Frauen diverser Nationalität, Illustration

Hessischer Integrations- und Teilhabepreis

Frauen mit Migrationsgeschichte sind oft die unsichtbaren Brückenbauerinnen: Sie tragen die Verantwortung für den Zusammenhalt ihrer Familien, vermitteln zwischen Kulturen und Generationen und meistern täglich die Herausforderung, in einer neuen Heimat Fuß zu fassen.

Heike Hofmann Integrationsministerin

Frauen mit Migrations- oder Fluchterfahrung stehen vor besonderen Herausforderungen: Sie balancieren zwischen familiären und gesellschaftlichen Erwartungen, unterschiedlichen Rollenbildern, sprachlichen Barrieren und den Anforderungen der gesellschaftlichen Integration. Diese vielfältigen Spannungsfelder können zu Missverständnissen und Konflikten innerhalb der Familie führen. Gleichzeitig kommt Frauen eine zentrale Rolle zu – als Vermittlerinnen zwischen Kulturen, als Stütze und Organisatorin des Familienalltags, als Verteidigerinnen der Familieninteressen vor Behörden und Institutionen sowie als wichtige Bezugspersonen innerhalb der Familie. Diese unterschiedlichen Anforderungen bewältigen sie jeden Tag ohne dafür die angemessene gesellschaftliche Anerkennung für ihre Leistung zu erhalten. Das Potenzial, das diese Frauen mitbringen, wird dabei regelmäßig unterschätzt. 

„Frauen mit Migrationsgeschichte sind oft die unsichtbaren Brückenbauerinnen: Sie tragen die Verantwortung für den Zusammenhalt ihrer Familien, vermitteln zwischen Kulturen und Generationen und meistern täglich die Herausforderung, in einer neuen Heimat Fuß zu fassen. Projekte, die diese Frauen stärken, stärken nicht nur Einzelne, sondern ganze Familien – und damit unsere Gesellschaft. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, sie bei diesem Spagat zu unterstützen und ihnen die Anerkennung zu geben, die sie verdienen“ erklärt Integrationsministerin Heike Hofmann.

Viele Mütter übernehmen die Hauptverantwortung für Care-Arbeit und den Erhalt und Weitergabe der Herkunftskultur und -sprache – oft bei unzureichenden Betreuungsmöglichkeiten. Sie tragen interfamiliäre Konflikte aus, die auch durch Sprachbarrieren zwischen den Generationen entstehen und halten gleichzeitig Familien zusammen. Sie setzen sich für ihre Kinder ein, auch wenn eigene Kenntnisse und Erfahrungen zu Systemen wie Kindergarten und Schule fehlen und die Unterstützung der Kinder in der deutschen Lebensrealität dadurch noch schwerer fällt.   

Starke Frauen – Starke Generationen

Empowerment für Frauen, Brückenbauerinnen zwischen Kulturen und Generationen

Gesucht werden in diesem Jahr daher Initiativen, Vereine und Projekte, die Frauen mit Migrations- oder Fluchterfahrung in ihrer Selbstwirksamkeit stärken, Gleichstellung und gesellschaftliche Teilhabe fördern sowie Familien in ihrem Zusammenhalt unterstützen.

Besonders gewürdigt werden niedrigschwellige Ansätze, die Mütter in ihren Rollen zwischen Herkunftskultur und Lebensrealität in Deutschland begleiten und den Dialog zwischen den Generationen fördern – und dabei beispielsweise auch Sprachbarrieren zwischen Eltern und Kindern thematisieren.

Bewerbungsschluss ist der 30.06.2025.

Schlagworte zum Thema