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Fachtagung

„Frühe Hilfen – Kooperation Jugendhilfe und Gesundheitswesen 2019"

Thema: 
Familie, Gesundheit
29.05.2019Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

Sozial- und Integrationsminister Kai Klose: „Das Ziel, Familien in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen, erreichen wir am Besten gemeinsam“

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Eine Kinderhand
© monopictures / Fotolia.com

„Wirksame Frühe Hilfen beginnen mit interprofessioneller Zusammenarbeit und der Bildung tragfähiger Netzwerke. Dem daraus entstehenden Potential möchten wir diesen Tag widmen“, so Kai Klose, Hessischer Minister für Soziales und Integration anlässlich der Fachtagung „Frühe Hilfen – Kooperation Jugendhilfe und Gesundheitswesen 2019" am 25. Mai 2019 in Bad Nauheim. Die Veranstaltung stand unter dem Leitthema „Familien, Medizin, Jugendhilfe – Zukunftsmöglichkeiten einer intersektoralen Kooperation in den Frühen Hilfen“.

Kinder- und Jugendhilfe und Gesundheitswesen

„Eine der wichtigsten Aufgaben ist, die Kinder- und Jugendhilfe und das Gesundheitswesen zusammenzubringen. Das Ziel ist, die gemeinsame niedrigschwellige und wohnortnahe Versorgung für Familien“, so Klose weiter. Dafür sei wichtig, dass die medizinische Versorgung und die Frühen Hilfen die jeweiligen Angebote kennen und Informationsaustausch möglich sei. Die vielfältigen Hürden in der Praxis müssten auch benannt werden, um nach Lösungen zu suchen.

Dr. med. Thies Häfner, ärztlicher Leiter der Fachtagung, Obmann FFM – Süd Ost, BVKJ – LV Hessen und Dieter Schulenberg, Geschäftsführer der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAGE e.V.) betonten die Notwendigkeit einer intersektoralen Kooperation. „Das zentrale Thema – nicht nur dieser Veranstaltung – einer zukünftig effektiv gestalteten Politik“, so Herr Dr. Häfner, „wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit sein. Denn nicht nur auf dem Gebiet des Kinderschutzes wird diese Kooperationsform Erfolg haben.“

Einbindung der ambulanten und medizinischen Versorgung

Ziel der überregionalen Fachtagung war es, Möglichkeiten und Chancen einer sektorenübergreifenden und multiprofessionellen Zusammenarbeit aufzuzeigen. In neun Fachforen wurden eine bessere Einbindung der ambulanten und medizinischen Versorgung in die Netzwerke Frühe Hilfen diskutiert. Präsentes Thema war die strukturelle ressourcenorientierte Zusammenarbeit im Kontext des Nationalen Gesundheitszieles „rund um die Geburt“. Wichtigstes Ergebnis des Fachtages war, sich diesem nationalen Gesundheitsziel in Hessen weiter zu stellen und mögliche Umsetzungsstrategien in Kooperation zwischen Gesundheitswesen und den Frühen Hilfen zu entwickeln.

Insgesamt nahmen 260 Akteurinnen und Akteure aus den Bereichen Frühe Hilfen, Medizin, Kinder- und Jugendhilfe und öffentliches Gesundheitswesen aller Regionen Hessens und den angrenzenden Bundesländern an der Tagung teil.

Ergebnisse der Fachforen

Forum

Zentrale Ergebnisse
(1. Durchlauf)

Zentrale Ergebnisse
(2. Durchlauf)

Rund um die Geburt - Nationales Gesundheitsziel

Hessen setzt das Gesundheitsziel durch.

Mutter und Baby im Fokus!

Rund um die Geburt - Vorsorge. Nachsorge. Fürsorge.

Mutter und Kind stehen im Fokus.

Bedarfe erkennen und Vernetzung fördern.

Kommunikation zwischen den politischen Strukturen und Berufsverbänden etablieren.

Frühgeborene und Mehrlingsgeburten

Hilfen schon in der Schwangerschaft planen.

Familie bestimmt den Weg.

Individuelle Hilfen nach Bedarf.

Frühkindliche Entwicklungs- und Regulationsstörungen

Es fehlt nicht an Kooperationswillen sondern an Strukturen die die Kooperation fördern.

Nicht alle Herausforderungen können auf operative Ebene gelöst werden. Es braucht politische Verantwortung.

Psychisch kranke Eltern und interdisziplinäre Zusammenarbeit

Stärkere Verankerung „Mutter-Kind Bindung/Therapie“ bei Politik. Vernetzung Frühe Hilfen mit med. System.

Entstigmatisierung von psych. Erkrankungen damit Hilfe angenommen wird.

Medizinischer Kinderschutz – Übergänge vom Gesundheitswesen zum Kinderschutz

Gute Kooperation Jugend- und Gesundheitswesen.

Eltern als Subjekt in einem Unterstützungssystem.

Gelungene Übergänge Gesundheitswesen und Frühe Hilfen

Gemeinsamer gesetzlicher Auftrag: SGB8 und SGB5.

Es braucht motivierte Menschen mit Vision.

Lotsensysteme Erweiterung der Perspektiven der Fachdisziplinen „Gemeinsames Ziel“

Vernetzung braucht Zeit und einen gesetzlichen Rahmen wo alle sich wieder finden.

Potenziale von kommunalen Gesundheitsstrategien

Frühe Hilfen als Teil einer kommunalen Gesundheitsstrategie.

Frühe Hilfen als Haltung der Unterstützung von Familien bei allen Beteiligten.

Weiterführende Informationen

Beim Aufbau und der Weiterentwicklung von Netzwerken (NW) Frühe Hilfen werden Bund, Länder und Kommunen von der Bundesstiftung Frühe Hilfen mit 51 Millionen Euro unterstützt. Der gesetzliche Auftrag findet sich im Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG). In Hessen gibt es 33 Netzwerke der Frühen Hilfen, um die lokalen Akteure zusammenzubringen, Angebote zu initiieren und die Versorgungsqualität für Familien zu verbessern. Jedes NW Frühe Hilfen in Hessen verfügt über mindestens eine netzwerkkoordinierende Person, deren Aufgabe die strategische und operative Ausgestaltung der Frühen Hilfen ist. In allen hessischen Netzwerken wird im Bereich der Frühen Hilfen eine aufsuchende Familienbegleitung durch ausgebildete Familienhebammen oder Familienkinderkrankenschwestern angeboten. Neben einer jährlichen Förderung der Qualifizierung dieser aufsuchenden Gesundheitsfachberufe, unterstützt die Hessische Landeregierung mit einem begleitenden Landesförderprogramm „Frühe Hilfen, Prävention und Kinderschutz“ den Ausbau, die Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung der Frühen Hilfen.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecherin: 
Alice Engel
Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
+49 611 3219 3408
+49 611 32719 4666
presse@hsm.hessen.de
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