Demenznetzwerke

Lesedauer:4 Minuten

Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz

Im Zuge des ersten Bundesprogramms „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ 2012-2018 wurden vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) bundesweit ca. 500 lokale Demenznetzwerke mit unterschiedlichsten Themenstellungen, Partnern und Kooperationsbeziehungen gefördert. Im Jahr 2020 hat die Bundesregierung das Programm nochmals neu aufgelegt. Es hat eine Laufzeit bis 2024 und zielt darauf ab, in insgesamt fünf Förderrunden 150 weitere lokale Allianzen und Netzwerke in ihrem Aufbau zufördern. Sie sollen dort entstehen, wo es noch an Strukturen zur Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen fehlt.

Nähere Informationen finden Sie hierÖffnet sich in einem neuen Fenster. Nach Abschluss der Förderung wird die Vernetzungsarbeit weiterhin unterstützt. Hierfür wurde eine Netzwerkstelle Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz geschaffen, welche bei der BAGSO angegliedert ist. Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration ist im fachlichen Beirat der Netzwerkstelle vertreten. Gemeinsam mit der BAGSO hat das HMSI eine Tagung zu Finanzierungsmöglichkeiten für Demenznetzwerke in Hessen durchgeführt.

Projekt DemenzNetz proaktiv – Türöffner zu frühen Hilfen

Das Projekt ‚DemenzNetz proaktiv- Türöffner zu frühen Hilfen‘ der Alzheimer Gesellschaft Hessen e.V. ist ein Modellprojekt des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration und der Pflegekassen. Im Rahmen des Projektes soll im Lahn-Dill-Kreis ein proaktives DemenzNetz aufgebaut werden mit dem Ziel, einen frühzeitigen Zugang zu Beratungs- und Entlastungsangeboten zu ebnen. Durch ein zu implementierendes Beratungs-Gutscheinverfahren geht es darum, schon am Anfang der Betreuungssituation, kurz nach Diagnosestellung, die richtigen Wege zu bahnen und es den Angehörigen zu ermöglichen, die Jahre der Pflege und Betreuung zu bewältigen, ohne selbst dabei Schaden zu nehmen. Um die häuslichen Schulungen umfassend und zeitnah sicherstellen zu können, sollen Demenzberater ausgebildet, von einem Gremium anerkannt und in einen Demenzfachdienst integriert werden.

UplandCare Projekt (UCP) – Bedarfsorientierte vernetzte Versorgung für Menschen mit Demenz im ländlichen Raum

Das Projekt „UplandCare“ des Gesundheitsnetzwerks PORT Willingen-Diemelsee e.V. ist ein Modellprojekt des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration und der Pflegekassen. Die Region Willingen-Diemelsee stellt sich wie viele andere ländliche und strukturschwache Regionen in Deutschland die Frage, wie eine tragfähige Gesundheitsversorgung in der Zukunft gestaltet und aufrechterhalten werden kann. Ziel des Projektes ist es, Versorgungsstrukturen so weiter zu entwickeln, dass bereits vorhandene Angebote besser nutzbar gemacht werden und die Bedürfnisse und Bedarfe von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen stärker fokussiert werden. Damit soll erreicht werden, dass die Betroffenen möglichst frühzeitig durch professionelle sowie ehrenamtliche Strukturen unterstützt und kontinuierlich begleitet werden. Im optimalen Fall sollen Versorgungsarrangements zuhause möglichst lange ohne Einbußen der Lebensqualität, stabil aufrechterhalten werden können. Im Rahmen des Projekts soll dazu das bereits etablierte, aufsuchende Case Management durch ein Care Management ergänzt werden. Das Care Management hat die Aufgaben, die relevanten Akteure in einem Netzwerk zu koordinieren und entsprechend der identifizierten Versorgungsbedarfe an der Schaffung noch fehlender Angebote mitzuwirken. Insgesamt ist das Projekt UplandCare ein Baustein in einem übergeordneten Quartiersprojekt in der Regionen Willingen-Diemelsee im Landkreis Waldeck-Frankenberg, das sich für die Verbesserung der Gesundheit aller dort lebenden Bürgerinnen und Bürger einsetzt.

„MyCareNet“ – Beratung und Begleitung für jüngere Menschen mit Demenz

Die Lebenslagen und Bedürfnisse von Menschen mit Demenz sind vielfältig und können sich erheblich voneinander unterscheiden. Sogenannte Jungbetroffene (Menschen mit Demenz unter 65 Jahren) stehen häufig noch im Berufsleben und bedürfen anderer Angebote als ältere Pflegebedürftige. Häufig richten sich Betreuungsangebote, Gesprächs- und Selbsthilfegruppen sowie Angehörigenschulungen aber an ältere Betroffene. Für Menschen mit Demenz im jüngeren Lebensalter und deren Familien gilt es daher Unterstützungsangebote zu entwickeln, bestehende zu erweitern und beteiligte Akteure zu sensibilisieren.

Das Modellprojekt „MyCareNet“ nimmt sich dieser Thematik an und will ein umfassendes Begleit- und Unterstützungsangebot für Menschen mit präseniler Demenz und deren Angehörigen erarbeiten. Dazu sollen im Großraum Frankfurt zunächst Individualsituationen strukturiert und niedrigschwellig erfasst werden, um darauf basierend eine optimale und zielgruppengerechte Beratung aufzubauen. Darüber hinaus soll der Aufbau einer Multiplikatoren-Schulung mit Lotsenfunktion dazu beitragen Menschen mit Demenz unter 65 Jahren und ihre Angehörigen in ganz Hessen zu erreichen. Das Projekt wird vom Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration und den Pflegekassen gefördert.

Infodoq Mobile

In selbstverwalteten ambulant betreuten Demenz-Wohngemeinschaften spielen die Koordination und Dokumentation von Abläufen und Aktivitäten zentrale Rollen. Mit dem Modellprojekt INFODOQ wurde eine webbasierte Informationsplattform für den Einsatz in ambulant betreuten Wohn- Pflegegruppen geschaffen. Das Anschlussprojekt als Weiterentwicklung von INFODOQ rüstet als hybrid mobile App die gesamte System-Architektur der in dem Projekt INFODOQ umgesetzten Webseite auf. Mit INFODOQ Mobile wird die Dokumentations- und Kommunikationsplattform flexibler und praxisnäher. Träger der Modellprojekte ist die Hans und Ilse Breuer-Stiftung. Das Projekt INFODOQ wurde und das nachfolgende Projekt INFODOQ Mobile wird finanziell gefördert vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration und den Pflegekassen.