Aus dem Landtag

Initiativen zur Armutsbekämpfung

Thema: 
Familie, Soziales
30.01.2020Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

Sozialminister Klose stellt Maßnahmen zum Schutz vor Altersarmut im Landtag vor.

fotolia_36192250_s.jpg

Zwei Hände umgreifen einen Stock
© Wissmann Design / Fotolia

„Die Bekämpfung von Armut, insbesondere von Altersarmut, ist eine der wichtigsten Aufgaben der Sozialpolitik. Überall dort, wo Hessen eigene Möglichkeiten zur Armutsbekämpfung hat, werden sie deshalb genutzt“, betont der hessische Sozial- und Integrationsminister Kai Klose heute im Hessischen Landtag. Ein Vorschlag Hessens ist das Konzept einer „Deutschlandrente“: „Der Anstieg der Altersarmut wird durch die Absenkung des Rentenniveaus begünstigt“, erklärt Klose. „Die Deutschlandrente ist eine staatlich organisierte kapitalgedeckte Altersvorsorge und hat das Zeug, eine standfeste zweite Säule der Altersversorgung zu werden.“

Risiko der Altersarmut muss reduziert werden

Das Risiko der Altersarmut, das besonders Frauen betrifft, müsse laut Klose bereits während der Erwerbstätigkeit reduziert werden. „Gute Löhne und Gehälter sowie durchgehende Erwerbsbiografien sind Voraussetzungen für eine gute Altersversorgung. Und dem steht gerade bei Frauen vieles entgegen“, so der Minister. Vor allem Alleinerziehende, die ganz überwiegend weiblich sind, und ihre Kinder, seien bundes- wie hessenweit deutlich stärker armutsgefährdet als Menschen, die in Partnerschaften oder als Singles leben.

Klose: „Deshalb sind alle Anstrengungen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie nach wie vor wichtig, wenn wir Müttern eine möglichst durchgehende Erwerbsbiografie ermöglichen wollen.“ Der Minister appelliert in diesem Zusammenhang, Väter noch intensiver als Adressaten von Vereinbarkeitspolitik in den Blick zu nehmen.

Beratung und Information

Ein besonders hohes Armutsrisiko im Alter hätten auch Migrantinnen und Migranten, die häufig in gering qualifizierten Bereichen tätig waren und sich keine auskömmliche Altersversorgung erarbeiten konnten. Damit auch ältere Migrantinnen und Migranten Zugang zu Beratungs- und Informationsangeboten bekommen, die sie bei der Wahrnehmung ihrer Rechte unterstützen, beispielsweise was Leistungen der Grundsicherung oder der Gesundheitsversorgung angeht, fordert Klose die flächendeckende interkulturelle Öffnung der Verwaltung.

Zur Armutsbekämpfung gehört es aus Sicht des Ministers auch, prekäre Beschäftigung einzudämmen und die Mindestlöhne weiterzuentwickeln. Hessen setze sich auf Bundesebene deshalb für beides ein. „Mit unserer Fachkräfteoffensive schaffen wir gute Voraussetzungen für möglichst ununterbrochene Erwerbsbiografien. Und wir bauen den sozialen Arbeitsmarkt aus, um Langzeitarbeitslosen, die in besonderem Maße von Altersarmut bedroht sind, den Weg zurück in den ersten Arbeitsmarkt zu erleichtern“, erklärt der Minister.

Gesundheitliche Auswirkungen

Auch gesundheitlich wirke sich Armut stark auf das Leben der Betroffenen aus. Arme Menschen sterben früher als wohlhabende. Sie leiden häufiger an chronischen Krankheiten, an Diabetes oder Krebs und sie erleiden häufiger Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Von Armut betroffene Menschen rauchen häufiger, ernähren sich schlechter, sind häufiger fettleibig und gehen seltener zum Arzt. Um dem entgegenzuwirken, fördert die Hessische Landesregierung die Koordinationsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit und koordiniert und vernetzt die regionalen Angebote zur Gesundheitsförderung. Diese gesundheitliche Aufklärungsarbeit soll vor allem älteren Bürgerinnen und Bürgern zugutekommen.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecherin: 
Alice Engel
Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
+49 611 3219 3408
+49 611 32719 4666
presse@hsm.hessen.de
Schließen