Hessen hat derzeit den Vorsitz der Konferenz der Jugend- und Familienministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren (JFMK) inne. Ein inhaltlicher Schwerpunkt liegt dabei auf dem Umgang von Kindern und Jugendlichen mit digitalen Medien. Jugend- und Sozialministerin Heike Hofman hat nun kurz vor der Hauptkonferenz der JFMK am 21. und 22. Mai in Frankfurt mitgeteilt, dass die Landesregierung im Rahmen des Förderaufrufs „Medienbildung in der außerschulischen Jugendbildung“ insgesamt zwölf hessische Projekte mit rund 170.000 Euro fördert.
„Medienkompetenz von jungen Menschen zu fördern, ist aktuell wichtiger denn je. Insbesondere soziale Medien und deren intensive Nutzung durch junge Menschen sind mit Chancen und gleichzeitig Risiken verbunden. Hier ist auch die außerschulische Jugendbildung gefordert, Angebote zu entwickeln, mit denen Kinder und Jugendliche einen sicheren und eigenverantwortlichen Umgang mit digitalen Medien lernen“, führte Ministerin Hofmann aus. „Es freut mich, dass die Förderung, die wir dafür in diesem Jahr zum ersten Mal ausgelobt haben, auf so großes Interesse gestoßen ist. Insgesamt sind 21 Anträge eingegangen – und damit mehr als wir annehmen konnten. Zwölf Projekte haben nun den Zuschlag erhalten.“
Gefördert wird die konkrete Umsetzung von Angeboten der Jugendarbeit mit medienpädagogischem Schwerpunkt von öffentlichen und freien Trägern in ganz Hessen. Wichtige Auswahlkriterien waren dabei etwa, dass besondere Zielgruppen wie ältere oder benachteiligte Jugendliche berücksichtigt werden und dass innovative Methoden und Ansätze zur Anwendung kommen. Die zuständige Bewilligungsbehörde ist das Regierungspräsidium Kassel. Beginnen können die Projekte zum 1. Juni 2026.
„Digitale Angebote prägen die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen heute in erheblichem Maße. Sie eröffnen Chancen, sind aber kein Ersatz für analoge Erfahrungsräume. Medienkompetenz und Demokratiebildung sind vor diesem Hintergrund von großer Bedeutung. Sie bilden die Grundlage für eigenständige Lebensgestaltung, gesellschaftliche Teilhabe und demokratische Resilienz. Dazu leisten die geförderten Projekte einen entscheidenden Beitrag“, sagte Jugendministerin Hofmann.
Geförderte Projekte
Institut für Medienpädagogik und Kommunikation Hessen e.V., Darmstadt: "Social Search" – Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren erforschen die Funktionsweisen, wirtschaftliche Hintergründe, technische Grundlagen sowie politische und gesellschaftliche Auswirkungen von Social Media durch Besuche bei Medienunternehmen, von Politikern usw.
Landkreis Marburg-Biedenkopf: „Gemeinsam digital stark: Förderung der Medienbildung im Landkreis Marburg-Biedenkopf“: Aufeinander abgestimmte medienpädagogische Bildungsangebote für Kinder, Jugendliche, Familien und Multiplikatoren. Bausteine sind Workshops bei Ferienfreizeiten, Projektwoche KI für Schulen und Jugendgruppen, Angebote im Makerspace Kirchhain, Medienerlebnistage, Multiplikator-Schulungen.
Indimaj - Gesellschaft für Bildung und Soziales e.V., Kassel: "Gaming Galaxy 2027" –
offenes Gaming-Event, bei dem die Zielgruppe (10 bis 21 Jahre) in Planung, Entwicklung und Durchführung des Events eingebunden ist.
Schwalm-Eder-Kreis: #meinleben #meinelikes und Ich“ – Erstellung eines Konzepts für außerschulische Medienangebote für Kinder und Jugendliche, in denen sie sich mit digitalen Medien kreativ und kritisch auseinandersetzen, Einbindung von Fachberatenden.
Stadt Bad Homburg: "Werkgruppe Gaming" – zwei Bestandteile: Integration von Mädchen in das bestehende, stark angefragte Angebot der GameLounge im Jugendzentrum e-Werk. Bildung einer Medienjury HG, die Rezensionen von digitalen Spielen erstellt und veröffentlicht.
Kolpingwerk Fulda e.V., Fulda: "NEXT GEN DIGITAL“ – acht Module zur Stärkung der Medienkompetenz für junge Menschen von 15 bis 27 Jahren. Train-the-Trainer Fortbildung für qualifizierten Personenkreis.
Stadtjugendring Wiesbaden: "Content gegen Rechts – überlegt kontern statt scrollen", Fachvortrag für Jugendliche und Fachkräfte. Konzeption eines Social-Media-Workshops für Jugendliche in der Jugendverbandsarbeit. Produktion von 1 bis 2 Videos zum Thema, die hessen- und deutschlandweit genutzt werden können.
Basa e.V., Rhein-Main-Gebiet: "#ForMe - Medienbildung für digitale Selbstbestimmung" - Entwicklung eines Seminarkonzepts mit drei Modulen für prekarisierte Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren. Durchführung des Seminarkonzepts mit 75 Jugendlichen; Gestaltung einer Fortbildung und einer Handreichung.
Stadt Wiesbaden: "Teamwork Gaming": Einrichtung eines (mobilen) Gaming-Raums in einem Jugendzentrum, Team- u. Fairplay einüben, Gefahren von Online-Spielen, Rollenbilder in der Gaming-Szene hinterfragen.
Stadt Bad Arolsen: "Medienprojektwochen zur Vermittlung von Medienkompetenz (Jugendliche und Mitarbeitende)" – kritische Auseinandersetzung mit Medienkonsum, Prävention und Selbstschutz: rechtliche Rahmung; Content soll produziert werden.
Aktive Medienwerkstatt Kassel: "Auf der Spur #deine Stimme" – Workshops für Jugendliche zwischen 13 und 20 Jahren, in denen Medienerfahrungen reflektiert und dann eigene Medieninhalte produziert werden.
LAG Soziale Brennpunkte Hessen e.V.: "Zwischen Likes und Realität" – Workshops zur Stärkung der Medienkompetenz sowie der psychischen und gesundheitlichen Selbstregulationsfähigkeiten von Jugendlichen aus benachteiligten Quartieren.