Kondolenz

Anlässlich des Todes von Wolfgang Lauinger

Stellungnahme des Bevollmächtigten für Integration und Antidiskriminierung, Staatssekretär Kai Klose, anlässlich des Todes von Wolfgang Lauinger.

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Hände halten eine Kerze
© Creativeye99 / istockphoto.com

In der Nacht zum 20.12.2017 verstarb Wolfgang Lauinger, Träger des Bundesverdienstkreuzes, in Frankfurt am Main. Kai Klose, Staatssekretär und Bevollmächtigter für Integration und Antidiskriminierung erklärte hierzu in Wiesbaden:

„Der Tod Wolfgang Lauingers macht mich tief betroffen. Heute haben wir einen Bürger verloren, der sein eigenes Schicksal zum Anlass nahm, sich bis ins höchste Alter mit aller Kraft für die Rehabilitierung und Entschädigung der Opfer des Unrechtsparagraphen 175 StGB einzusetzen. Er hat unserer Demokratie einen wichtigen Dienst erwiesen.

Es beschämt mich, dass es dem Rechtsstaat trotz des endlich beschlossenen Gesetzes nicht gelungen ist, ihn vor seinem Tod zu rehabilitieren und für seine Untersuchungshaft zu entschädigen.

Zur Person:

Wolfgang Lauinger hat sich in einer Lebensphase, in der viele Menschen sich aus dem öffentlichen Leben zurückziehen, entschieden, seine Biographie öffentlich zu machen. Als sogenannter „Halbjude“ als Swingkid und als schwuler Mann war seine Vita von Jugend an geprägt von Freiheitswillen und Widerstand gegen Konventionen. Wolfgang Lauinger war in der Lage, den Wert von Demokratie und Menschenrechten anhand seines Lebensweges authentisch zu vermitteln. Er legte großen Wert darauf, damit junge Menschen zu erreichen, was ihm in außergewöhnlicher Weise gelang. Für dieses zutiefst demokratische, soziale und pädagogische Engagement erhielt er im Jahr 2008 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Sein persönlicher Mut, seine Widerstandskraft, sein feiner Humor und seine ausgeprägte Menschenfreundlichkeit beeindruckten viele Menschen und auch mich sehr. Es berührt mich, dass unser letztes Zusammentreffen im November am Rande der Ausstellungseröffnung zu den Opfern des ehemaligen § 175 StGB in Hessen stattfand. Ich bin ihm dankbar dass er an dieser Veranstaltung im Hessischen Landtag im Wissen darüber teilnahm, dass sein Antrag auf Rehabilitierung gerade abgelehnt worden war.“

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Pressesprecherin: 
Alice Engel
Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
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