Antidiskriminierung

Verbot von Konversionstherapien

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Antidiskriminierung
03.04.2019Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

Sozial- und Integrationsminister Kai Klose: „Ich freue mich, dass sich weitere Bundesländer an unserer Initiative beteiligen.“

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Regenbogenflagge Gay Pride
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Die hessische Bundesratsinitiative zum Verbot von Konversionstherapien ist ein wichtiger Schritt, um Menschen in ihrer sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität zu stärken. Das betont der Hessische Sozial- und Integrationsminister Kai Klose heute im Landtag: „Ich freue mich, dass der Landtag in seiner breiten Mehrheit unsere Initiative unterstützt und dass sich mit Schleswig-Holstein, Bremen, dem Saarland und Berlin bereits weitere Bundesländer unserer Bundesratsinitiative angeschlossen haben. Es werden täglich mehr“, unterstreicht Klose.

Sexuelle Orientierung ist keine Entscheidung

„Sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität sind Wesensmerkmale des Menschen, keine Entscheidung. Homosexualität ist weder eine Erkrankung noch eine Störung und deshalb auch in keiner Weise behandlungsbedürftig. Im Gegenteil: Konversionstherapien sind auch nach Ansicht psychologischer Fachverbände und der Bundesärztekammer gesundheitsgefährdend. Deshalb wurde im Koalitionsvertrag diese Bundesratsinitiative vereinbart“, so der Minister. Klose versichert: „Eine große Mehrheit der Hessinnen und Hessen geht längst vorurteilsfrei und offen mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt um. Diesen Weg werden wir in den kommenden Jahren weiter beschreiten, so haben wir es konsequent im Regierungsprogramm für die kommenden fünf Jahre festgehalten.

Aufklärungsarbeit als wichtige Schlüsselaufgabe

Es gibt leider nach wie vor Personen, Organisationen und Institutionen, die die Überzeugung vertreten und verbreiten, Homo- oder Bisexualität seien Erkrankungen oder psychische Störungen und sollten mittels „Konversions-“ bzw. „Reparativtherapien“ therapiert werden. Aufklärungsarbeit und gesellschaftliche Akzeptanzförderung sind hier wichtige Schlüsselaufgaben. Eine offene, respektvolle und informierte Gesellschaft sowie ein wertschätzendes Miteinander tragen maßgeblich dazu bei, dass Konversionstherapien die Nachfrage entzogen wird. Neben dieser gesellschaftspolitischen Aufgabe sind auch geeignete Regelungen im Gesundheitssystem zu treffen. „Es ist wichtig, dass das Anbieten, Bewerben und Durchführen von Konversionstherapien wirksam unterbunden und verboten wird,“ so Klose. Der Bundesrat befasst sich voraussichtlich am 12. April mit der hessischen Initiative.

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