die Erstellung basiert auf einem breit angelegten Beteiligungsprozess, der die spezifischen Lebenssituationen von LSBT*IQ näher beleuchtet, Vorschläge erarbeitet sowie der Austausch zwischen Zivilgesellschaft und Landesverwaltung gefördert wurde.  Darüber hinaus bekennt sich das Land Hessen zu seiner Vorbildfunktion, die ihm als größtem Arbeitgeber in Hessen zukommt. Auch im Hinblick auf die Vielfaltsdimensionen der sexuellen und geschlechtlichen Identität werden Landesregierung und -verwaltung die in der Charta der Vielfalt eingegangenen Verpflichtungen weiter Schritt für Schritt konsequent umsetzen.

Die finanziellen Mittel, die zur Förderung zivilgesellschaftlicher Projekte für Akzeptanz und Vielfalt zur Verfügung stehen, runden den Aktionsplan ab. Durch die Finanzierung von SCHLAU Hessen, einem Bildungs- und Antidiskriminierungsangebot für Schulklassen, in Höhe von 50.000 Euro werden etwa seit 2015 Jugendliche und junge Erwachsene für die Themenfelder sexuelle und geschlechtliche Vielfalt sensibilisiert und eine Begleitung in der oftmals noch schwierigen Phase des Coming-Out gewährleistet.

In den Jahren 2015 und 2016 standen jeweils 200.000 Euro im Haushaltsplan des Landes Hessen für Projektförderungen zur Verfügung. Damit wurden innovative Projekte unterstützt, die für die Akzeptanz von Menschen mit unterschiedlichen sexuellen und geschlechtlichen Identitäten werben und sich für ein offenes und diskriminierungsfreies Leben aller Menschen in Hessen einsetzen. 2017 wurde dieser Betrag auf 500.000 Euro erhöht und somit mehr als verdoppelt. Damit sollen Kommunen und insbesondere zivilgesellschaftliche Initiativen und Organisationen in ihrem Einsatz für Gleichbehandlung und Akzeptanz von Vielfalt unterstützt werden.