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Soziales

Landespreis für beispielhafte Beschäftigung und Integration schwerbehinderter Menschen

Thema: 
Familie, Soziales
04.11.2015Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

Bad Arolsen. Der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, Dr. Wolfgang Dippel, hat heute zum zehnten Mal den „Landespreis für beispielhafte Beschäftigung und Integration schwerbehinderter Menschen“ an drei hessische Unternehmen vergeben. „Mit dem Preis wollen wir den Einsatz von Unternehmen für die Integration von schwerbehinderten Menschen und vorbildliche Eingliederungsbeispiele stärker in den öffentlichen Fokus rücken. Insbesondere im Hinblick auf den Fachkräftemangel und auf den demographischen Wandel wollen wir aber auch für die wirtschaftlichen Vorteile werben, die Arbeitgeber durch die Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen haben“, so Dr. Dippel.

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Landespreisverleihung
Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel (4.v.l.) mit den Preisträgern, Vertretern aus Politik und dem Bathildisheim e.V.
© Bathildisheim e.V.

Der Staatssekretär betonte, dass Hessen die Beschäftigungsquote in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst deutlich erfülle und die geforderten fünf Prozent weit überträfe. „Das ist der absolute Spitzenwert unter allen Bundesländern.“

Nach den Angaben des Staatssekretärs unterstütze das Land die Integration und Teilhabe der behinderten Menschen am Arbeitsleben mit finanziellen Mitteln und im Rahmen verschiedener Projekte. Beispielsweise würden aktuell mit dem Hessischen Perspektivprogramm zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen schwerbehinderter Menschen (kurz: HePAS) Arbeitgeber dazu angeregt, Beschäftigungsmöglichkeiten und Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Menschen zu schaffen. Für das gemeinsam mit dem Landeswohlfahrtsverband Hessen konzipierte Programm sollen 30 Millionen Euro bis Ende 2016 aus der Ausgleichsabgabe investiert werden. Erste Ergebnisse von HePAS zeigen, dass sich beispielsweise die Zahl der geförderten und unterstützten Praktika von 2014 zu heute schon verdoppelt haben. Erfreulicherweise ist es gelungen, in 40 Prozent dieser Fälle sogar eine Anschlussbeschäftigung oder Ausbildung zu erreichen. „Ein erster Schritt zur Nachhaltigkeit“, betonte der Staatssekretär. Mit Hilfe des Programms konnten für das Jahr 2014 und bis Juli 2015 bereits 492 neue Beschäftigungsverhältnisse und weitere 56 neue Ausbildungsverhältnisse gefördert werden.

„Doch Geld und gute Ideen nützen nichts ohne engagierte Mitwirkende, ohne den Einsatz engagierter Arbeitgeber. Daher wollen wir auch ein Umdenken in den Köpfen der Menschen erreichen“, sagte Dr. Dippel.

Hierfür seien die drei Unternehmen, die mit dem 3.000,00 Euro dotierten Preis heute ausgezeichnet wurden, wichtige Vorreiter. In diesem Jahr erhielten folgende Unternehmen die Auszeichnung:

Seidel GmbH & Co. KG, Marburg
Die Seidel GmbH und Co. KG ist kein Integrationsbetrieb und verfügt dennoch über eine moderne, sehr aufgeschlossene, sehr gute Unternehmensphilosophie, denn neben der Neueinstellung von zehn schwerbehinderten Arbeitnehmern ist die Erfüllung der (freiwilligen) Frauenquote selbstverständlich: Der Anteil an weiblichen Beschäftigten liegt bei 50 %. Hervorzuheben ist auch die Kooperation mit Werkstätten für behinderte Menschen (Blista, Lahn-Werkstätten Marburg) und schließlich die Investitionen im gesundheitlichen Bereich, insbesondere die Physiotherapeutin, die direkt im Unternehmen angestellt ist.

Volkswagen AG,  Baunatal
Die Volkswagen AG hatte sich bereits 2014 beworben und landete auf einer hervorragenden Nachrücker-Platzierung. Erfreulicherweise konnte festgestellt werden, dass im Vergleich zum Vorjahr die Anzahl schwerbehinderter Auszubildender verdreifacht werden konnte, in der Automobil-Branche herausragend und in Hessen beispielhaft. Die gestiegene Quote weist eine deutliche Aufwärtstendenz aus. Hervorzuheben ist auch die Weiterbeschäftigung schwerbehinderter Menschen indem ehemals outgesourcte Bereiche reintegriert und mit schwerbehinderten Mitarbeitern besetzt wurden. VW wurde im letzten Jahr auch vom Gesundheitsmanagement Nordhessen mit dem Preis „Gesunde Betriebe brauchen gesunde Mitarbeiter“ ausgezeichnet für hervorragende Leistungen zur Gesunderhaltung der Mitarbeiter.

Eis-Café Camerin, Stadtallendorf
Die Gastronomie ist hinsichtlich der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen eine schwierige Branche, da sie eine extrem unterdurchschnittliche Beschäftigungsquote aufweist. Die schwerbehinderten Mitarbeiter im Service agieren an exponierter Stelle, was offenbar immer noch problematisch gesehen wird. Das Unternehmen Camerin realisiert eine positiv beispielhafte Eingliederung und hat damit einen hohen Vorbildcharakter. Der auszuzeichnende Betrieb des Eiscafés Camerin befindet sich in Marburg.  Der Inhaber ist mehrmals aufgrund seiner innovativen Dienstleistungsangebote ausgezeichnet worden, u.a. auch 2008 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

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Alice Engel
Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
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