Landesbeauftragte zu Gast bei Vortrag „Kulturerbe Kirchenburgen“

Einzigartige Baudenkmäler in Siebenbürgen

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Landesbeauftragte zu Gast bei Vortrag „Kulturerbe Kirchenburgen“
25.11.2018: Landesbeauftragte zu Gast bei Vortrag „Kulturerbe Kirchenburgen“ in Darmstadt. v. l.: Referent Dr. Walter Jakobi, Landesbeauftragte Margarete Ziegler-Raschdorf, die Landesvorstandsmitglieder der Siebenbürger Sachsen Heidrun Depner und Karin Scheiner, Vorsitzende der Kreisgruppe Darm-stadt Sieglinde Schrädt, Eleonore Gopper, Stv. Landesvorsitzender Helmut Schaaser.
© LBHS

Darmstadt. Siebenbürgen in Rumänien ist bekannt für seine hohe Dichte und Vielfalt an Kirchenburgen. Mehr als 160 dieser weltweit einzigartigen aus dem Mittelalter erhaltenen architektonischen Besonderheiten finden sich dort bis heute. Für viele Orte sind sie zum Wahrzeichen geworden. Sieben Kirchenburgen zählen inzwischen zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen Hessen widmete dem für ihre Volks-gruppe so wichtigen und identitätsstiftenden Thema eine eigene Veranstaltung in Darmstadt. Seit Mitte des 12. Jahrhunderts hatten die ungarischen Könige gezielt deutsch-stämmige Kolonisten – pauschal als Sachsen bezeichnet – in Siebenbürgen angesiedelt, um das raue Grenzland weiter zu erschließen und gegen äußere Angriffe zu sichern. Sowohl der Mongolensturm der Jahre 1241/42 als auch die Türkeneinfälle ab 1395 führten dazu, dass die Bewohner ihre Siedlungen schützen mussten. Städte und Dörfer wurden entsprechend befestigt. Kirchen, die oftmals die einzigen aus Stein errichteten Gebäude waren, wurden zu Schutzanlagen ausgebaut. In den Kirchenburgen vereinigen sich so-wohl bauliche Ästhetik als auch dem historischen Kontext geschuldete Notwendigkeiten militärischer Architektur. Umgeben von starken Mauern und versehen mit Wehrgängen und Wehrtürmen, waren diese Gebäudekomplexe eingebettet in eine Strategie der dörflichen Befestigung, wie sie in Europa einzigartig ist. Die Bewohner eines Dorfes konnten sich bei Gefahr in ihrer Kirchenburg für längere Zeit in Sicherheit bringen und darin überleben.

Im Rahmen der gut besuchten Veranstaltung zum Thema Kulturerbe Kirchenburgen berichtete der Siebenbürger Arzt Dr. Walter Jacobi über seine schwierigen Anstrengungen, die Kirchenburg in Streitfort vor dem gänzlichen Verfall zu retten, sie wiederaufzubauen und einer neuen Nutzung zuzuführen. So sei eine Zukunft als Begegnungsstätte, als Seniorenheim und als Ausbildungs- und Werkstatt für traditionelles Handwerk denkbar.

„Aufgrund der historischen und kulturellen Bedeutung für Siebenbürgen ist es mehr als lohnenswert, sich mit dem Thema Kirchenburgen näher zu befassen“, erklärte die Beauftragte des Landes Hessen für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, in ihrem Grußwort. Eine größere europäische Aufmerksamkeit wäre notwendig, um diese phantastischen Zeugnisse vergangener deutscher Siedlungsgeschichte zu er-halten. Ebenso wünschenswert sei aber auch das Bekenntnis Rumäniens selbst zu diesem Teil seiner Geschichte. Die Landesbeauftragte dankte der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen ausdrücklich für ihre zahlreichen Bemühungen um die Kulturarbeit: „Mit Veranstaltungen wie der heutigen, tragen Sie erheblich zur Sichtbarmachung und zum Erhalt des Erbes der Vertreibungs- und Siedlungsgebiete bei.“

 

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