Hessischer Preis für Lesbische Sichtbarkeit 2020

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Glückliches lesbisches Paar macht Selfie im Park
© DisobeyArt / Adobe Stock

Erstmals lobt das Land Hessen einen Preis für lesbische Sichtbarkeit aus. Lesben haben sich in den vergangenen Jahrzehnten auf vielfältige Weise um den gesellschaftlichen Wandel verdient gemacht. Sie haben wichtige Beiträge zur Entwicklung einer inklusiven und anerkennenden Gesellschaft geleistet. Lesben waren und sind tapfere Vorkämpfer*innen in den Frauenbewegungen, engagierte Mitstreiter*innen in der Emanzipation der Homosexuellen, setzten und setzen sich auf unterschiedlichste Weise für die Anerkennung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt ein. Darüber hinaus brachten und bringen sie sich auf vielfältige Weise z. B. in rassismuskritische und postkoloniale Diskurse ein, engagieren sich für die Belange von Menschen mit Behinderungen oder in Umwelt- und Tierrechtsbewegungen.

Lesben sind keine homogene Gruppe. Ihr Einsatz für gerechte Gesellschaften, in denen jede*r die eigene Persönlichkeit frei entfalten kann, ist so vielseitig wie ihre individuellen Hintergründe. Oft bleiben sie als lesbische Frauen* dabei jedoch unsichtbar, erfahren strukturelle Diskriminierungen sowie die De-Thematisierung ihrer Identität(en) und werden unsichtbar gemacht.

Sichtbarkeit bildet jedoch die Grundlage für gesellschaftliche Anerkennung. Das Vorhandensein von Vorbildern und Role-Models ist wichtig. Wichtig sind auch Möglichkeiten, Gleichgesinnte zu treffen, Räume und Strukturen aufzufinden, die lesbische Identitäten nicht in Frage stellen, sondern sie anerkennen und stärken. Sie helfen auch bei Coming-Out-Prozessen. Diese Räume und Strukturen wurden und werden nicht selten unter hohem persönlichen Einsatz erkämpft und aufgebaut.

Das Land Hessen würdigt dieses Engagement für Akzeptanz und Vielfalt und verleiht in 2020 erstmals den Hessischen Preis für Lesbische Sichtbarkeit.

Nominierung

Nominiert werden konnten:

  • Lesben (cis, trans*, nicht-binär),
  • lesbische Gruppen oder Initiativen und
  • Organisationen,

die sich für lesbische Sichtbarkeit und Akzeptanz einsetzen oder eingesetzt haben – dies mit Perspektive der Selbstvertretung und mit Bezug zum Land Hessen. Der Preis kann nicht posthum verliehen werden.

Nominieren kann jede*r. Das schließt z. B. Einzelpersonen, Initiativen, Organisationen und Unternehmen ein.

Bitte begründen Sie Ihre Nominierung möglichst ausführlich. Verwenden Sie dazu bitte das Nominierungsformular aus dem Downloadbereich und übersenden Sie dieses ausgefüllt und unterschrieben entweder postalisch an die angegebene Adresse oder eingescannt an ads@hsm.hessen.de. Bitte halten Sie sich für Rückfragen als Ansprechpartner*in zur Verfügung. Mit den Nominierten wird im weiteren Verfahren anlassbezogen möglicherweise Kontakt aufgenommen.

Frist

Nominierungen wurden bis einschließlich 31.07.2020 angenommen.

Preisverleihung

Der Preis wird am 14.10.2020 in Wiesbaden verliehen, aufgrund der aktuellen Situation in einem kleinen Rahmen. Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert.

Jury

  • Betina Delalic alias DJ Betty Ford, Veranstalterin und Gastronomin
  • Max Helmich, selbstständiger Übersetzer
  • Stephanie Kuhnen, Autorin und Journalistin, Projektleiterin "Lesbisch*Sichtbar.Berlin" des RuT e.V.
  • Dr. Gesa Teichert-Akkermann, Referentin für Gesellschaft, Teilhabe und Antidiskriminierung der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (in Elternzeit)
  • Susanne Stedtfeld, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle am HMSI
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