Krankenhaus

„Initiative Patientensicherheit und Qualität Hessen“

Thema: 
Gesundheit
11.12.2014Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

Darmstadt Auf einer Pressekonferenz im Rahmen des Hessischen Krankenhaustages 2014 haben der Hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner und der Präsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft (HKG), Dieter Bartsch, eine Initiative zur Förderung der Patientensicherheit und Qualität in den hessischen Krankenhäusern vorgestellt. Die „Initiative Patientensicherheit und Qualität Hessen“ versteht sich als gemeinsames Projekt der Krankenhausgesellschaft, des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration (HMSI) und der Krankenhäuser in Hessen.

Ziel der Initiative ist, langfristig Patientensicherheit und Qualität durch Informationsaustausch, Wissenstransfer und fachliche Netzwerkbildung zwischen den Krankenhäusern zu fördern. „Qualität ist eine dynamische Größe. Technische Entwicklungen, medizinische Innovationen und neue Behandlungsmöglichkeiten, aber auch „neue“ Erkrankungen und Krankheitsursachen erfordern eine ständige Anpassung der Definition von dem, was unter Qualität zu verstehen ist und wie diese erreicht werden kann. Wir alle sind Patienten und haben einen Anspruch auf Patientensicherheit und Behandlungsqualität auf aktuellem Standard. Und deshalb kümmern wir uns als Verband der Krankenhäuser in Hessen auch hierum“, so HKG-Präsident Dieter Bartsch.

Der Hessische Gesundheitsminister betonte: „Es war uns ein wichtiges Anliegen, weitere Schwerpunkte auf die Qualität der Behandlung der hessischen Patientinnen und Patienten zu legen. Deshalb hat Anfang des Jahres ein eigenes hierfür zuständiges, neues Referat im Ministerium seine Arbeit aufgenommen und wir sind aus tiefer Überzeugung bei der gemeinsamen Initiative dabei.“ Grüttner erläuterte, dass das Referat auch als Gelenkstelle fungiere, die Bund und Land sowie die verschiedenen Stellen in Hessen koordiniere und Inhalte zusammenführe und für alle nutzbar mache.

Ein im August einberufenes Expertengremium markierte unter Einbindung des neuen Fachreferats für Patientensicherheit und Qualität im HMSI den Start der Initiative. Ausgangspunkt der Initiative war eine Erhebung in hessischen Krankenhäusern, an welcher sich 88 Kliniken beteiligten; zusammen decken diese Häuser rd. 80 Prozent der stationären Behandlungsfälle in Hessen ab. Neben dem grundsätzlichen Ziel der Erhebung, nämlich die Abbildung des aktuellen Stands der Umsetzung von Maßnahmen zur Patientensicherheit und Qualität, ging es vor allem darum, künftige Handlungsfelder der Initiative abzuleiten.

Die Erhebung brachte im Kern zwei Ergebnisse zutage: Zum einen besteht zwischen den Krankenhäusern ein großer Wunsch an Wissens- und Informationstransfer. Deshalb werden die Vertreter der Initiative im 1. Quartal 2015 eine Fachtagung organisieren, die den systematischen Austausch zwischen den Experten aus verschiedenen Krankenhäusern fördert. Ideen, Herangehensweisen und gute Beispiele stehen hier im Vordergrund und sollen auch mithilfe von Workshops diskutiert und behandelt werden.

Das zweite Ergebnis der Erhebung bezieht sich auf das Thema „Infektionsschutz“. „Ein wirklich wichtiges Thema. Hier geht es uns einerseits um den verantwortungsbewussten Einsatz von Antibiotika und andererseits um die systematische Erfassung und Vermeidung von Infektionen mit multiresistenten Erregern“, erklärte Bartsch. Für das Jahr 2015 ist es also Ziel der Initiative, den Infektionsschutz zu fördern. Dies wollen sie dadurch erreichen, in dem sich Hessische Krankenhäuser mit dem „richtigen“ Einsatz von Antibiotika beschäftigen. Im Zentrum des sogenannten „Antibiotic Stewardship“ steht die Frage: „Welches Antibiotikum ist wann das richtige Mittel, in welcher Dosierung, über welche Dauer hinweg?“ Die Ärzte sollen so für den leitliniengerechten Einsatz von Antibiotika unter Berücksichtigung aktueller Resistenzen sensibilisiert werden. „Wir müssen etwas unternehmen, um langfristig optimale Therapien und gleichzeitig eine Eindämmung der Resistenzen erreichen zu können“, bekräftigte Bartsch, der darauf verwies, dass hier die zunehmenden Antibiotika-Resistenzen Stein des Anstoßes seien.

Im zweiten Teil im Bereich Infektionsschutz steht die systematische Erfassung und Vermeidung von multiresistenten Erregern, sogenannten „4MRGN-Erregern“ im Mittelpunkt. Gemeinsam mit der „Geschäftsstelle Qualitätssicherung Hessen“ (GQH) werden belastbare Daten über 4MRGN-Erreger gesammelt und ausgewertet. Da diese Erreger in unserem gesamten Umfeld eine Rolle spielen und auch von Patienten von außen mit in ein Krankenhaus gebracht werden können, wird im zweiten Schritt geprüft: Wo kamen die Erreger her? Inwieweit sind die Wege der Übertragung nachzuvollziehen? Wie geht das Krankenhaus damit um? „Bei Auffälligkeiten werden Vertreter der GQH in einen „strukturierten Dialog“ mit dem jeweiligen Krankenhaus treten“, erläuterte der HKG-Präsident.

Zusammenfassend sind sich Gesundheitsminister Grüttner und Bartsch einig:  Qualität und Patientensicherheit befinden sich in hessischen Krankenhäusern auf einem hohen Niveau. Dennoch gebe es bei den Verantwortlichen eine hohe Bereitschaft, sich weiter zu verbessern und Expertisen miteinander zu teilen. Bartsch: „Hier setzen wir an. Mit dieser Initiative wollen wir systematisch die Qualität und Patientensicherheit in hessischen Krankenhäusern fördern. Wir sind guter Dinge, dass uns dies gelingt.“ Grüttner betonte abschließend, dass er sicher sei, dass alle Akteure gemeinsam auf dem richtigen Weg seien. „Ganz aktuell hat sich die Bund-Länder AG zur Krankenhausreform auf Eckpunkte geeinigt, mit denen sichergestellt wird, dass Qualität auch im Mittelpunkt künftiger Bundesgesetzgebung die Hauptrolle spielen wird. Wir wollen, dass die Menschen sich sicher sein können, die für sie medizinisch notwendige Behandlung auf hohem Niveau sicher erhalten zu können.“ 

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