Engagiert gegen weibliche Genitalverstümmelung

Thema: 
Soziales
10.12.2020Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

Eine neue mehrsprachige FGM-Webseite zur Aufklärung und Information von Betroffenen und Fachkräften ist von pro familia erarbeitet worden und nun online.

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Frauen im Kreis halten ihre Hand in die Mitte
© Atstock Productions / Adobe Stock

Sozial- und Integrationsminister Kai Klose und die Landesgeschäftsführerin von pro familia Hessen, Brigitte Ott, haben anlässlich des Tags der Menschenrechte am 10. Dezember auf die neue Website des Präventions- und Schutzprojekts „Verbesserung von Schutz und Versorgung für Frauen und Mädchen, die in Hessen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen oder bedroht sind“ hingewiesen. „Weibliche Genitalverstümmelung (FGM) ist eine schwere Körperverletzung, die durch nichts zu rechtfertigen ist und in Deutschland ausdrücklich unter Strafe steht. Mädchen und Frauen leiden massiv unter den seelischen und körperlichen Folgen“, betont Kai Klose.

Neue Webseite ist online

Eine neue mehrsprachige FGM-Website zur Aufklärung und Information von Betroffenen und Fachkräften ist von pro familia erarbeitet und nun online. Das Besondere dieser neuen Onlinepräsenz ist ihre Untergliederung in eine „Community-“ und „Fachwebseite“. Dort werden zum einen emotional ansprechende Inhalte auf die Zielgruppe „Betroffene“ zugeschnitten und schnelle Wege zur Hilfe und Begleitung aufgezeigt bzw. an die richtigen Stellen vermittelt. Zum anderen werden Fachkräften sachlich aufbereitete Informationen zum Thema geboten, um sich umfassend und schnell zu informieren. Um möglichst viele Mädchen und Frauen zu erreichen, wird die Webseite nicht nur in Deutsch und Englisch, sondern auch in Somali und Tigrinja angeboten, da Somalia, Äthiopien und Eritrea weltweit die Länder mit der weitesten Verbreitung von FGM sind.

Schutzprojekt seit 2018 gefördert

Seit 2018 fördert die Hessische Landesregierung das Projekt, das Fachkräfte aus dem sozialen, pädagogischen und medizinischen Bereich für das Thema sensibilisiert und qualifiziert, mit jährlich 50.000 Euro. „Durch dieses Projekt wird das Thema im Berufsalltag der Fortbildungsteilnehmer*innen verankert, so dass betroffenen Frauen und Mädchen informiert, reflektiert und verantwortungsvoll begegnet wird“, betont Kai Klose. Neben Fortbildung und Wissensvermittlung für die Fachkräfte sollen Netzwerke geknüpft und  betroffene Mädchen und Frauen durch Empowerment gestärkt werden. Bestehende hessenweite und lokale Initiativen und Netzwerke sind einbezogen, um Synergieeffekte zu erzielen und eine nachhaltige Schutz- und Versorgungsstruktur für Mädchen und Frauen, die von FGM betroffen sind, auszubauen. „Das Rezept für den großen Erfolg der entwickelten Maßnahmen ist das reibungslose, extrem konstruktive Hand-in-Hand-Arbeiten der fachlich sehr erfahrenen Organisationen mit dem etablierten Netzwerk des pro familia Landesverbandes Hessen e.V. sowie das immense Interesse der Fortbildungsteilnehmerinnen und -teilnehmer“, so Brigitte Ott.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecherin: 
Alice Engel
Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
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