Dritter Hessischer Integrationsmonitor | Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
Integration

Dritter Hessischer Integrationsmonitor

Wiesbaden. Der Hessische Bevollmächtigte für Integration und Antidiskriminierung, Staatsekretär Jo Dreiseitel, stellte heute die Ergebnisse des dritten Hessischen Integrationsmonitors vor. Im neuen Bericht sind die Entwicklungen der Integration noch aussagekräftiger und deutlicher, da ein wesentlich längerer Beobachtungszeitraum – 2005 bis 2013 und teilweise sogar bis 2014 – zugrunde liegt und darüber hinaus landesspezifische Daten ausgewertet wurden. Mit dem Hessischen Integrationsmonitor steht der Hessischen Landesregierung ein wissenschaftlich fundiertes Instrument zur Verfügung, das Einblicke in die verschiedenen integrationspolitischen Handlungsfelder ermöglicht

„Seit 2005 hat sich der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund von 23,5% auf 26,9% erhöht, dies sind fast 1,63 Mio. Menschen. Etwa zwei Drittel davon sind selbst zugewandert, ein Drittel ist hier geboren. Mehr als die Hälfte der Personen mit Migrationshintergrund besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit“, erklärte der Staatssekretär.

Erfreut zeigte sich Dreiseitel darüber, dass die Betreuungsquote von Kindern mit Migrationshintergrund in Kitas deutlich gestiegen und 2014 mit 93,4% sogar höher als bei Kindern ohne Migrationshintergrund (92,8 %) sei. Da der Schulabschluss ein wichtiger Indikator für die Integration sei, konnte ebenfalls positiv festgestellt werden, dass der Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die das Abitur bestehen, in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und im Schuljahr 2013/2014 22,7 % betrug. Zudem sank in den vergangenen Jahren der Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die die Schule ohne Abschluss verlassen. Allerdings sei das Gefälle zwischen Schülerinnen und Schülern ohne und mit Migrationshintergrund immer noch deutlich. Hier bestehe weiterhin Handlungsbedarf. „Unser Ziel ist es, langfristig die Bildungsabschlüsse der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund schrittweise zu verbessern und im Ergebnis denen ohne Migrationshintergrund anzugleichen“, ergänzte der Staatssekretär.

Ein weiterer zentraler Indikator für die Integration in Arbeit stelle die Erwerbstätigenquote von Personen mit Migrationshintergrund als einer der Kernbereiche struktureller Integration dar, der sich ebenfalls im Berichtszeitraum positiv entwickelt habe und knapp über dem Bundesdurchschnitt liegt. Allerdings sei das Armutsrisiko von Personen mit Migrationshintergrund nach wie vor höher als das von Personen ohne Migrationshintergrund. Auch müsse die Erwerbstätigkeit von zugewanderten Frauen erhöht werden, da ihre Erwerbstätigenquote mit nur 58% deutlich unter der der Frauen ohne Migrationshintergrund (72,8%) liege, so Dreiseitel.

„Trotz immer noch bestehender struktureller Ungleichheiten zwischen den Bevölkerungsgruppen mit und ohne Migrationshintergrund zeichnet sich auch im dritten Integrationsmonitor in den meisten integrationspolitischen Themenfeldern eine positive Entwicklung ab. Die im ersten Betrachtungsjahr 2005 festgestellten Unterschiede zwischen der Bevölkerung mit und ohne Migrationshintergrund verringern sich bei den meisten Indikatoren langsam, aber stetig“, fasste Dreiseitel zusammen. „Wir sind also auf dem richtigen Weg. Die weit überwiegende Mehrzahl (96%) aller Personen mit Migrationshintergrund fühlt sich zudem auch wohl in Hessen.“

Aus den Daten des dritten Integrationsmonitors wurden ebenfalls Sprachgebrauch und Sprachkenntnisse von 2013 ausgewertet. Lediglich 8% aller Personen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, verwenden noch hauptsächlich die Heimatsprache. Bereits mehr als die Hälfte spricht überwiegend Deutsch. 2005 hatten noch 22% die Heimatsprache verwendet und lediglich 32% Deutsch gesprochen.

„Um Integrationspolitik nachhaltig planen, entscheiden und gestalten zu können, bedarf es einer fundierten Grundlage. Hessen nimmt hier mit seinen statistischen Auswertungen und den darauf aufbauenden vertiefenden Studien eine Vorreiterrolle nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa ein“, ergänzte Dreiseitel.

„Unser Land ist für mich ein Modell einer offenen und toleranten Gesellschaft, die Zuwanderung bisher erfolgreich gemeistert hat. Entscheidend ist, dass alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft dazu gehören und dass sie die gleichen Chancen auf Teilhabe in allen zentralen Lebensbereichen haben. Niemand darf ausgegrenzt werden. Bestehende Zugangsbarrieren sind zu beseitigen“, so Jo Dreiseitel.

Der erste landesweite Hessische Integrationsmonitor erschien 2010, der zweite wurde im Juli 2013 veröffentlicht.

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