Hessisches Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales

Ministerin übergibt im Frankfurter Bahnhofsviertel Bescheide an fünf soziale Projekte

Ministerin Heike Hofmann übergibt im Rahmen eines Besuchs im Frankfurter Bahnhofsviertel Bescheide an fünf soziale Projekte: „Sozialpolitische Maßnahmen zentraler Bestandteil des 7-Punkte-Plans der Landesregierung“

Die Hessische Landesregierung treibt die Umsetzung des 7-Punkte-Plans für das Frankfurter Bahnhofsviertel weiter voran, verstärkt in diesem Zuge den Kampf gegen Obach- und Wohnungslosigkeit und die Förderung sozialer Quartiersarbeit: Sozialministerin Heike Hofmann hat am Freitag im Rahmen eines Vor-Ort-Termins in Frankfurt insgesamt fünf Förderbescheide an Träger übergeben, deren Projekte nun gestartet sind, um die Situation der Menschen im Bahnhofsviertel zu verbessern. „Wir nehmen uns mit dem 7-Punkte-Plan der Sicherheit, der gesundheitlichen Versorgung sowie der Gesamtsituation an. Sozialpolitische Maßnahmen sind dabei ein zentraler Bestandteil – und insbesondere Prävention spielt eine große Rolle. Damit setzen wir nicht nur an der Ursache an, sondern helfen zu verhindern, dass Menschen in den Kreislauf aus Wohnungslosigkeit und Suchterkrankung geraten“, sagte die Ministerin.

Sie verwies darauf, dass, nur eine Woche nachdem der Startschuss für die neue Strategie zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit im Rahmen eines Termins in Wetzlar erfolgte, nun auch in Frankfurt der dauerhafte Zugang zu Wohnraum fester Teil des Plans sei: „Den Housing-First-Ansatz, den wir zum Mittelpunkt unserer Landesstrategie gemacht haben, verfolgen wir auch in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt und den Trägern hier vor Ort. Ich freue mich, der Diakonie für die Erweiterung des hiesigen Housing-First-Projekts einen Förderbescheid über 150.000 Euro übergeben zu können“, führte die Ministerin aus. Delegationsreisen nach Zürich und Helsinki hätten schließlich eindrucksvoll gezeigt, wie gut dieser Ansatz funktioniere. „Der Kerngedanke ist: Menschen haben ein Recht auf eine Wohnung – vorbehaltlos und ohne Vorbedingungen wie etwa Suchtfreiheit.“ Menschen mit eigenem Wohnraum gelinge es mit begleitenden Maßnahmen, ihre Lebenssituation schneller und besser zu stabilisieren. Grundlage für die strategische Ausrichtung seien dabei zudem die Erkenntnisse der GISS-Studie, die deutlichen Handlungsbedarf aufgezeigt hätte, so Hofmann weiter.

Daneben stehen auch klassische Sozialarbeit sowie das sogenannte Schnittstellen-Management, also die Begleitung von Menschen beim Übergang aus stationären Einrichtungen in die Selbständigkeit, bei den Förderungen des Sozialministeriums im Bahnhofsviertel im Fokus. Für das Schnittstellenmanagement übergab Hofmann einen Bescheid über 150.000 Euro an die Diakonie und betonte in diesem Zuge die immense präventive Bedeutung, die die Begleitung von Menschen zurück in einen selbständigen Alltag habe: „Der Weg zurück aus der stationären Jugendhilfe, einer psychiatrischen Einrichtung, aus dem Justizvollzug oder einem Frauenhaus ist ein wichtiger Übergang, der ein großes Risiko birgt, in die Wohnungslosigkeit abzurutschen. Hier setzen wir mit diesem Projekt frühzeitig an.“

Zudem ist das Modellprojekt Mobile Quartiersarbeit im Frankfurter Bahnhofsviertel ein Baustein, mit dem nicht nur das Miteinander gestärkt wird: Streetworker nehmen hier den ganzen Sozialraum in den Blick und wirken Einsamkeit und sozialer Isolation aktiv entgegen, indem sie Begegnungen fördern. Hierfür nutzt die Quartiersarbeit bestehende Häuser, Höfe und Räume als offene Treffpunkte und richtet sich damit explizit an alle im Stadtteil, auch an Wohnungslose. Die Ministerin überreichte dem Sozialamt der Stadt Frankfurt als Träger hierfür einen Bescheid über rund 100.000 Euro. „Die Mobile Quartiersarbeit erfüllt eine Brückenfunktion: Sie verbindet Institutionen und Menschen, Unterstützungsangebote und Alltag. Durch Präsenz im Quartier sowie Gesprächsangebote wird Vertrauen aufgebaut und sozialer Zusammenhalt gestärkt. Damit flankiert sie Housing First und entlastet zugleich den öffentlichen Raum“, sagte Hofmann.

Die Ministerin besuchte auch die Frankfurter Tafel, die einen Bescheid über 3.000 Euro für den Einbau einer neuen Küchenzeile erhielt. Dabei bedankte sie sich für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit und verwies darauf, dass sich die Wertschätzung des Landes der Arbeit der Tafeln gegenüber auch darin ausdrücke, dass 2025 mehr als 420.000 Euro an Fördermitteln für verschiedene Maßnahmen zur Verfügung gestellt wurden.

Als fünfter Punkt stand die Unterstützung der wissenschaftlichen Begleitung des Modellprojekts „Zweite Chance“ von Pro Arbeit und Kreis Offenbach auf der Tagesordnung. Für die Analyse, wie wirksam Maßnahmen gegen Armut und Obdachlosigkeit, kommunale Vernetzung und Weiterentwicklung von Hilfestrukturen sind, stellt das Sozialministerium knapp 50.000 Euro an Förderung zur Verfügung. Die Ergebnisse sollen letztlich auch im Bahnhofsviertel Anwendung finden.

„Das Frankfurter Bahnhofsviertel steht beispielhaft für die besonderen Herausforderungen, denen urbane Räume ausgesetzt sind. Hier bündeln sich soziale Problemlagen, gesundheitliche Belastungen, Fragen der Sicherheit und des Zusammenlebens auf engem Raum. Mit unseren Förderungen bekämpfen wir nicht nur die sichtbaren Symptome wie Armut, Wohnungslosigkeit oder Suchterkrankung – wir setzen mit präventiven Maßnahmen an den Wurzeln an. Wohnungslosigkeit ist häufig der Beginn einer Spirale. Vorzubeugen ist hier die beste Möglichkeit: Notlagen verhindern, bevor sie entstehen“, sagte Sozialministerin Hofmann.

„Innerhalb eines Jahres haben wir im Rahmen des 7-Punkte-Plans ein umfassendes Maßnahmenbündel aufgesetzt, das die Situation im Bahnhofsviertel spürbar verbessern wird. Das ist ein Erfolg, der auch dank der guten Zusammenarbeit mit Stadt und Trägern gelungen ist. Darauf werden wir uns natürlich nicht ausruhen. Wir arbeiten weiter an der Landesstrategie zur Prävention und Bekämpfung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit, werden Erfahrungen bündeln und Projekte weiterentwickeln. Unser Ziel ist ein Hessen, in dem kein Mensch auf der Straße bzw. ohne eigenes Dach über dem Kopf sein muss. Das wollen wir gemeinsam erreichen“, schloss Hofmann. 

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Matthias Schmidt

Matthias Schmidt

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