Sommerreise

Sozialminister Klose zu Besuch beim HLPUG

Im Rahmen seiner Sommerreise besuchte Sozialminister Klose das Hessische Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen.

Das Hessische Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen (HLPUG) hat als Landesoberbehörde eine wesentliche Funktion beim Schutz der hessischen Bevölkerung vor gesundheitlichen Gefahren. Sozial- und Integrationsminister Kai Klose besuchte heute im Rahmen seiner Sommerreise den Standort in Dillenburg. Hier werden beispielsweise im Bereich Infektionsepidemiologie die hessischen Coronazahlen ermittelt und Mücken typisiert und auf enthaltene Erreger untersucht, die Infektionskrankheiten übertragen können.

„Die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen des HLPUG ist ein wichtiger Baustein zur Bekämpfung des Coronavirus in Hessen. Um die Aufgaben der Pandemie zu bewältigen, haben wir hier Sondermittel in Höhe von einer Million Euro zur Verfügung gestellt“, sagte Minister Klose. Mit diesen Mitteln konnte der Laborbereich aufgerüstet, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Ganzgenomsequenzierung weitergebildet, die IT verbessert und das Personal im Laborbereich verstärkt werden. Durch die neue Ausstattung werden in Dillenburg nicht nur PCR-Tests für die Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes, die Polizei oder den Justizvollzug durchgeführt – auch der Öffentliche Gesundheitsdienst beauftragt hier Untersuchungen und nutzt die Laborkapazitäten des HLPUG.

Das Herz der Datenerfassung

Das Büro des Meldewesens ist das Herz der Datenerfassung. Hier fließen alle Daten, die die hessischen Gesundheitsämter an das HLPUG melden zusammen und werden weiter an das RKI geleitet. Noch zu Beginn der Pandemie wurden die Zahlen und Berichte händisch erfasst und erstellt. Mittlerweile sind die Prozesse automatisiert und technisiert. Mit den Zahlen können die täglichen Bulletins, die auf der Website des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration veröffentlicht werden sowie wöchentliche Lageberichte erstellt werden. Erfasst werden nicht nur die Inzidenz, sondern auch andere Kennzahlen wie die Hospitalisierung und Belegung der Intensivstationen. „Mein Besuch vor Ort ist ein ausdrücklicher Dank und eine Unterstützungsgeste für die wichtige Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des HLPUG in Dillenburg, auf deren Grundlage wir seit eineinhalb Jahren unsere Entscheidungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie treffen“, betont Klose.

Einzigartige Datenbank zur Mückenbestimmung

Das HLPUG baut darüber hinaus derzeit eine deutschlandweit einzigartige Datenbank zur Bestimmung verschiedener Mückenspezies auf. Mit einem speziellen Laborgerät können Mücken oder auch nur einzelne Teile der Tiere durch eine Massenspektrometrie analysiert werden. Die erzeugten Spektren können dann mit den in der Datenbank hinterlegten Spektren abgeglichen und dadurch die Spezies bestimmt werden. „Dies ist vor allem bei der Verbreitung tropischer Stechmücken in Hessen ein enormer Fortschritt und ermöglicht eine wesentlich schnellere Bestimmung, als mit einer Mikroskopkamera. Bei dieser Methode muss auch nicht die ganze Mücke vorhanden sein, sondern es langen Teile von ihr“, erläutert der Direktor der HLPUG, Christof Diefenbach.

Analysiert werden Mücken, die das HLPUG in speziellen Mückenfallen fängt. Ein Fokus liegt hier auf der tropischen Tigermücke, die in Deutschland langsam heimisch wird. Sie ist tagaktiv, sehr stechfreudig und kann viele Infektionskrankheiten (mehr als 20 Viren) beherbergen, die heimische Mücken nicht übertragen. In Hessen sind bisher 35 Fallen verteilt. Besonders Altreifen und Pflanzen wie Minibambus, die gerne an Silvester verschenkt werden, sind bei den Tigermücken zur Eiablage beliebt. Durch die steigende Erderhitzung wird die Ansiedlung tropischer Spezies in Hessen wahrscheinlicher.

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