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Fest der Heiligen Barbara

Landsmannschaft der Oberschlesier begeht traditionelles Fest der Bergleute

Landesbeauftragte Ziegler-Raschdorf als Ehrengast bei Barbarafeier

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Landsmannschaft der Oberschlesier begeht traditionelles Fest der Bergleute
24.11.2018: Barbarafeier der Landsmannschaft der Oberschlesier in Darmstadt. Kurt Ulfik, Kreisvorsitzender der Landsmannschaft Oberschlesien in Darmstadt; Landesbeauftragte Margarete Ziegler-Raschdorf; BdV-Kreisvorsitzende Darmstadt-Dieburg Gisela Greiner; Rudi Mohr, BdV-Musik- und Gesangsgruppe Biebesheim-Dornheim.
© Helmut Brandl

Seit Jahrhunderten gilt die Heilige Barbara als Schutzpatronin der Bergleute. In Regionen mit langer Bergbautradition wie in Oberschlesien, wird sie besonders verehrt. Das Fest der Heiligen Barbara wird von den Oberschlesiern traditionell rund um den Barbaratag am 4. Dezember begangen.

In diesem Jahr veranstaltet die Landsmannschaft der Oberschlesier in Hessen zwei zentrale Barbarafeiern in Darmstadt und Kassel. Zu dem von der Kreisgruppe Darmstadt und ihrem Vorsitzenden Kurt Ulfik ausgerichteten festlichen Nachmittag hatte die Landsmannschaft die hessische Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf eingeladen, um die Festrede zu halten. Zahlreich hatten sich Mitglieder und Gäste im adventlich geschmückten Saal eingefunden und freuten sich bei schlesischem Mohn- und Streuselkuchen miteinander ins Gespräch zu kommen.

In ihrer Festrede ging Ziegler-Raschdorf auf die besondere Bedeutung der Heiligen Barbara für Oberschlesien ein, als dessen Schutzheilige sie seit dem 16. Jahrhundert gilt. Aufgrund ihres traurigen Schicksals als Märtyrerin, verbinden die Menschen mit ihr seit Generationen Hoffnung auf Trost in dunklen Stunden und schweren Zeiten. „Und diese mussten gerade die Oberschlesier im 20. Jahrhundert reichlich durchleiden“, erklärte die Landesbeauftragte auch mit Blick auf das Ende des Ersten Weltkriegs vor einhundert Jahren. Dieser habe das Land mit seiner gemischten deutsch-polnischen Bevölkerungsstruktur gespalten. „Während die einen den Anschluss an den wiedererstandenen polnischen Staat anstrebten, wollten die anderen bei Deutschland verbleiben“, führte sie aus. Der tiefe Riss sei mitten durch Wirtschaftsstrukturen, Siedlungen und teilweise sogar durch die Familien gegangen. Schließlich hätten sich die Spannungen mancherorts auch gewaltsam entladen. So sei der Annaberg als Ort schwerer Kämpfe des Jahres 1921 in die Geschichte eingegangen und nach den Vertreibungen infolge des Zweiten Weltkriegs bis heute ein Wallfahrtsort in der verlorenen Heimat geblieben. Die damaligen Verwerfungen spüre sie bei ihrer Arbeit als Landesbeauftragte bis heute, wenn sich Menschen aus Oberschlesien beispielsweise in Fragen der Staatsbürgerschaft oder Passangelegenheiten an sie wenden. „Das 20. Jahrhundert hat mit seinen beiden Weltkriegen gezeigt, welch unermessliches Leid mit Nationalismus und daraus resultierenden Vertreibungen verbunden ist. Unsere Zukunft kann daher nur in einem geeinten Europa der Partner und Freunde gut werden“, zeigte sich Margarete Ziegler-Raschdorf überzeugt. Dialog und gegenseitiges Verständnis seien heute angesichts verschiedener besorgniserregender Entwicklungen in Europa wichtiger denn je. Gerade auch die Oberschlesier könnten hier durch ihre Verbindungen in die alte Heimat zu kulturellem Austausch und stabiler Partnerschaft beitragen. Die Landesbeauftragte überbrachte den Anwesenden die Grüße der Hessischen Landesregierung und dankte den Mitgliedern der Landsmannschaft, ihrer Landesvorsitzenden Monika Mucha und Herrn Kreisvorsitzenden Kurt Ulfik für ihre Arbeit und die erbrachten Leistungen auf dem Gebiet der Kulturpflege. Mit dem Steigerreigen, dem gemeinsamen Singen der Lieder aus den Heimatgebieten und der Verteilung der Barbarazweige endete der stimmungsvolle Nachmittag.

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