Integration in Hessen

Hessisches Landesprogramm WIR zieht Zwischenbilanz

In den vergangenen zwei Jahren wurden aus dem Landesprogramm WIR mit über 382 Zuwendungsbescheiden zahlreiche Integrationsmaßnahmen in ganz Hessen gefördert. „Der Ansatz des Hessischen Landesprogramms WIR, strategische Integrationspolitik vor Ort zu stärken und gleichzeitig die Arbeit der Träger und Kommunen zu unterstützen, ist erfolgreich“,  betonte der Hessische Bevollmächtigte für Integration und Antidiskriminierung, Jo Dreiseitel, anlässlich der heutigen Pressekonferenz zu Stand und Entwicklung des landeseigenen Förderprogramms. „Das 2014 ins Leben gerufene Landesprogramm hat die Erwartungen erfüllt und ist ein wichtiges Instrument für eine nachhaltige Integrationsarbeit“, erklärte der  Staatssekretär.

Für das Landesprogramm WIR stehen auch im Jahr 2016 insgesamt 3,08 Mio. Euro aus dem Hessischen Sozialbudget bereit. Mit diesen Mitteln werden vielseitige Integrationsmaßnahmen in ganz Hessen gefördert. Dazu gehören neben Projekten zur interkulturellen Öffnung und zur Etablierung einer Willkommens- und Anerkennungskultur auch der Einsatz und die Qualifizierung ehrenamtlicher Integrationslotsinnen und –lotsen sowie Angebote zur niedrigschwelligen Sprachförderung.

„Über 2200 durch uns qualifizierte Integrationslotsinnen und Lotsen leisten durch die Begleitung von Zugewanderten und Migranten zu Ämtern und Institutionen und durch ihre Brückenfunktion einen wichtigen ehrenamtlichen Beitrag zu einer gelingenden Integration“, unterstrich  Dreiseitel.

Ergänzt werden die Sprachförderangebote des WIR-Programms durch das neue Landesprogramm „MitSprache – Deutsch 4U“, das speziell auf die Anforderungen und Bedürfnisse geflüchteter Menschen ausgerichtet ist. Dafür werden zusätzlich 1,5 Mio. Euro für niedrigschwellige alltagsorientierte Sprachkurse bereitgestellt.

Die Bestellung der landesweiten WIR-Koordinatorinnen und –Koordinatoren in den Kommunen unterstützt das Land mit 50.000 Euro aus dem WIR-Programm. „Die WIR-Koordinationskräfte sind besonders wichtig, um einen nachhaltigen und strukturellen Wandel  zu einer offenen und diskriminierungsfreien Gesellschaft einzuleiten und zu begleiten. Durch sie wird die Zielsetzung des Landesprogramms – die interkulturelle Öffnung von Verwaltungen, Verbänden und Vereinen sowie der Aufbau einer Anerkennungs-und Willkommenskultur gewährleistet“, so der Staatssekretär.

Exemplarisch für die Fülle der geförderten Integrationsmaßnahmen, stellte Staatssekretär Dreiseitel drei herausragende Beispiele aus dem Bereich der Förderung der innovativen Integrationsprojekte und der Arbeit der WIR-Koordinationsstellen vor:

Frau Matthiessen, Geschäftsführerin des Vereins InteGREATER, einem durch das WIR-Programm geförderten Verein, der sich der Bildungsarbeit für junge Menschen mit Migrationshintergrund und dem Aufbau von Vorbildern verschrieben hat, berichtete über ihre Erfahrungen und zeigte wichtige Gelingungsbedingungen für erfolgreiche Integrationsprojekte auf: „Die InteGREATer, junge Menschen zwischen 17 und 32 Jahren mit Migrationshintergrund, gehen in öffentliche Schulen, Kulturzentren und Moscheen und berichten dort vor Eltern, Schülern und anderen Interessierten von ihren individuellen, aber stets erfolgreichen Bildungsverläufen und welche Faktoren dabei eine Rolle gespielt haben. Das grundlegende Motto der InteGREATer ist „Wenn wir es schaffen, schaffst du es auch!““, berichtet die Geschäftsführerin.

Frau Stefanie Saame, WIR-Koordinatorin beim Werra-Meißner-Kreis, erläuterte den Masterplan Integration des Kreises: „In einem partizipativen Prozess und einer gelungenen Ko-Produktion von Verwaltung und Zivilgesellschaft ist der Masterplan Integration entstanden - dieser enthält wegweisende Konzepte für die Weiterentwicklung einer Willkommens- und Anerkennungskultur sowie den Auf- und Ausbau von Angebots- und Hilfestrukturen.“ Am Abend wird Staatssekretär Jo Dreiseitel zusammen mit der WIR-Koordinatorin den Masterplan des Kreises in Eschwege der Öffentlichkeit vorstellen.

Der WIR-Koordinator beim Magistrat der Stadt Fulda, Herr Selim Saracik ergänzte, dass die interkulturelle Öffnung der Stadt Fulda bewusst gewählt wurde, um ein weiteres Feld der Teilhabe von Migrantinnen und Migranten zu eröffnen. „Berufliche Teilhabe ist fester Bestandteil einer gelingenden Integration“, so der WIR-Koordinator.

Mit dem WIR-Programm soll allen Menschen in Hessen, egal wie lange  sie schon hier leben, eine gleichberechtigte Teilhabe in  der Gesellschaft und ein Leben frei von Diskriminierung und Ausgrenzung ermöglicht werden.  Gerade in Zeiten wachsender Ressentiments gegenüber Zuwanderern und zunehmender rassistisch motivierter Gewalt, sei ein entschlossenes Handeln gefragt. Gelingende Integration erfordere Anstrengungen der Migrantinnen und Migranten und der Aufnahmegesellschaft gleichermaßen. „Wir wollen nachhaltige strukturelle Veränderungen der Gesellschaft erreichen, darauf konzentrieren sich unsere integrationspolitischen Anstrengungen“, so Dreiseitel abschließend.

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