Das Land hat die Förderung des Projekts AD-Kindel Hessen übernommen und sichert damit die Fortführung unabhängiger Antidiskriminierungsberatung in ländlichen Regionen. Einen entsprechenden Bescheid über rund 140.000 Euro für die Förderperiode von 1. März 2026 bis 31. März 2027 übergab Sozialministerin Heike Hofmann am Montag zusammen mit der Landesbeauftragten für Antidiskriminierung, Berivan Şekerci, an das ADiBe-Netzwerk und die Regionale Diakonie Oberhessen als Kooperationspartner. „Diskriminierung endet nicht an Stadtgrenzen – folglich darf auch die Unterstützung nicht dort enden. Auch im ländlichen Raum brauchen Menschen verlässliche wie unabhängige Beratungsangebote. Deshalb übernehmen wir Verantwortung und ermöglichen, dass die wichtige Arbeit von AD-Kindel Hessen weitergehen kann“, betonte die Ministerin bei dem Termin in Friedberg.
Das Projekt AD-Kindel wurde 2023 im Rahmen des Programms respekt*land der Antidiskriminierungsstelle des Bundes aufgebaut, um Antidiskriminierungsberatung in unterversorgten Regionen zu stärken. Die Förderung von Seiten des Bundes endete mit Ablauf des Januars 2026. Seit März trägt das Land Hessen die Finanzierung der in Mittelhessen ansässigen Beratungsstelle. AD-Kindel ergänzt nun die hessenweit agierende und ebenfalls durch das Land geförderte Struktur des ADiBe-Netzwerks, das seit 2016 zentraler Baustein beim Schutz vor Diskriminierung ist. Bei ADiBe stärkt AD-Kindel nun besonders die flächendeckende Beratungsstruktur im ländlichen Raum.
Starke Partner für wohnortnahe Beratung
„Der Zugang zu qualifizierter Antidiskriminierungsberatung darf nicht vom Wohnort abhängen. Die Fortführung der Förderung sendet die klare Botschaft an Betroffene im ländlichen Raum: Wir lassen sie mit ihren Diskriminierungserfahrungen nicht allein, sondern ermöglichen wohnortnahe Unterstützung“, erklärte Berivan Şekerci.
Träger des ADiBe-Netzwerks sind die Rechte behinderter Menschen gGmbH (rbm) und der Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V. Alexandros Stathopoulos, Geschäftsführung des iaf e.V., erklärte: „Mit AD-Kindel stärken wir den Zugang zu Antidiskriminierungsberatung im ländlichen Raum und bauen bestehende Hürden weiter ab. Unser Ziel ist, dass Betroffene schnell und verlässlich Unterstützung erhalten.“ Die Regionale Diakonie Oberhessen unterstützt das Projekt vor Ort. „Die Übernahme der Förderung durch das Land Hessen ist ein wichtiges Signal für unsere Region“, fügte Christoff Jung, Leiter der Regionalen Diakonie Oberhessen, hinzu.
Dr. Michael Richter von der rbm betonte, dass sich die gemeinsame Trägerschaft mit dem iaf e. V. in den zurückliegenden zehn Jahren hervorragend bewährt habe. Er sehe zudem eine anhaltende Notwendigkeit, das landesweite ADiBe-Beratungsangebot weiterzuentwickeln: „Die steigenden Beratungszahlen zeigen deutlich, wie notwendig und wichtig eine unabhängige Beratung zum Thema Diskriminierung ist. Hierbei hat sich gezeigt, dass ein möglichst bürgernahes, persönliches und in der Fläche präsentes Beraternetzwerk die Barrieren zu einer Inanspruchnahme deutlich senkt“, so Richter.