Aktuelle Informationen

Vertriebene und Heimatvertriebene, Aussiedler und Spätaussiedler

Die Landesbeauftragte informiert:

Am 1. August 2016 tritt die „Richtlinie zur Umsetzung einer Entschädigung ziviler deutscher Zwangsarbeiter“ in Kraft, die der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages am 6. Juli beschlossen hat. Ab 1. August kann ein entsprechendes Antragsformular beim Bundesverwaltungsamt angefordert werden.

Näheres dazu auf der Internetseite des Bundesverwaltungsamtes.

Vertriebene und Heimatvertriebene
Im „Gesetz über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge“, kurz Bundesvertriebenengesetz (BVFG) genannt, wird unterschieden zwischen Vertriebenen, Heimatvertriebenen, Sowjetzonenflüchtlingen und (Spät-)Aussiedlern.

Die Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und deutschen Siedlungsgebieten in Ost- und Südosteuropa in die drei westlichen Besatzungszonen und später in die 1949 gegründete Bundesrepublik Deutschland kamen, haben nach  Bundesvertriebenengesetz je einen unterschiedlichen juristischen Status.

Vertriebene und Heimatvertriebene sind deutsche Staatsangehörige oder Volkszugehörige, die in Folge des Zweiten Weltkriegs aus ihrem Wohnort bzw. Heimatgebiet vertrieben bzw. ausgewiesen wurden. Vertriebene haben in den deutschen Ostgebieten gelebt bzw. in einem Ort nach dem Gebietsstand vom 31. Dezember 1937 (so genannte Volksdeutsche). Heimatvertriebene hatten am 31. Dezember 1937 oder vorher in einem Land gelebt aus dem sie vertrieben wurden.  Bis zum Abschluss der sogenannten allgemeinen Vertreibungsmaßnahmen am 31. März 1952 fanden etwa 12 Mio. Vertriebene Aufnahme in der Bundesrepublik.

Aktuelle Informationen für Heimatvertriebene

Aussiedler und Spätaussiedler
Aussiedler sind Deutsche, die nach Abschluss der allgemeinen Vertreibungsmaßnahmen (31. März 1952) und vor dem 1. Januar 1993 auf der Grundlage des Bundesvertriebenengesetzes (BVFG)  in Deutschland aufgenommen wurden (§ 1 Abs. 2 Nr. 3 BVFG). Aussiedler sind Vertriebene im Rechtssinne und damit auch Deutsche im Sinne von Artikel 116 des Grundgesetzes. Zwischen 1952 und 1993 fanden ca. 2,8 Mio. Aussiedler in Deutschland Aufnahme.

Spätaussiedler sind Deutsche, die nach dem 31. Dezember 1992 im Rahmen des gesetzlichen Aufnahmeverfahrens in Deutschland aufgenommen wurden oder werden (§ 4 BVFG). Die Aufnahme der Spätaussiedler resultiert aus der historischen Verantwortung Deutschlands für die Folgen des Zweiten Weltkrieges, insbesondere auch gegenüber den Deutschen aus Russland, die besonders lange und schwer unter diesen Folgen gelitten haben und leiden. Seit 1993 fanden ca. 1,7 Mio. Spätaussiedler in Deutschland Aufnahme.

Heute kommt die überwiegende Mehrheit der Spätaussiedler aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion. Vor dem Hintergrund des schweren Schicksals der Vertriebenen, Flüchtlinge und Aussiedler fördert die Hessische Landesregierung die Integration dieses Personenkreises. Bei Bedarf werden zusätzlich zu den Integrationskursen noch Sprachmaßnahmen gefördert. Außerdem werden in einem von der Landesregierung unterstützten Multiplikatorenprojekt über die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Landesverband Hessen, Einzelfallbetreuungen vorgenommen.

Aktuelle Informationen für Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler

Weiterführende Informationen:

Gesetz über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge (Bundesvertriebenengesetz)

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF): Informationen für Spätaussiedler

(Spät-)Aussiedler in Deutschland. Eine Analyse aktueller Daten und Forschungsergebnisse. Forschungsbericht des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge 2013

Bund der Vertriebenen (BdV) zum Thema Deutsche Heimatvertriebene und Flüchtlinge, Aussiedler und Spätaussiedler und heutige Flüchtling

Zwangsarbeiterentschaedigung

PDF icon Zwangsarbeiterentschaedigung (PDF / 219 KB)