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Stellungnahme

Hessen begrüßt aufgeschlossene Haltung der Bundesdrogenbeauftragten zum Thema Drug-Checking

Thema: 
Gesundheit
13.01.2020Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

Sozial- und Integrationsminister Kai Klose: „Für die hessische Landesregierung ist Drug-Checking eine wichtige und sinnvolle Maßnahme der Gesundheitsvorsorge.“

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Im Labor
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Bisher hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Anträge von Bundesländern abgelehnt, die Drug-Checking im Rahmen von wissenschaftlich begleiteten Modellprojekten durchführen möchten. Dies betrifft auch die Initiative des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration. „Wir begrüßen die Äußerungen der Bundesdrogenbeauftragten Daniela Ludwig, dem Thema jetzt aufgeschlossen zu begegnen. Durch eine Änderung im Betäubungsmittelrecht könnte der Bund den Ländern die Möglichkeit einräumen, durch eine Rechtsverordnung die Voraussetzungen für die Genehmigung von Drug-Checking-Projekten zu regeln“, so Kai Klose, Hessischer Minister für Soziales und Integration. Ein analoges Vorgehen gibt es bereits bei der Einrichtung von Drogenkonsumräumen.

„Drug-Checking ist eine wichtige und sinnvolle Maßnahme der Gesundheitsvorsorge. Im Fokus stehen Party-Drogenkonsumenten und das Ziel ist, Abhängigkeiten und gefährliche Konsumhandlungen zu verhindern sowie die Häufigkeit des Substanzkonsums zu reduzieren“, so Klose. Der Konsum von Partydrogen und neuen psychoaktiven Substanzen (NPS) sei mit vielfältigen Risiken verbunden, zu denen insbesondere die unklare Zusammensetzung der jeweiligen Substanzen, akute gesundheitliche Schäden und längerfristige Auswirkungen wie das Entstehen abhängiger Konsummuster gehören.

„Um bis zur Umsetzung einer Gesetzesänderung praktische Erfahrungen mit dem Arbeitsansatz sammeln zu können, könnte der Bund antragstellenden Ländern die Möglichkeit einräumen, im Rahmen von wissenschaftlich begleiteten Modellprojekten entsprechende Vorhaben schon vorher zu realisieren“, schlägt der Minister vor. Das hessische Konzept „Gesundheitsförderung und Prävention durch Integriertes Drug-Checking“ als Präventionsstudie zu NPS, Nightlife-Szenen und Partydrogen in Hessen ist als ein solches Modellprojekt angelegt.

Hintergrundinformationen

Unter Drug-Checking versteht man die chemische Analyse und Bewertung von Party-Drogen in Verbindung mit einem Aufklärungsgespräch. Mit dieser Vorgehensweise können Konsumentinnen und Konsumenten erreicht werden, die keine klassische Suchtberatung aufsuchen würden. Bewährt hat sich in mehreren europäischen und außereuropäischen Ländern insbesondere das Integrierte Drug-Checking (IDC), bei dem die chemischen Analysen in ein umfangreiches Informations- und Beratungssystem eingebunden sind.

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