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Pflegemedaille des Landes für 15 hessische Bürgerinnen und Bürger

Thema: 
Familie
03.11.2017Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

Sozialminister Stefan Grüttner: „Dank und Anerkennung für hingebungsvollen, unschätzbaren Dienst an der Gesellschaft – Geehrte sind Vorbilder“

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Verleihung der Pflegemedaille des Landes Hessen
Verleihung der Pflegemedaille des Landes Hessen
© HMSI

Wiesbaden. Der Hessische Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner, hat heute bei einem Festakt im Schloss Biebrich an 15 hessische Bürgerinnen und Bürger die Pflegemedaille des Landes Hessen verliehen. Mit der Pflegemedaille des Landes Hessen - eine vom Hessischen Ministerpräsidenten gestiftete Auszeichnung - wird auf den Einsatz pflegender Angehöriger aufmerksam gemacht. „Das Land Hessen will hiermit seinen Dank und seine Anerkennung für herausragendes Wirken von Personen ausdrücken, die über lange Jahre die unentgeltliche Pflege eines nahe stehenden Menschen im persönlichen Umfeld übernommen haben. Die zu Ehrenden haben sich große persönliche Verdienste erworben und einen wesentlichen gesellschaftlichen Beitrag geleistet“, erklärte der Sozialminister.

Die Geehrten stünden stellvertretend für die große Zahl von pflegenden Angehörigen, die sich täglich für ihre Mitmenschen engagieren, lobte Sozialminister Grüttner. Vor dem Hintergrund der Zunahme älterer Menschen müsse insgesamt mit einem wachsenden Hilfebedarf gerechnet werden. Daher sei das Ziel der Seniorenpolitik, den älteren Menschen die im Verlauf des Alterns erforderlichen Hilfen, Dienste und Einrichtungen allgemein erreichbar zur Verfügung zu stellen. „Zur Versorgung einer steigenden Zahl pflegebedürftiger Menschen ist die häusliche Pflege unverzichtbar, denn die Mehrzahl der Seniorinnen und Senioren wünscht sich, möglichst in der vertrauten Umgebung des eigenen Zuhauses alt zu werden. Dies kann meist nur durch das hohe Engagement von Familienangehörigen in der Pflege ermöglicht werden“, so Grüttner.

Nach der Pflegestatistik des Hessischen Statistischen Landesamts ist die Zahl der Pflegebedürftigen in Hessen innerhalb von zwei Jahren um rund 18.453 Personen und damit um neun Prozent gestiegen. Wurden 2013 noch 205.126 Pflegebedürftige gezählt, so hat sich die Zahl auf 223.579 zum Stichtag 15. Dezember 2015 erhöht. 170.644 Pflegebedürftige und damit gut drei Viertel (76,3 Prozent) der Fälle werden zu Hause versorgt. Von diesen 223.579 Pflegebedürftigen wird der Großteil - nämlich 120.156 Menschen - ausschließlich durch Angehörige gepflegt. In 50.488 Fällen sind ambulante Pflegedienste unterstützend im Einsatz. In Pflegeheimen leben 23,7 Prozent der Pflegebedürftigen (52.935).

Das Land Hessen verfüge über sehr gut ausgebaute Hilfenetze und Dienstleistungsangebote. Darauf können Pflegende zurückgreifen, um die individuell erforderliche Unterstützung und Entlastung zu erhalten. „Die Seniorenpolitik im Land Hessen ist grundsätzlich darauf ausgerichtet, ältere und pflegebedürftige Menschen in ihrer eigenständigen Lebensführung zu unterstützen und ihnen dabei zu helfen, die größtmögliche Selbständigkeit wiederzugewinnen, wenn sie z.B. durch gesundheitliche oder soziale Umstände beeinträchtigt oder bedroht ist“, sagte der Sozialminister.

Um pflegende Angehörige zu unterstützen und zu entlasten, sei ein differenziertes und wohnortnahes Angebot an Pflegedienstleistungen erforderlich, das neben ambulanten auch teilstationäre Angebote sowie Beratungsmöglichkeiten umfasst. Auch für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege müssen verstärkt Anstrengungen unternommen werden.

Pflegemedaille des Landes Hessen:

Mit der vom Hessischen Ministerpräsidenten gestifteten Pflegemedaille des Landes Hessen wird der Einsatz pflegender Angehöriger geehrt. Sie wird seit 2004 an Bürgerinnen und Bürger verliehen, die einen pflegebedürftigen, kranken oder behinderten Menschen weitgehend unentgeltlich zu Hause mindestens fünf Jahre gepflegt oder betreut haben.

Mit der Pflegemedaille des Landes Hessen wurden geehrt:

  • Waltraud Bauscher aus Niederdorfelden (Main-Kinzig Kreis): Pflegt seit mehr als 53 Jahren ihren schwerstbehinderten Sohn.
  • Christa Gasteier aus Langgöns (Landkreis Gießen): Pflegte zeitgleich über einen Zeitraum von 17 Jahren mehrere Familienangehörige.
  • Thomas Haase aus Fulda (Fulda): Pflegte mehr als 25 Jahre seine schwerstpflegebedürftige Mutter.
  • Rosemarie Helbach aus Frankfurt am Main: Pflegte zwölf Jahren ihren schwerstbehinderten Ehemann.
  • Jutta Leitner aus Greifenstein (Lahn-Dill-Kreis): Pflegte mehr als 14 Jahre ihre schwer pflegebedürftige Mutter.
  • Erna Liebeck aus Hünfeld (Landkreis Fulda): Pflegt zeitgleich seit 37 Jahren ihren Ehemann und ihren Sohn.
  • Eheleute Elvira und Martin Rößner aus Hünfeld (Landkreis Fulda): Pflegen seit nunmehr 22 Jahren ihren schwerstbehinderte Sohn.
  • Brigitte Schäfer aus Berkatal (Werra-Meißner-Kreis): Pflegt seit nunmehr 42 Jahren ihre schwerstbehinderte Tochter.
  • Eheleute Betina und Edgar Schneider aus Nidda (Wetteraukreis): Pflegen seit nunmehr 33 Jahren ihren schwerstbehinderte Sohn.
  • Marianne Semmler aus Nidda (Wetteraukreis): Pflegte 17 Jahre ihren schwerstbehinderten Ehemann.
  • Ursula Storch aus Schauenburg (Landkreis Kassel): Pflegte fast 30 Jahre ihren schwerstbehinderten Ehemann.
  • Jakob Ferdinand Tripp aus Burgwald (Landkreis Waldeck-Frankenberg): Pflegte 12 Jahre seine schwer behinderte Ehefrau.
  • Carsten Woitas aus Linsengericht (Main-Kinzig-Kreis): Pflegt seit mehr als 19 Jahren seinen schwer behinderten Nachbarn.

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