Integration

Neues Arbeitsmarktprogramm für Menschen mit Behinderungen

Sozial- und Integrationsminister Stefan Grüttner: „Menschen mit Behinderungen zeigen tagtäglich, dass sie in der Lage sind, hochwertige Leistung zu erbringen“

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Arbeiter im Rollstuhl in einer Werkstatt
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Mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen zu schaffen ist das Ziel des bundesweiten Arbeitsmarktprogramms „AlleimBetrieb“ (AiB), das vom Land Hessen und dem Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen umgesetzt wird. „Menschen mit Behinderungen zeigen tagtäglich, dass sie in der Lage sind, hochwertige Leistung zu erbringen, dass sie hoch motiviert sind. Einer Tätigkeit nachzugehen, die der Gesellschaft und damit auch jedem einzelnen zugutekommt, sorgt für eine soziale Eingliederung und führt in den meisten Fällen zu einem hohen Maß an Befriedigung und sozialer Anerkennung“, erklärte Hessens Sozial- und Integrationsminister Stefan Grüttner am Donnerstag in Wiesbaden.

Auf- und Ausbau von Integrationsprojekten

Mit dem Programm AiB soll der Weg für Menschen mit Behinderungen in den ersten Arbeitsmarkt noch besser geebnet werden. Dies soll erreicht werden, indem bestehende Integrationsprojekte aus- und neue Integrationsprojekte aufgebaut werden. Integrationsprojekte sind rechtlich und wirtschaftlich selbstständige Unternehmen, deren Belegschaft zu mindestens 25 Prozent aus schwerbehinderten Menschen bestehen.  Einige schwerbehinderte Menschen sind den beruflichen Anforderungen in einem Betrieb (noch) nicht gewachsen. In einer Werkstatt für behinderte Menschen fühlen sie sich aber unterfordert. Ihnen bauen Integrationsprojekte eine Brücke in den ersten Arbeitsmarkt.

Bund und Land fördern „AlleimBetrieb“

Der Bund stellt dem Land Hessen im Rahmen von AiB über 12 Millionen Euro zur Verfügung. Das Land Hessen  wird ergänzend dazu ab 1. Januar 2017 bis Ende 2019 jährlich weitere 500.000 Euro aus hessischen Ausgleichsabgabe-Mitteln beisteuern. „Wir wollen damit Menschen eine Chance geben, denen sonst nur der Weg in eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen geblieben wäre. Mit dem Programm soll der Einstieg in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt verbessert werden“, so Minister Grüttner. Er betonte außerdem, dass es im Hinblick auf die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention von besonderer Bedeutung sei, dass Schulabgängerinnen und Schulabgängern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und Menschen, die derzeit bereits in Werkstätten für Menschen mit Behinderung beschäftigt sind, weitere Perspektiven außerhalb den Werkstätten aufgezeigt werden können. „Eine Beschäftigung oder auch eine Ausbildung in Integrationsprojekten ist hierfür besonders geeignet, denn die schwerbehinderten Beschäftigten erhalten hier die Unterstützung, die sie benötigen“, so Grüttner.

Fachlich umgesetzt wird das AiB-Programm vom LWV Hessen Integrationsamt. „Wir wollen das Bundesprogramm auch in Hessen nutzen, weiter an dem Ausbau von Beschäftigungsmöglichkeiten in Integrationsunternehmen zu arbeiten,“ so Dr. Andreas Jürgens, Erster Beigeordneter beim LWV Hessen und verantwortlich für das Integrationsamt. „Dabei ist es uns wichtig, dass die Arbeitsplätze nachhaltig gefördert werden, um das Angebot langfristig zu gestalten.“

Maßnahmen für Schwerbehindertenprojekte gestärkt

Im Jahr 2015 bestanden in Hessen bereits 50 Integrationsprojekte, in denen 848 schwerbehinderten Menschen, davon 765 besonders betroffene Schwerbehinderte, beschäftigt sind.

Zusammen mit den geplanten Maßnahmen aus dem Hessischen Perspektivprogramm zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen schwerbehinderter Menschen (HePAS II) sollen im Rahmen von AiB auch wirtschaftlich schwächer aufgestellte Integrationsprojekte in die Lage versetzt werden, zusätzliche Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für den besonders betroffenen Personenkreis zu schaffen. 

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