Die Sicherung der Fach- und Arbeitskräftebasis ist für Hessen zentral, um das Land als lebenswerten Wirtschafts-, Technologie-, Innovations-, Arbeits-, Bildungs- und Lebensstandort zu sichern und auszubauen. Angesichts des demografischen Wandels und seiner Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitswelt sind Fach- und Arbeitskräftesicherung eine dauerhafte gesamtgesellschaftliche Zukunftsaufgabe von strategischer Bedeutung und allgemeinem wirtschaftlichen Interesse.
Die Landesregierung hat die Fach- und Arbeitskräftesicherung zu einem Schwerpunkt ihrer Regierungsarbeit erklärt. Ziel ist es, möglichst viele Potenziale im In- und Ausland abzuschöpfen. Allein in Hessen fehlen bis 2030 ca. 240.000 Fachkräfte. Der größte Mangel wird für die Sozialberufe prognostiziert. Insgesamt fehlen über 19.000 pädagogische Fach- und Arbeitskräfte, insbesondere in Erziehung, Sozialarbeit und Heilerziehungspflege. Mit einem Rückgang der Nachfrage wird kurz- bis mittelfristig nicht gerechnet. Verschiedene Branchen und auch einzelne Arbeitgeber mit Personalbedarf haben Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden. Insbesondere in der Kinder-, Jugend- und Eingliederungshilfe ist dies spürbar.
Stärkung der Fach- und Arbeitskräftesicherung
Der demografische Wandel trägt zu einer verstärkten Nachfrage nach Fachkräften bei, da Kinderbetreuung und pädagogische Strukturen ausgebaut werden, um so gezielt Familien bei der Vereinbarkeit von Alltag und Arbeit zu unterstützen und die Erwerbsquoten, insbesondere von Frauen, zu erhöhen. Die Beschäftigten in den Sozialberufen leisten einen wichtigen Beitrag zum Funktionieren der Gesellschaft. Sie entlasten Berufstätige von Sorgearbeit und unterstützen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In den Regionen Hessens besteht in der Kinder-, Jugend- und Eingliederungshilfe hessenweit ein Fachkräftemangel. Gerade den Bereich der Sozialberufe gilt es daher, in den Blick zu nehmen. Eine funktionierende Sozialwirtschaft sorgt für ein besseres Rundlaufen aller Bereiche.
Neben der Hebung von Inlandspotentialen kann die Gewinnung von Talenten aus dem Ausland bei der Abmilderung des Fachkräftemangels helfen. Angesichts der großen Personalengpässe im Sozialbereich, der Komplexität der Fachkräfteeinwanderung in diesen reglementierten Berufen, der Dynamik und des Drucks bei Anwerbung, Anerkennung sowie betrieblicher, fachlicher und sozialer Integration internationaler Fachkräfte soll mit der Landesinitiative zur Stärkung der Fach- und Arbeitskräftesicherung in der Sozialwirtschaft beigetragen und speziell für diesen Engpassbereich eine Unterstützungsstruktur in Hessen geschaffen werden.